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Ausgabenkontrolle: der Schlüssel zur finanziellen Freiheit

Ausgabenkontrolle: der Schlüssel zur finanziellen Freiheit

Ausgabenkontrolle: der Schlüssel zur finanziellen Freiheit

Ausgabenkontrolle: der Schlüssel zur finanziellen Freiheit

Wie viele von euch wissen, organisiere ich seit mittlerweile zwölf Jahren monatlich Cashflow Spieleabende. Seit 2018 veranstalten wir zusätzlich unser selbst entwickeltes Spiel My First Million. In beiden Spielen ist der sogenannte Lifestyle oder Schnickschnack der große Feind des Vermögensaufbaus. Rational verstehen alle Teilnehmer, dass wir für einen erfolgreichen Wohlstandsaufbau weniger ausgeben sollten. Im Alltag gestaltet sich dieses Vorhaben dann aber wesentlich schwieriger. Aber warum eigentlich?

Bedürfnisse wollen sofort gestillt werden

 

Ein erster Grund dafür ist die menschliche Psyche. Bedürfnisse wollen wir sofort befriedigt haben. Wir hassen es Bedürfnisse aufschieben zu müssen. Das hat bereits der Marshmallow-Test in den Sechzigerjahren deutlich gezeigt.

Hier wurden Kinder mit der Süßigkeit für ein paar Minuten alleine in einem Raum gelassen. Wenn sie nach Ablauf der Zeit das Marshmallow nicht gegessen hatten, bekamen sie zwei zusätzliche Marshmallows.

20 Jahre später wurden die dann schon Erwachsenen nochmal in Bezug auf ihren beruflichen Erfolg untersucht. Die Kinder, die sich damals beherrschen konnten, waren signifikant erfolgreicher. Das haben aber nur wenige Personen geschafft.

Großmeister der Verlockung

 

Marketing und Werbung haben sich in den letzten Jahren massiv über Big Data weiterentwickelt. Wir werden ständig sehr geschickt und subtil mit Lockbotschaften bespielt. Je müder wir sind, desto empfänglicher werden wir, weil unsere rationale Abwehr nicht mehr so gut funktioniert. Wer also Abends einfach vor dem Fernseher sitzt, im Internet surft oder auf Facebook unterwegs ist, wird leicht ein Opfer der Großmeister der Verführung. Hier ist auch dein bewusster Umgang wichtig. Und Achtung, jetzt kommt die größte Konsumjahreszeit erst auf uns zu: Weihnachten! Vorsicht ist allgemein beim Medienkonsum geboten. Platzierte Werbung gibt es überall. Aus diesem Grund lese ich so gerne Bücher – kein Werbeblock oder versteckte Kaufanreize.

Sinnlosigkeit des Sparens

 

Immer wieder höre ich auch Aussagen, dass Sparen ja überhaupt keinen Sinn mache. Die Zinsen sind so niedrig und die Inflation frisst ja eh alles auf. „Da ist es doch gescheiter, wenn ich alles ausgebe.“ „Und außerdem lebe ich nur einmal.“

Hierzu eine kleine Anekdote: Ich gehe seit vielen Jahren immer in der Mittagspause ins Fitnesscenter. Ein ehemaliger Bäckermeister trainiert immer wieder zur gleichen Zeit und wir plaudern manchmal. Vor Kurzem kommt er zu mir und sagt: „Alex, du wirst es mir nicht glauben, aber ich habe mich verwirklicht.“ „Ich habe eine größere Auszahlung von einer Lebensversicherung bekommen und habe mir einen Bentley gekauft.“ „Ich habe gehört, dass Menschen am Lebensende nicht ihre Fehler bereuen, sondern das, was sie nicht gemacht haben.“

Der Bentley ist jetzt schon nicht mehr das wert, was er bezahlt hat.

Wer reich werden will, muss seine Ausgaben beherrschen

 

Wenn ich am Anfang von Finanzberatungsterminen Personen frage, ob sie sich selbst als sparsam bezeichnen, dann antworten 90 Prozent mit ja. Sie sparen monatlich ein paar Hundert Euro auf ein Sparkonto. Wenn wir dann die Vermögensübersicht machen, stellt sich immer schnell heraus, ob die Person tatsächlich sparsam ist. Immer wieder sind Personen dabei, die wenig bis gar kein Kapital haben, obwohl sie monatlich sparen. Wo ist das Geld nur geblieben?

Achtung vor Konsumsparen

 

Die Antwort ist Konsumsparen. Die Person hat zwar das subjektive Gefühl sparsam zu sein, weil sie ja regelmäßig etwas auf die Seite legt. Nur wird das Geld im Laufe des Jahres wieder für Dinge wie  Reisen, eine neue Couch, eine Autoreparatur, etc. ausgegeben. Somit kann das gesparte Geld nie richtig zu arbeiten beginnen und die so wichtigen Zinses-Zins-Effekte nützen.

Geld muss in langfristiges Kapital umgewandelt werden

Ich habe 2017 eine kleine Millionärsstudie gemacht. Dabei habe ich 20 Selfmade Millionäre im Raum Wien interviewt. Es war kein einziger dabei, der nicht monatlich einen Überschuss an Geld produzierte. Seine Einnahmen waren immer, in jeder Lebenssituation höher als seine Ausgaben.

Und es war keiner dabei, der sein Geld nicht langfristig veranlagt hat. Langfristig heißt mehrere Jahrzehnte. Unter veranlagt versteht man, dass sie immer eine hohe Aktienquote hatten – meistens über Fonds, ETFs oder Vermögensverwaltungen gehalten.

Rein mathematisch betrachtet ist das auch ganz klar. Der Zinses-Zins-Effekt funktioniert nur, wenn Erträge erwirtschaftet werden. Langfristig betrachtet liegen Aktien, wenn sie sinnvoll diversifiziert sind, bei rund 5-7 Prozent Wertsteigerung pro Jahr. Zweitens gilt für den Zinses-Zins-Effekt je länger er aktiv ist, desto stärker wird er. Hierzu eine kleine Rechnung. Angenommen du veranlagst auf einmal 100.000 Euro bei einer Nettoverzinsung von 5 Prozent pro Jahr:

Nach 5 Jahren: 128.336 Euro

Nach 10 Jahren: 164.701 Euro

Nach 15 Jahren: 211.370 Euro

Nach 20 Jahren: 271.264 Euro

Nach 30 Jahren: 446.774 Euro

Nach 40 Jahren: 735.842 Euro

Nach 50 Jahren: 1.211.938 Euro.

Wie du siehst werden die Hebel immer stärker und stärker. Wer also wohlhabend werden will, muss sein Geld lange und mit einer höheren Aktienquote veranlagen. Als ersten Schritt solltest du herausfinden wo deine großen Ausgabenblöcke liegen und wie du diese reduzieren kannst.

Tipp: einer der größten Ausgabenbereiche ist das Wohnen. Löse es smart und es bleiben dir gleich mehrere Hundert Euro monatlich übrig, die du dann dauerhaft investieren kannst. Viel Spaß beim Vermögensaufbau!

 

Photo by rupixen.com on Unsplash

 

Viele Menschen überschätzen...

was sie heute erreichen können und unterschätzen was sie in 10 Jahren erreichen können.

- Anthony Robbins 

 

ALEXANDER OBERENZER

 

Köstlergasse 10 / 4,
1060 Wien

www.finum.at

Wertpapierverzeichnis

 

DAS WICHTIGE

 

Megatrend ökologisches Investieren

Megatrend ökologisches Investieren

Megatrend Ökologisches Investieren

Megatrend ökologisches Investieren

 

     

    Wir haben bei FiNUM zweimal im Jahr ein Strategiemeeting, bei dem sich kluge Köpfe Gedanken rund um Geld, Veranlagung und Versicherung machen. Heuer fand das zweite Meeting am 10. und 11. September in Wien statt. Wenn ich nun einige Tage nachher meine Unterlagen betrachte und die Inhalte reflektiere, dann hebt sich ein Thema besonders ab - aktives Stimmrecht.

     

     

    Klimawandel ist kein Fake

     

    Aktuell erleben wir weltweit permanent Nachrichten über die dramatischen Folgen des menschlichen Handelns. Umweltverschmutzung, Klimawandel, Überbevölkerung, Hurrikans und vieles mehr fällt mir dazu ein.

    Unser Sohn hat mich vor Kurzem gefragt, wer Plastik erfunden hat. Ich konnte ihm diese Frage nicht beantworten. Das war auch nicht so wichtig für ihn. Wichtiger war ihm die Aussage danach: „Der gehört auf jeden Fall verurteilt, weil so viele Meerestiere wegen ihm sterben müssen“. Es ist erschrecken, dass sich ein 10-Jähriger darüber Gedanken machen muss.

    Auch Prominente machen auf die Problematik aufmerksam. Dominik Thiem schreibt bei Tennisturnieren auf die Kameralinsen der großen Rundfunksender „Save the Ocean“.

     

     

    Zeigt uns die junge Generation gerade unsere Fehler auf?

     

    Ich habe den Eindruck, ein neues globales Verständnis wächst bei unseren Kindern heran. Sie zeigen uns auf, dass so nicht mehr weitergehen kann. Das ist ein wichtiges Signal und jeder von uns ist gefordert Verantwortung zu übernehmen. Greta Thunberg, die junge Klimaaktivistin, hat Anfang des Jahres Schüler zu Streiks aufgerufen. Seitdem gehen weltweit tausende junge Menschen an den „Fridays for Future“ auf die Straße.

     

     

    Nachhaltiger Leben

     

    Ein sehr lieber Freund von mir hat dies schon vor einigen Jahren antizipiert und geht mit gutem Beispiel voran. Vor den VW-Dieselskandalen hat er der Verbrennungsmotoren-Industrie den Rücken gekehrt und baut seit rund fünf Jahren sehr erfolgreich seine E-Mobility Start-ups auf. Er fährt nur noch öffentlich oder E-Auto, hat auf eine fleischarme Ernährung umgestellt, beteiligt seine Mitarbeiter an seinen Start-ups und meidet Plastikmüll.

    Das hat mich wirklich beeindruckt und auch schon zum Teil auf mich abgefärbt. Ich achte mittlerweile darauf Plastiksackerl mehrfach zu verwenden oder auf kompostierbare Sackerl zurückzugreifen. Im Alltag fahre ich immer mehr öffentlich, gehe zu Fuß oder nehme das Fahrrad. Fleischlos bin ich noch nicht, aber vielleicht wird das noch. Auf das Fliegen großteils zu verzichten, ist für mich kein Problem, da ich es ohnehin nicht sehr angenehm finde.

     

     

    Ein großer Hebel liegt in unseren Berufen

     

    Seit 2006 bin ich selbstständiger Finanzberater und trage doch für mehrere Millionen Euro zumindest eine Mitverantwortung. Hier will grundsätzlich jeder Kunde mit so wenig Risiko wie möglich den maximalen Gewinn erzielen.

    Doch was passiert, wenn wir uns unsere Veranlagung unter einem anderen Gesichtspunkt ansehen? Wie viel CO2, wie viel Energie, wie viel Wasser bzw. wie viele Ressourcen verbrauchen, vergeuden bzw. verschwenden unsere Investments? Sind unsere Veranlagungen im Sinne zukünftiger Generationen? Beschleunigen oder entschleunigen unsere Gelder den Klimawandel?

    Wenn ich mir diese Fragen stelle, dann eröffnen sich neue Perspektiven der Bewertung. Welche Investments geben nachhaltig Sinn, welche sind zwar kurzfristig gut, aber schlecht für unsere Umwelt? Hier möchte ich in Zukunft noch mehr Verantwortung übernehmen.

    Veranlagen mit Sinn ist das Ziel

     

    Bis jetzt war ich bei ökologischen Investments eher zurückhaltend. Aus folgenden Gründen:

    • Gebührenstruktur zumeist überteuert
    • Viel Marketing und heiße Luft
    • Schlechtere Performance
    • Eingeschränkte Auswahl

    In den letzten Jahren hat sich einiges getan und meiner Meinung nach ist die Zeit reif, um nachhaltig zu investieren. Es gibt mittlerweile einige gute Fonds mit sehr guter Kostenstruktur, deren Rendite sich auch in den letzten Jahren sehen lässt. Die Auswahl ist zwar im Vergleich zum gesamten Veranlagungsuniversum nach wie vor geringer. Hier hat der Anleger aber selbst Handhabe, wieviel er nachhaltig investieren möchte. Es muss ja, nicht zu 100 Prozent sein.

    Was mich restlos überzeugt hat – das aktive Stimmrecht

     

    Wir haben jetzt rund 5 Jahre großer ETF-Hysterie hinter uns. Jeder Finanzjournalist, der etwas auf sich hielt, hat einen sehr positiven Artikel über ETFs geschrieben. Die Aussage ist auch bestechend: Fondsmanager schaffen es kaum über 5 Jahre ihren Vergleichsindex zu schlagen und sind auch teurer. Warum investierst du denn dann noch in aktiv gemanagte Fonds?

    Ein wesentlicher Punkt bei nachhaltigen Fonds ist, dass diese ihre Stimmrechte bei Aktionär-Hauptversammlungen aktiv ausüben. Was heißt das? Im Gesellschaftsrecht ist festgehalten, dass jede Aktiengesellschaft einmal jährlich eine ordentliche Hauptversammlung abhalten muss. Hierbei werden grundsätzliche Entscheidungen für das jeweilige Unternehmen getroffen.

    ETFs sind hier wenig bis gar nicht aktiv, womit eine wichtige Kontrollinstanz unserer Wirtschaft geschwächt wird. Dieses aktive Stimmrecht nehmen aber einige sehr gute Öko-Fonds wahr. Sie leisten einen wichtigen Beitrag, Unternehmen auf den nachhaltigen, ressourcenschonenden und verantwortungsvollen Umgang mit unserer Zukunft aufmerksam zu machen.

    Auch ich werde das künftig in meiner Veranlagungsberatung fix integrieren und meinen Klienten aufzeigen, damit auch wir unseren Beitrag leisten. Ich freue mich auf die nächsten Veranlagungstermine😊

     

     

     Photo by Chris Barbalis on Unsplash

     

    Viele Menschen überschätzen...

    was sie heute erreichen können und unterschätzen was sie in 10 Jahren erreichen können.

    - Anthony Robbins 

     

    ALEXANDER OBERENZER

     

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    1060 Wien

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    Wertpapierverzeichnis

     

    DAS WICHTIGE

     

    Die größte Angst der Anleger

    Die größte Angst der Anleger

    Warum die größte Angst häufig zum größten Anlegerfehler führt

    Die größte Angst der Anleger

    Aktuell erlebe ich in meinen Gesprächen mit neuen Klienten regelmäßig die Frage, ob es aktuell nicht besser wäre, mit dem Veranlagen zu warten. Welche Gründe es für diese Überlegung denn gäbe? Dann kommen folgende Antworten: Die Kurse sind stark gestiegen, sollen wir nicht warten, bis diese wieder fallen?

    Seit Anfang des Jahres hat die Verunsicherung an den Börsen zugenommen. Der Brexit. Der Handelskrieg USA-China. Oder die Auftragsbücher sind weniger prall gefüllt als vor einem Jahr. Ja, aus dieser Sicht gesehen spricht doch einiges dagegen.

    Was dahinter steckt, ist die Urangst jedes Investors. Die Angst vor Verlusten. Laut einer aktuellen Studie des Deutschen Aktieninstituts geben 65 Prozent der Nicht-Aktienbesitzern an (https://www.dai.de/files/dai_usercontent/dokumente/studien/190116%20Studie%20Mehr%20Aktionaere%20in%20Deutschland.pdf), Aktien seien einfach zu riskant. Sie fürchten, mit Aktien mehr zu verlieren als zu gewinnen. Bestätigt fühlen sie sich durch die Dotcom-Blase um das Jahr 2000 und die Finanzkrise 2008, als es Verluste von bis zu 60 Prozent gab. Was sie jedoch ausblenden ist, dass Aktien weltweit seit Jahrzehnten durchschnittlich 5-8 Prozent pro Jahr an Zuwachs erzielt haben.

    Der Denkfehler

    Hier sieht Verhaltensökonom Bernd Ankenbrand einen entscheidenden Denkfehler: „Schwankungen gehören zum Leben dazu, denn nur aus Bewegung kann Veränderung entstehen. Darum ist die Volatilität am Finanzmarkt kein Grund für Angst — vielmehr bietet sie die Chance auf Kursgewinne.“

    Fakt ist jedoch, dass speziell Österreicher und Deutsche eine viel zu niedrige Aktienquote bei ihren Kapitalbeträgen haben. Oft lesen wir erschreckend niedrige Zahlen. Nur rund 10-20 Prozent der deutschsprachigen Menschen besitzen Aktienbeteiligungen. Das ist nachweislich „Vermögensvernichtung“ und führt im doppelten Sinne zu Wohlstandsverlusten.

    Einerseits sind wir einigen Kräften ausgesetzt: Inflation, Niedrigzinspolitik und steigenden Steuern. Die Geldentwertung liegt in den letzten Jahren in Österreich und Deutschland zwischen 1,5 und 2 Prozent.

    Gleichzeitig liegen die Zinserträge auf Sparbüchern und festverzinslichen Papieren wie Anleihen auf historischen Tiefständen: zwischen 0,01 und 0,25 Prozent und bei Anleihen teilweise sogar mit Negativrendite.

    100.000 Euro für zehn Jahre veranlagt:

    Hier ein Beispiel zur Verdeutlichung. Gegenüberstellung: Jemand hat die letzten zehn Jahre 100.000 Euro auf einem Sparbuch oder in einem weltweiten Aktienfonds gehalten:

    Sparbuch bei schlechtem Zinsangebot und 2 % pro Jahr Inflation: 81.859 Euro

    Sparbuch bei besserem Zinsangebot und 1,5 % pro Jahr Inflation: 90.480 Euro

    Wertpapierdepot mit guter Performance von 5 %, KEST und 2 % Inflation: 117.632 Euro

    Wertpapierdepot mit guter Performance von 5 %, KEST und 1,5 % Inflation: 123.653 Euro

    Wertpapierdepot mit sehr guter Performance von 8 %, KEST und 2 % Inflation: 146.141 Euro

    Wertpapierdepot mit sehr guter Performance von 8 %, KEST und 1,5 % Inflation: 153.608 Euro

    Was du auf einen Blick sehr gut erkennen kannst: Sparer haben im Worst Case aus ihren 100.000 Euro nach 10 Jahren rund 82.000 Euro gemacht. Das ist ein Realverlust von 18.000 Euro! Hingegen haben Aktieninvestoren im schlechtesten Fall rund 118.000 Euro nach zehn Jahren bzw. im besten Fall sogar 154.000 Euro erzielt. Wir reden von einer Differenz von 36.000 bzw. 72.000 Euro!

    Fernbleiben macht arm

    Der größte Fehler ist also, gar nicht investiert zu haben! Wie so oft im Leben geht es um die ersten Schritte, die oft die schwierigsten, aber entscheidenden sind. Ich halte aus diesem Grund schon seit über zehn Jahren monatlich den Finanzspieleabend ab. Hier kannst du spielerisch anlegen ausprobieren und ohne Risiko am Kapitalmarkt investieren üben.

    Letztes Jahr haben mein Partner Wolfgang Tritsch und ich ein eigenes Spiel, das „My First Million Game“, entwickelt. Das Spiel bildet eine sehr aktive Börse ab, wo du den Finanzmarkt mit seinen Schwankungen kennenlernen und zusätzlich über Spiel-Know-how-Fragen deine Finanzbildung ausbauen kannst – welche ja die Basis jeglichen Finanzerfolges ist. Das Ziel ist es, Menschen spielerisch den Zugang zu Finanzbildung zu ermöglichen.

    Neben dem individuellen negativen Effekt des Wohlstandsverlustes, wie oben vorgerechnet, gibt es auch einen erheblichen Nachteil, der sich gesamtwirtschaftlich auswirkt. Wenn den Unternehmen weniger Kapital zufließt, leidet auch deren Wettbewerbsfähigkeit. Aus diesem Grund sollte immer auch ein Teil in europäische Aktien investiert werden.

    Smartes Investieren am Kapitalmarkt

    Viele Klienten befinden sich im Lebensstadium des Vermögensaufbaus. Über ihr Arbeitseinkommen abzüglich ihrer Lebenskosten schaufeln sie Monat für Monat Geldbeträge frei. Viele Anfänger machen nun den Fehler zu warten, bis sie eine größere Summe beisammen haben, um dann anlegen zu können.

    Grundsätzlich ist dagegen nichts einzuwenden. Es sprechen nur zwei Erfahrungen massiv dagegen: Erstens kommen doch immer wieder Ausgaben dazu, die ungeplant mehr kosten. Wie zum Beispiel ein teurer Urlaub, doch mehr für Kleidung ausgegeben, doch eine hochwertigere Couch etc.

    Eine Aussage eines Millionärs hat mir diesbezüglich sehr geholfen: „Geld, das wir nicht sehen, können wir nicht ausgeben.“ Wenn du monatlich automatisch über ein Sepa-Lastschriftmandat investierst, wird die Summe am Anfang des Monats abgebucht. Dieses Geld siehst du nicht, kannst es nicht ausgeben und lernst gut, mit deinem restlichen Geld auszukommen. Das wirkt wahre Wunder!

    Zweitens kannst du über das monatliche Ansparen im Aktienmarkt sehr gut die Schwankungen ausnützen. In dem Fall kannst du dich freuen, wenn die Kurse fallen, denn so kaufst du mehr Anteile ein. Na dann, viel Spaß beim Vermögensaufbau und bis zum nächsten Abend mit My First Million Game!

    Photo by Austin Distel on Unsplash

    Wir haben bei FiNUM zweimal im Jahr ein Strategiemeeting, bei dem sich kluge Köpfe Gedanken rund um Geld, Veranlagung und Versicherung machen. Heuer fand das zweite Meeting am 10. und 11. September in Wien statt. Wenn ich nun einige Tage nachher meine Unterlagen betrachte und die Inhalte reflektiere, dann hebt sich ein Thema besonders ab - aktives Stimmrecht.

     

     

    Klimawandel ist kein Fake

     

    Aktuell erleben wir weltweit permanent Nachrichten über die dramatischen Folgen des menschlichen Handelns. Umweltverschmutzung, Klimawandel, Überbevölkerung, Hurrikans und vieles mehr fällt mir dazu ein.

    Unser Sohn hat mich vor Kurzem gefragt, wer Plastik erfunden hat. Ich konnte ihm diese Frage nicht beantworten. Das war auch nicht so wichtig für ihn. Wichtiger war ihm die Aussage danach: „Der gehört auf jeden Fall verurteilt, weil so viele Meerestiere wegen ihm sterben müssen“. Es ist erschrecken, dass sich ein 10-Jähriger darüber Gedanken machen muss.

    Auch Prominente machen auf die Problematik aufmerksam. Dominik Thiem schreibt bei Tennisturnieren auf die Kameralinsen der großen Rundfunksender „Save the Ocean“.

     

     

    Zeigt uns die junge Generation gerade unsere Fehler auf?

     

    Ich habe den Eindruck, ein neues globales Verständnis wächst bei unseren Kindern heran. Sie zeigen uns auf, dass so nicht mehr weitergehen kann. Das ist ein wichtiges Signal und jeder von uns ist gefordert Verantwortung zu übernehmen. Greta Thunberg, die junge Klimaaktivistin, hat Anfang des Jahres Schüler zu Streiks aufgerufen. Seitdem gehen weltweit tausende junge Menschen an den „Fridays for Future“ auf die Straße.

     

     

    Nachhaltiger Leben

     

    Ein sehr lieber Freund von mir hat dies schon vor einigen Jahren antizipiert und geht mit gutem Beispiel voran. Vor den VW-Dieselskandalen hat er der Verbrennungsmotoren-Industrie den Rücken gekehrt und baut seit rund fünf Jahren sehr erfolgreich seine E-Mobility Start-ups auf. Er fährt nur noch öffentlich oder E-Auto, hat auf eine fleischarme Ernährung umgestellt, beteiligt seine Mitarbeiter an seinen Start-ups und meidet Plastikmüll.

    Das hat mich wirklich beeindruckt und auch schon zum Teil auf mich abgefärbt. Ich achte mittlerweile darauf Plastiksackerl mehrfach zu verwenden oder auf kompostierbare Sackerl zurückzugreifen. Im Alltag fahre ich immer mehr öffentlich, gehe zu Fuß oder nehme das Fahrrad. Fleischlos bin ich noch nicht, aber vielleicht wird das noch. Auf das Fliegen großteils zu verzichten, ist für mich kein Problem, da ich es ohnehin nicht sehr angenehm finde.

     

     

    Ein großer Hebel liegt in unseren Berufen

     

    Seit 2006 bin ich selbstständiger Finanzberater und trage doch für mehrere Millionen Euro zumindest eine Mitverantwortung. Hier will grundsätzlich jeder Kunde mit so wenig Risiko wie möglich den maximalen Gewinn erzielen.

    Doch was passiert, wenn wir uns unsere Veranlagung unter einem anderen Gesichtspunkt ansehen? Wie viel CO2, wie viel Energie, wie viel Wasser bzw. wie viele Ressourcen verbrauchen, vergeuden bzw. verschwenden unsere Investments? Sind unsere Veranlagungen im Sinne zukünftiger Generationen? Beschleunigen oder entschleunigen unsere Gelder den Klimawandel?

    Wenn ich mir diese Fragen stelle, dann eröffnen sich neue Perspektiven der Bewertung. Welche Investments geben nachhaltig Sinn, welche sind zwar kurzfristig gut, aber schlecht für unsere Umwelt? Hier möchte ich in Zukunft noch mehr Verantwortung übernehmen.

    Veranlagen mit Sinn ist das Ziel

     

    Bis jetzt war ich bei ökologischen Investments eher zurückhaltend. Aus folgenden Gründen:

    • Gebührenstruktur zumeist überteuert
    • Viel Marketing und heiße Luft
    • Schlechtere Performance
    • Eingeschränkte Auswahl

    In den letzten Jahren hat sich einiges getan und meiner Meinung nach ist die Zeit reif, um nachhaltig zu investieren. Es gibt mittlerweile einige gute Fonds mit sehr guter Kostenstruktur, deren Rendite sich auch in den letzten Jahren sehen lässt. Die Auswahl ist zwar im Vergleich zum gesamten Veranlagungsuniversum nach wie vor geringer. Hier hat der Anleger aber selbst Handhabe, wieviel er nachhaltig investieren möchte. Es muss ja, nicht zu 100 Prozent sein.

    Was mich restlos überzeugt hat – das aktive Stimmrecht

     

    Wir haben jetzt rund 5 Jahre großer ETF-Hysterie hinter uns. Jeder Finanzjournalist, der etwas auf sich hielt, hat einen sehr positiven Artikel über ETFs geschrieben. Die Aussage ist auch bestechend: Fondsmanager schaffen es kaum über 5 Jahre ihren Vergleichsindex zu schlagen und sind auch teurer. Warum investierst du denn dann noch in aktiv gemanagte Fonds?

    Ein wesentlicher Punkt bei nachhaltigen Fonds ist, dass diese ihre Stimmrechte bei Aktionär-Hauptversammlungen aktiv ausüben. Was heißt das? Im Gesellschaftsrecht ist festgehalten, dass jede Aktiengesellschaft einmal jährlich eine ordentliche Hauptversammlung abhalten muss. Hierbei werden grundsätzliche Entscheidungen für das jeweilige Unternehmen getroffen.

    ETFs sind hier wenig bis gar nicht aktiv, womit eine wichtige Kontrollinstanz unserer Wirtschaft geschwächt wird. Dieses aktive Stimmrecht nehmen aber einige sehr gute Öko-Fonds wahr. Sie leisten einen wichtigen Beitrag, Unternehmen auf den nachhaltigen, ressourcenschonenden und verantwortungsvollen Umgang mit unserer Zukunft aufmerksam zu machen.

    Auch ich werde das künftig in meiner Veranlagungsberatung fix integrieren und meinen Klienten aufzeigen, damit auch wir unseren Beitrag leisten. Ich freue mich auf die nächsten Veranlagungstermine😊

     

     

     Photo by Chris Barbalis on Unsplash

     

    Viele Menschen überschätzen...

    was sie heute erreichen können und unterschätzen was sie in 10 Jahren erreichen können.

    - Anthony Robbins 

     

    ALEXANDER OBERENZER

     

    Köstlergasse 10 / 4,
    1060 Wien

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    DAS WICHTIGE

     

    Warum du vor allem auf deine kleinen Ausgaben achten solltest

    Warum du vor allem auf deine kleinen Ausgaben achten solltest

    Warum du vor allem auf deine kleinen Ausgaben achten solltest

    Warum du vor allem auf deine kleinen Ausgaben achten solltest

    Wir haben bei FiNUM zweimal im Jahr ein Strategiemeeting, bei dem sich kluge Köpfe Gedanken rund um Geld, Veranlagung und Versicherung machen. Heuer fand das zweite Meeting am 10. und 11. September in Wien statt. Wenn ich nun einige Tage nachher meine Unterlagen betrachte und die Inhalte reflektiere, dann hebt sich ein Thema besonders ab - aktives Stimmrecht.

     

     

    Klimawandel ist kein Fake

     

    Aktuell erleben wir weltweit permanent Nachrichten über die dramatischen Folgen des menschlichen Handelns. Umweltverschmutzung, Klimawandel, Überbevölkerung, Hurrikans und vieles mehr fällt mir dazu ein.

    Unser Sohn hat mich vor Kurzem gefragt, wer Plastik erfunden hat. Ich konnte ihm diese Frage nicht beantworten. Das war auch nicht so wichtig für ihn. Wichtiger war ihm die Aussage danach: „Der gehört auf jeden Fall verurteilt, weil so viele Meerestiere wegen ihm sterben müssen“. Es ist erschrecken, dass sich ein 10-Jähriger darüber Gedanken machen muss.

    Auch Prominente machen auf die Problematik aufmerksam. Dominik Thiem schreibt bei Tennisturnieren auf die Kameralinsen der großen Rundfunksender „Save the Ocean“.

     

     

    Zeigt uns die junge Generation gerade unsere Fehler auf?

     

    Ich habe den Eindruck, ein neues globales Verständnis wächst bei unseren Kindern heran. Sie zeigen uns auf, dass so nicht mehr weitergehen kann. Das ist ein wichtiges Signal und jeder von uns ist gefordert Verantwortung zu übernehmen. Greta Thunberg, die junge Klimaaktivistin, hat Anfang des Jahres Schüler zu Streiks aufgerufen. Seitdem gehen weltweit tausende junge Menschen an den „Fridays for Future“ auf die Straße.

     

     

    Nachhaltiger Leben

     

    Ein sehr lieber Freund von mir hat dies schon vor einigen Jahren antizipiert und geht mit gutem Beispiel voran. Vor den VW-Dieselskandalen hat er der Verbrennungsmotoren-Industrie den Rücken gekehrt und baut seit rund fünf Jahren sehr erfolgreich seine E-Mobility Start-ups auf. Er fährt nur noch öffentlich oder E-Auto, hat auf eine fleischarme Ernährung umgestellt, beteiligt seine Mitarbeiter an seinen Start-ups und meidet Plastikmüll.

    Das hat mich wirklich beeindruckt und auch schon zum Teil auf mich abgefärbt. Ich achte mittlerweile darauf Plastiksackerl mehrfach zu verwenden oder auf kompostierbare Sackerl zurückzugreifen. Im Alltag fahre ich immer mehr öffentlich, gehe zu Fuß oder nehme das Fahrrad. Fleischlos bin ich noch nicht, aber vielleicht wird das noch. Auf das Fliegen großteils zu verzichten, ist für mich kein Problem, da ich es ohnehin nicht sehr angenehm finde.

     

     

    Ein großer Hebel liegt in unseren Berufen

     

    Seit 2006 bin ich selbstständiger Finanzberater und trage doch für mehrere Millionen Euro zumindest eine Mitverantwortung. Hier will grundsätzlich jeder Kunde mit so wenig Risiko wie möglich den maximalen Gewinn erzielen.

    Doch was passiert, wenn wir uns unsere Veranlagung unter einem anderen Gesichtspunkt ansehen? Wie viel CO2, wie viel Energie, wie viel Wasser bzw. wie viele Ressourcen verbrauchen, vergeuden bzw. verschwenden unsere Investments? Sind unsere Veranlagungen im Sinne zukünftiger Generationen? Beschleunigen oder entschleunigen unsere Gelder den Klimawandel?

    Wenn ich mir diese Fragen stelle, dann eröffnen sich neue Perspektiven der Bewertung. Welche Investments geben nachhaltig Sinn, welche sind zwar kurzfristig gut, aber schlecht für unsere Umwelt? Hier möchte ich in Zukunft noch mehr Verantwortung übernehmen.

    Veranlagen mit Sinn ist das Ziel

     

    Bis jetzt war ich bei ökologischen Investments eher zurückhaltend. Aus folgenden Gründen:

    • Gebührenstruktur zumeist überteuert
    • Viel Marketing und heiße Luft
    • Schlechtere Performance
    • Eingeschränkte Auswahl

    In den letzten Jahren hat sich einiges getan und meiner Meinung nach ist die Zeit reif, um nachhaltig zu investieren. Es gibt mittlerweile einige gute Fonds mit sehr guter Kostenstruktur, deren Rendite sich auch in den letzten Jahren sehen lässt. Die Auswahl ist zwar im Vergleich zum gesamten Veranlagungsuniversum nach wie vor geringer. Hier hat der Anleger aber selbst Handhabe, wieviel er nachhaltig investieren möchte. Es muss ja, nicht zu 100 Prozent sein.

    Was mich restlos überzeugt hat – das aktive Stimmrecht

     

    Wir haben jetzt rund 5 Jahre großer ETF-Hysterie hinter uns. Jeder Finanzjournalist, der etwas auf sich hielt, hat einen sehr positiven Artikel über ETFs geschrieben. Die Aussage ist auch bestechend: Fondsmanager schaffen es kaum über 5 Jahre ihren Vergleichsindex zu schlagen und sind auch teurer. Warum investierst du denn dann noch in aktiv gemanagte Fonds?

    Ein wesentlicher Punkt bei nachhaltigen Fonds ist, dass diese ihre Stimmrechte bei Aktionär-Hauptversammlungen aktiv ausüben. Was heißt das? Im Gesellschaftsrecht ist festgehalten, dass jede Aktiengesellschaft einmal jährlich eine ordentliche Hauptversammlung abhalten muss. Hierbei werden grundsätzliche Entscheidungen für das jeweilige Unternehmen getroffen.

    ETFs sind hier wenig bis gar nicht aktiv, womit eine wichtige Kontrollinstanz unserer Wirtschaft geschwächt wird. Dieses aktive Stimmrecht nehmen aber einige sehr gute Öko-Fonds wahr. Sie leisten einen wichtigen Beitrag, Unternehmen auf den nachhaltigen, ressourcenschonenden und verantwortungsvollen Umgang mit unserer Zukunft aufmerksam zu machen.

    Auch ich werde das künftig in meiner Veranlagungsberatung fix integrieren und meinen Klienten aufzeigen, damit auch wir unseren Beitrag leisten. Ich freue mich auf die nächsten Veranlagungstermine😊

     

     

     Photo by Chris Barbalis on Unsplash

     

    Viele Menschen überschätzen...

    was sie heute erreichen können und unterschätzen was sie in 10 Jahren erreichen können.

    - Anthony Robbins 

     

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    DAS WICHTIGE

     

    Interview mit Frank Boever: Fragen zum Immobilieninvestment

    Interview mit Frank Boever: Fragen zum Immobilieninvestment

    Interview mit Frank Boever: Fragen zum Immobilieninvestment

    Immobilien sind für viele von uns ein spannendes Thema – nicht nur, um selbst drin zu wohnen, sondern auch als Kapitalanlage. Gerade vor der ersten Investition sind jedoch viele unsicher, was dieses Thema betrifft. Immobiliensachverständiger Frank Boever hat die Antworten auf die Fragen, die uns im Zusammenhang mit Immobilieninvestments beschäftigen.

     

    1. Lieber Frank, du bist Immobiliensachverständiger, was genau ist ein Immobiliensachverständiger und was sind seine Aufgaben?

    Die Grundlage eines Immobiliensachverständigen setzt sich aus diesen drei Berufsbildern zusammen:

    • Der Immobilienmakler: Er liefert Verkäufer und Käufer eine Markteinschätzung über den Wert der Immobilie.
    • Der Immobilienverwalter: Er kennt die Erträgnisse einer vermieteten Immobilie und die entsprechende Nachhaltigkeit der abgeschlossenen Mietverträge.
    • Der Bauträger: Er kalkuliert die Bauprojekte.

    Man hat eine Ausbildung in einer dieser drei Berufsgruppen erfolgreich abgeschlossen, wie z. B. in meinem Fall den Studienlehrgang an der TU Wien. Dann ist man Immobilientreuhänder und kann als Sachverständiger tätig sein. Hier sind profunde Kenntnisse über den Immobilienmarkt und die rechtlichen Rahmenbedingungen eine Grundvoraussetzung.

    Will man also eine Immobilie kaufen oder verkaufen, kann man einen Immobiliensachverständigen, oder auch Gutachter genannt, hinzuziehen, um den objektiven Wert einer Immobilie festzustellen.

     

    2. Deine neue Funktion bei FiNUM ist ja, Immobilienprojekte am österreichischen Markt zu analysieren und interessante Projekte für unsere Klienten zu identifizieren. Wie machst du das bzw. was sind die wesentlichen Kriterien bei deiner Analyse?

    Wie bereits oben erwähnt, liegt das Hauptaugenmerk auf der objektiven Bewertung der Immobilien bzw. Projekte. Eine Begutachtung oder Bewertung einer Immobilie hat daher unter der objektiven Würdigung der rechtlichen Gegebenheiten, der tatsächlichen Eigenschaften und sonstigen Beschaffenheiten des Grundstücks, ohne Rücksichtnahme auf ungewöhnliche oder persönliche Verhältnisse des Auftraggebers zu erfolgen.

    Auf meine Funktion bei FiNUM bezogen bedeutet dies, dass ich die von Partnern der FINUM angebotenen Immobilienprojekte aus einer kritischen und unabhängigen Perspektive begutachte und somit eine tiefergehende Einschätzung der Projekte durchführe, als es üblicherweise seitens der Anbieter in den Verkaufsunterlagen dargestellt wird. Bei meiner Bewertung berücksichtige ich immer folgende Punkte: Prüfung der Verkaufsunterlagen auf Vollständigkeit und Nachvollziehbarkeit, Analyse der Immobilie hinsichtlich einer benutzerfreundlichen Bauführung, ob die Wohnungsgrundrisse durchdacht sind, ob alle notwendigen Nebenräume (Abstellräume, Fahrradabstellplatz usw.) vorhanden sind. Weiters überprüfe ich die seitens der Bauträger angegebenen Mieteinnahmen, also ob diese auf dem Markt wirklich erzielbar sind und attraktive Renditen erzielt werden.

    Gute Hilfestellungen, wenn der Kunde dies selbst mal schnell prüfen will, bieten hier auch der Immobilienpreisspiegel der Statistik Austria (statistik.at) und der Mietenrechner der Stadt Wien (wien.gv.at).

    Weitere wichtige Punkte, die ich berücksichtige, sind die direkte Umgebung der Immobilie, also Infrastruktur, Nahversorger, Schulen, Ärzte, Verkehrsanbindungen, aber auch ob es Themen gibt, die sich negativ auf die Attraktivität der Immobilie auswirken, wie z. B. erheblicher Straßenlärm, weitere beeinflussende Emissionen oder z. B. ein Vereinslokal der Rockergang im Erdgeschoß des Hauses.

    All diese Themen werden von mir kritisch und detailliert untersucht und fließen schließlich in meine Empfehlung für ein Projekt mit ein, um den Kunden somit Sicherheit zu geben, dass nur die besten Projekte am Markt angeboten werden.

     

    3. Die Immobilienpreise sind seit 2008 in Wien Umgebung stark gestiegen. Einige sprechen von einer Überhitzung des Immobilienmarktes. Was ist deine Analyse dazu?

    Es stimmt, dass die Preise für Immobilien in Österreich und Wien seit 2008 stark gestiegen sind, um rund 50 Prozent in den letzten zehn Jahren. Durch die damalige Finanzkrise wurde viel Geld von den Finanzmärkten gezogen und in Immobilien umgeschichtet, da Immobilien als sichere Geldanlage gelten. In den ersten fünf Jahren sind die Preise im Schnitt um sechs bis acht Prozent per anno gestiegen, was einen erheblichen Zuwachs bedeutet. In den letzten drei Jahren sehen wir jedoch, dass die durchschnittlichen Zuwächse bei rund zwei bis drei Prozent liegen, was der jährlichen Indexsteigerung seit 2016 entspricht.

    Auch sehen wir, dass Banken bei Immobilienkreditvergaben auf einen entsprechend hohen Eigenmittelanteil bestehen, der bei 25 bis 30 Prozent des Kaufpreises liegt, was die Ausfallsmöglichkeit von Kreditrückzahlungen bei einer möglichen Zinssteigerung verringert.

    Eine gesunde Nachfrage nach Immobilien ist weiterhin vorhanden, in den letzten Jahren konnte die Bautätigkeit nicht mit der Nachfrage mithalten. Zuletzt sind die Baubewilligungen jedoch gestiegen, sodass ein größeres Anbot am Markt ist und die Kunden bei der Auswahl der Projekte selektiver vorgehen und die Bauträger mit hochwertigen Projekten reagieren.

    Wenn der Markt sich wie in den letzten drei Jahren weiterhin moderat aber stetig entwickelt, sehe ich keine Überhitzung des Immobilienmarktes.

     

    4. Wenn wir uns jetzt ein wenig mehr der strategischen Seite von Immobilien annähern: Wann glaubst du, ist es für einen Privatinvestor sinnvoll, in Immobilienprojekte zu investieren?

    Wenn man sich als Anleger dazu entscheidet in Immobilien zu investieren, sollte man sich zuerst überlegen, in welchem Bereich man sein Geld veranlagen will. Im Immobilienbereich gibt es hierzu folgende Möglichkeiten:

    • Beteiligung an einem Bauprojekt, auch als Bauherrenmodell bekannt. Hier beteiligt sich der Investor an einer Projektgesellschaft, welche eine Immobilie errichtet, und profitiert hier in erster Linie von den steuerlichen Vorteilen, da die anfallenden Kosten den Investoren zugewiesen werden. Üblicherweise werden die ersten positiven Rückläufe aus den Vermietungen nach 20 Jahren erzielt.

     

    • Bei einer Anlagewohnung erwirbt der Käufer eine Wohnung zu Vermietungszwecken, bei welcher er dann grundbücherlicher Eigentümer ist und über die er frei verfügen kann. Hier hat man ab dem ersten Monat der Vermietung Einnahmen. Es gibt Bauträger, welche eine Erstvermietungsgarantie anbieten oder die Wohnungen in einen Mietenpool geben. Hier hat der Vermieter dann zwar im Schnitt einen geringeren Ertrag, im Falle eines Leerstandes aber dann trotzdem Einkünfte.

     

    • Direktbeteiligung an einer Immobilie: Diese Variante wird von einigen Bauträgern als ein Investmentmodell mit einer geringeren Laufzeit von drei bis zehn Jahren angeboten. Der Kunde erwirbt ideelle Anteile an einer Immobilie und wird Gesellschafter an der Projektgesellschaft. Nach der festgelegten Laufzeit erhalten die Investoren einen vorher festgelegten Gewinn, welcher üblicherweise aus den laufenden Mieteinnahmen oder dem Verkauf der Immobilie erwirtschaftet wird.

     

    • In den letzten drei Jahren ist ebenfalls das Thema Crowd Investment verstärkt aufgekommen. Hier hat der Investor die Möglichkeit, sich über ein nachrangiges Darlehen an einem Immobilienprojekt zu beteiligen, stellt dem Bauträger Eigenmittel zur Verfügung und bekommt hierfür eine jährliche Verzinsung, die im Schnitt zwischen fünf und sieben Prozent liegt. Die Laufzeit beträgt üblicherweise zwei bis drei Jahre.

     

    5. Es gibt immer wieder Privatpersonen, die eigentlich wenig Erfahrung mit Immobilien haben, die sich aber gerne eine Vorsorgewohnung zulegen möchten. Oft wollen diese Personen jedoch in kein Immobilienprojekt einsteigen, sondern sich selber eine Wohnung heraussuchen. Was ist deine Meinung dazu?

    Zumal wenn man noch nicht so viel Erfahrung hat und sich das erste Mal mit dem Erwerb einer Immobilie als Investment beschäftigt, ist es ratsam, sich an einen Fachmann zu wenden, der zum einen den Immobilienmarkt kennt und weiß, auf welche Punkte man bei einem Immobilienkauf achten sollte. Dies umfasst die Prüfung der Verkaufsunterlagen, worauf man bei einer Besichtigung achten soll, welche Nebenkosten beim Immobilienkauf anfallen, welche Unterlagen der Verkäufer zur Verfügung stellen muss und welche Dokumente für eine Vertragsabwicklung notwendig sind.

    Persönlich sehe ich das so, wie wenn ich mein Auto reparieren lassen muss, mir neue Laufschuhe kaufen will oder ein neues Badezimmer will: Hier gehe ich dann auch zum Mechaniker, ins Sportfachgeschäft oder ziehe einen Installateur zu Rate, um den bestmöglichen Service und maximale Unterstützung zu bekommen.

     

    6. Auf welche Risiken können unerfahrene Immobilieninvestoren stoßen, mit denen sie nicht gerechnet haben?

    Wenn man sich das erste Mal eine Immobilie kauft oder in Immobilien investieren will, sollte man sich zuerst den Anbieter genau anschauen. Hier macht es Sinn, sich wirklich intensiv mit dem Unternehmen zu beschäftigen und die Beständigkeit und Professionalität des Bauträgers zu durchleuchten.

    Bei einem Neubauprojekt ist es grundsätzlich üblich, dass die Wohnungen bereits vor Baustart verkauft werden, das heißt, dass man eine Wohnung auf Grundlage der vorliegenden Unterlagen, Pläne und Angaben das Anbieters erwirbt, was ohne grundlegende Erfahrungen teilweise schwierig sein kann und wo die Hinzunahme eines Beraters sinnhaft ist.

    Die Nebenkosten, welche beim Immobilienerwerb entstehen, sind ebenfalls zu berücksichtigen. Neben der Grundbucheintragungsgebühr, Grunderwerbsteuer und Vermittlungsprovision fallen noch Kosten für die Vertragsabwicklung und bei Finanzierung die Pfandrechteintragung an. Als Richtwert kann man für die Nebenkosten rund acht bis zehn Prozent auf den Kaufpreis draufrechnen.

    Bei der Vermietung und Betreuung der Wohnung gibt es ebenfalls einige Aspekte, die es zu beachten gilt: Wie hoch darf die Miete sein, welche Mietverträge gibt es, was passiert, wenn ich befristet vermiete, was wenn der Mieter nicht mehr zahlt, wofür ist die Kaution da, welche Pflichten und Rechte hat der Mieter, welche der Vermieter usw.

    Die meisten Bauträger bieten auch die laufende Betreuung der Wohnung an. Hier sollte man sich überlegen, ob man dann nicht gegen eine geringe monatliche Gebühr die Betreuung der Wohnung an eine professionelle Hausverwaltung abgeben will.

     

    7. Aktuell sind die Finanzierungskosten sehr niedrig, weil die Kreditzinsen auf einem historischen Tiefpunkt sind. Allerdings sind die Immobilienpreise hoch. Wie glaubst du werden sich diese beiden Faktoren in Zukunft verhalten?

    Die Zinsen für Finanzierungen sind bekanntlich seit zwei Jahren auf einem sehr niedrigen Niveau und machen eine Fremdfinanzierung für Investoren natürlich interessant. Wie oben erwähnt, haben sich die Immobilienpreise in letzter Zeit eingependelt bzw. gibt es im Luxussegment eine Stagnation der Preise.

    Im Anlagewohnungsbereich sehe ich eine gesunde wirtschaftliche Ausgeglichenheit, weil die Entwickler zum einen über die Qualität und Lage der Projekte, aber auch über die erzielbaren Renditen in der Vermietung die Immobilien für Investoren attraktiv halten. Hier können sich die Verkaufspreise somit nur in den Verhältnissen der marktgerechten Mieten bewegen, da ansonsten die Renditen, welche die Investoren verlangen, nicht erzielbar sind.

    Allgemein heißt es, dass es durch die Änderung bei der Führung der Europäischen Zentralbank in den nächsten Jahren auch wieder Bewegung bei der Zinspolitik in der Europäischen Union geben wird. Persönlich sehe ich den Österreichischen Immobilienmarkt aber als stabil an und durch die strengeren Kreditvergaberichtlinien der inländischen Banken werden etwaige Kreditausfälle, auch bei einer möglichen Zinserhöhung, gering ausfallen.

     

    8. Sollen Investoren deiner Meinung nach auf ein Sinken der Immobilienpreise warten?

    Wenn man die Möglichkeit hat, zum heutigen Zeitpunkt mit einem verhältnismäßig geringen finanziellen Risiko eine Anlagewohnung zu erwerben, würde ich zum direkten Kauf einer Immobilie raten. Abwarten und schauen, ob und wann es zu einem Preisnachlass bei Immobilien kommen wird, würde ich nicht machen. Die Nachfrage nach Wohnungen, auch im Mietbereich, in den Städten und im direkten Umland ist weiterhin ungebrochen und wird, so denke ich, auch in den nächsten fünf bis sieben Jahren nicht nachlassen.

     

    9. Viele unserer Klienten haben das Ziel, in ihrer Erwerbsphase zwei bis zehn Vorsorgewohnungen aufzubauen. Würdest du so einem Klienten eine Streuung über mehrere Städte empfehlen oder eher den Heimmarkt, sprich den Wienern eher zu Wien raten?

    Wenn man sich ein Immobilienpaket über einen bestimmten Zeitraum aufbauen will, macht es Sinn, sich auch über seinen Heimatmarkt hinaus zu bewegen und nach potentiellen guten Investitionsmöglichkeiten Ausschau zu halten. Wenn man sich über einen längeren Zeitraum mit Immobilien beschäftigt, wie es bei zwei bis zehn Immobilien sicherlich der Fall sein wird, bekommt man eine gewisse Affinität und sieht, wohin sich der Markt entwickelt.

    Ein aktives Immobilieninvestment besteht also auch aus Beobachtung der Regionen und Indizien, wie sich diese entwickeln. Aktuell sehe ich persönlich noch gutes Potential in allen Hauptstädten sowie im Umland von Wien, Graz, St. Pölten, aber auch im Westen Österreichs in und um Innsbruck oder Bregenz.

     

    10. Du hast durch deinen Beruf eine hohe Affinität zu Immobilien. Investierst du selber in Immobilien? Wenn ja, investierst du ausschließlich in Immobilien oder auch in andere Veranlagungsformen?

    Meine Berufswahl Immobilientreuhänder ist unter anderem aus dem vorherigen privaten Interesse an Immobilien und Immobilieninvestitionsmöglichkeiten entstanden. Ich investiere laufend in Immobilien, wobei mein Hauptaugenmerk auf dem Ankauf von sanierungsbedürftigen Wohnungen bzw. Wohnungspaketen liegt.

    Selbstverständlich schaue ich hier auf eine bestmögliche Ertragssituation bzw. Verwertung der Immobilie im Verkauf. Es macht mir aber auch sehr viel Freude, eine alte Wohnung wieder so herzurichten, dass wieder was Schönes daraus wird und die späteren Bewohner gerne drin wohnen.

    Ebenfalls habe ich mich in letzter Zeit mit dem Thema Crowd Investment beschäftigt und auch hier bereits bei einigen Projekten investiert.

    Weitere Investitionen, welche ich in meinen Veranlagungsportfolio habe, sind Gold, Aktien bzw. ETFs und eine klassische Lebensversicherung und Sparveranlagung. Hierdurch habe ich die meisten Veranlagungsklassen abgedeckt und eine gute Risikostreuung.

     

    11. Abschließend würde uns noch interessieren, nach welchem Lebensmotto du lebst?

    Hier habe ich zwei Lebensweisheiten, nach denen ich versuche zu leben:

    „Jeder große Traum beginnt mit einem Träumer. Erinnere dich immer daran, dass du in dir die Stärke, die Geduld und die Leidenschaft trägst, um nach den Sternen zu greifen und die Welt zu verändern.“

    „Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hat’s gemacht.“

     

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    Viele Menschen überschätzen...

    was sie heute erreichen können und unterschätzen was sie in 10 Jahren erreichen können.

    - Anthony Robbins 

     

    ALEXANDER OBERENZER

     

    Köstlergasse 10 / 4,
    1060 Wien

    www.finum.at

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    DAS WICHTIGE

     

    Wie du beim Veranlagen langfristig zu den Gewinnern zählst

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    Das Tagesgeschehen stellt uns als Anleger derzeit vor beträchtliche Herausforderungen. Besonders die politischen Entwicklungen verunsichern uns. Hier in Europa dominieren uns die Unsicherheiten des Brexit und die Frage, wie sich die EU weiterentwickelt. In Amerika sorgt Trump mit seinen unvorhersehbaren Aktionen und dem schwelgenden Handelskrieg zwischen den USA und China für Unruhe. Russland ist und bleibt eine Diktatur. Zusätzlich haben wir andere Machthaber, die jederzeit für Turbulenzen sorgen können, etwa in Form des atomaren Bedrohungsszenarios durch Kim Jong-un.

    Vor diesem Hintergrund möchte ich dir heute 5 Richtlinien mitgeben:

    1. Kurzfristig reagieren die Psychopathen, langfristig die Strategen

    Als Anleger muss dir die Relevanz deines Veranlagungshorizonts und dessen Wirkung bewusst sein. Je kürzer der Zeithorizont, desto stärker machst du dich als Anleger von politischen Ereignissen abhängig. Im Börsenjargon wird nicht umsonst von politischen Börsen gesprochen.

    Umgekehrt, je länger dein Veranlagungshorizont, desto besser reagieren ökonomische Prinzipien wie Unternehmensgewinne. Die zentrale Frage ist: Was ist kurzfristig und was ist langfristig? Hier sind sich Ökonomen nicht ganz einig. Ich halte aber die Annahme, ab 20 Jahren von einer langfristigen Anlage zu sprechen, für sehr plausibel. Dazu habe ich dir folgend ein sehr wichtiges Chart herausgesucht:

    grafik1

     

    Die dunkelblaue Linie stellt die Wertentwicklung des S&P 500 dar, dem Index, der die Aktien von 500 der größten börsennotierten US-amerikanischen Unternehmen umfasst. Die rote Linie zeigt die Unternehmensgewinne. Seit 1945 orientieren sich die Börsenkurse langfristig immer an den realen Unternehmensgewinnen.

    Conclusio: Wähle einen entsprechend langen Veranlagungshorizont und die politischen Ereignisse können dir KOMPLETT egal sein. Cool, damit lässt es sich viel besser und ruhiger schlafen.

     

    2. Achtung: linearer oder logarithmischer Chart

    Immer wieder zeigen mir Klienten sehr eindrucksvolle Grafiken, etwa die folgende:

    S&P 500 in linearer Darstellung:

    grafik2

     

    Zum Vergleich: S&P 500 in logarithmischer Darstellung:

    grafik3

     

    Genau der gleiche Index über den gleichen Zeitraum von 1900 bis 2018. Der extreme Unterschied liegt an der y-Achse: Die lineare Darstellung weist bei der vertikalen Kursskala gleiche Abstände zwischen den Einteilungen auf und die Einteilung erfolgt in Punkten. Der Abstand zwischen den Werten zehn und zwanzig ist genauso groß wie zwischen 90 und 100.

    Der entscheidende Nachteil: Wir übersehen, dass die erste Kursbewegung eine Steigung von hundert Prozent ist, während die zweite nur eine Veränderung von elf Prozent bedeutet. Das führt schnell zu Fehleinschätzungen. Eine gute, detailliertere Erklärung findest du hier.

     

    Aus der linearen Darstellung mit einem Plus von 15.000 Prozent liegt folgender Schluss nahe: „Ist das jetzt nicht zu hoch bewertet? Sollte ich nicht lieber warten, denn das erscheint an den Börsen aktuell massiv überteuert zu sein!“, während der Betrachter der logarithmischen Darstellung nicht zu diesem Schluss kommt, weil er die Entwicklung als völlig normal erkennt. Wer in Aktien mit einem langen Horizont investieren will, kann eigentlich immer investieren!

    Tipp: Wer das Risiko eines falschen Zeitpunkts vermeiden will, sprich am Höchststand und damit sehr teuer zu kaufen, weil er kurzfristiger plant, der sollte unbedingt monatlich investieren. Dann kommt der Cost-Average-Faktor zum Tragen.

    Wenn ich monatlich immer die gleiche Summe am Aktienmarkt einkaufe, dann kaufe ich automatisch zu einem Durchschnittspreis und reduziere damit das Risiko, am höchsten Punkt zu kaufen. Ich mache seit über zwölf Jahren mit diesem Weg persönlich als auch bei Klienten sehr positive Erfahrungen.

     

    3. Einfach nur den MSCI World kaufen?

    Der MSCI World ist ein Aktienindex, der aus über 1.600 Unternehmen aus 23 Industrieländern besteht. Entscheidend ist dabei, die Gewichtung der Länder zu verstehen. Die Gewichtung entsteht anhand der Marktkapitalisierung. Aufgrund der Dominanz der US-Börsen befindet sich aktuell der US-Anteil bei über 60 Prozent. Siehe dazu auch die Grafik:

    msci-world

    Quelle: msci.com, Stand Dezember 2018

     

    Das schaut schon grafisch unausgewogen aus, aber entspricht es auch wirklich der Realität? Du kannst dich erinnern, Börsenkurse folgen langfristig immer den Unternehmensgewinnen. Machen die amerikanischen Unternehmen weltweit 60% aller Gewinne? Eine mögliche Antwort darauf kann das Bruttoinlandsprodukt der einzelnen Länder liefern.

    Ich habe dir die zehn größten Bruttoinlandsprodukte herausgesucht. Die Summe aller Bruttoinlandsprodukte weltweit ergab laut dem Internationalen Währungsfonds (IWF) 2017 rund 80.000 Milliarden US-Dollars. Zwar ist Amerika hier führend mit 19.400 Milliarden, aber weit weg von den über 60% aller Gewinne. Conclusio: Hände weg vom MSCI World!

    bruttoinlandsprodukt

    Quelle: wikipedia

     

    4. Doch besser, in Gold und andere Rohstoffe zu investieren?

    Hier war es für mich sehr überraschend, als ich folgende Chart zu sehen bekam:

    rohstoffpreise

     

    Du siehst hier, dass Rohstoffe langfristig keine Erträge bringen. Einzig sinnvoll ist Gold als taktisch einzusetzende Absicherung. Es stimmt nämlich, dass Gold immer in Börsenkrisen steigt, dann aber wieder abfällt.

    Wenn man also der landläufigen Meinung folgt und immer einen gewissen Teil seines Vermögens in Gold hält, dann wird man bestraft und macht Verluste. Es gibt ein, zwei sehr gute Vermögensverwalter, die Gold sehr gut dazu mischen. Diese setzen wir für unsere Klienten ein.

    Fazit: keine Rohstoffe langfristig halten.

     

    5. Hidden Champion – Small Caps

    Wer langfristig zu den Gewinnern an den Börsen gehören will, der muss folgendes berücksichtigen:

    • Aktien weltweit gestreut zu halten, ist sehr sinnvoll – aber Achtung: nicht nur ETFs kaufen, wie beim MSCI World gezeigt, besonders Asien stärker gewichten
    • Immobilien als defensive Strategie sind gut
    • Small Caps gehören unbedingt dazu – siehe letzte Grafik
    • Monatliches Investieren über Cost Average einsetzen
    • Ein Tipp noch zu ETFs: Je weniger transparent der Markt ist, desto weniger darfst du ETFs einsetzen. Je transparenter, desto eher. Der US-Markt ist der transparenteste Markt, also ETF-tauglich, Asien und Small Caps aber nicht!

    letzte-grafik

     

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    - Anthony Robbins 

     

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