Die 5 größten Anlagefehler – aktuell!

Die 5 größten Anlagefehler – aktuell!

Die 5 größten Anlagefehler - aktuell!

Es ist wieder einmal Zeit für einen Blick auf die aktuelle Marktlage. Besuche bedeutender Investmentsymposien haben meinen Blick für die derzeit größten Anlagefehler nochmals geschärft. Ich will diese hier in 5 Punkten für dich zusammenfassen!

1. Anleihen zu halten!

Wir sind seit circa Mitte 2014 in Europa in der Nullzins-Politik gefangen. Das hat im ersten Schritt direkt alle Sparbuchsparer getroffen. Der Realzins, das ist der Zins nach Abzug der Inflation, ist negativ geworden. Wer in dieser Sparform zu viel Geld liegen hat, der vernichtet sein Erspartes. Klare Empfehlung: Hier nur noch die Notreserve anlegen (man spricht hier in der Regel bei Angestellten von 2–3 Monatsnettogehältern und bei Selbstständigen von 3–6 Monatsnettoeinnahmen)!

Etwas zeitverzögert hat es auch die Anleihen erwischt. Nach Abzug von Kosten und Inflation sind mit wenigen Ausnahmen alle namhaften internationalen Staatsanleihen im Minus (siehe dazu auch die erste Grafik). Als kluger Investor bedeutet das für dich: Anleihen raus aus deinem Depot! Tipp: Auch genau bei Mischfonds hinsehen und vor allem bei Pensionsvorsorgen. Im Fall einer fondsgebundenen Variante kannst du leicht das Investment ändern.

realzinsen

2. Weniger als 60 % Aktien zu halten!

Die konsequente Antwort auf „Anleihen raus!“ ist die Erhöhung der Aktienquote. Viele Experten und auch unsere internen FiNUM-Berechnungen kommen zu dem Schluss, dass ein Anleger aktuell mindestens 60% Aktienquote benötigt, um nach Abzug von Kosten, Steuer und Inflation positiv sein zu können. Wer also nachhaltigen Ertrag erwirtschaften will, muss bereit sein, 60–100 % Aktienquote einzusetzen. Wer darunter liegt, wird keinen realen Ertrag erwirtschaften und somit wieder sein Geld verlieren, so wie im Fall von Anleihen-Investments.

ertragserwartung

Wie in der zweiten Grafik gut erkennbar, liegen die Ertragserwartungen bei Aktien zwischen 5 und 11,6 % – also deutlich über den negativen Erwartungen bei Anleihen.

 

3. Auf Asien zu verzichten!

Ein Blick auf Grafik Nr. 2 macht zudem deutlich zwei Gruppen unterscheidbar. Einmal den niedrigeren Ertragswert bei entwickelten Regionen (DM, steht für Developed Markets), andererseits höhere Ertragswerte bei den Schwellenländern, sprich den Emerging Markets. Fachkreise vertreten klar, dass aktuell mindestens 20–30 % in Asien investiert sein sollen.

Unser interner Fachökonom führt dazu im Wesentlichen zwei Gründe an: Erstens wird das künftige Wirtschaftszentrum in Asien liegen. Wobei im MSCI World Asien mit nicht einmal 5 % repräsentiert ist – also auch Hände weg von reinen MSCI World Investments! Zweitens sind durch den momentanen Handelskrieg die Kurse sehr günstig. China hat zum Beispiel seit seinem Jännerhoch 30 % eingebüßt.

4. Den Zeithorizont kürzer als zehn Jahre zu halten!

Jetzt kannst du natürlich sagen: Aktien und Ertragswerte, alles schön und gut, aber Aktien sind auch deutlich riskanter, da viel volatiler. Stimmt, das gilt es auf jeden Fall zu berücksichtigen. Sehr deutlich macht dazu Grafik Nr. 3: Schwankungen bei Aktien von 10­–20 % sind normal. Es gibt jedoch zwei wirksame Ansätze, um damit zurecht zu kommen. Einerseits muss der Zeithorizont für deine Veranlagung verlängert werden, zumindest auf 8–10 Jahre.

Andererseits ist das monatliche Investieren sehr empfehlenswert. Warum? Ich vermeide zum falschen Zeitpunkt einzusteigen! Würde ich einmalig am Höchstpunkt 100.000 Euro investieren und dann korrigieren die Märkte um 20 %, dann habe ich einen aktuellen Verlust von 20.000 Euro. Wenn ich hingegen monatlich einkaufe, dann habe ich vielleicht ein paar teure Einkäufe getätigt, die aber durch die sehr günstigen Einkäufe nach dem Einbruch ausgeglichen werden.

ertrags-risikoerwartungen

5. KESt auszublenden!

Seit 1.1.2016 ist die Kapitalertragssteuer in Österreich auf 27,5% angehoben worden. Jeder Ertrag bei Wertpapieren muss mit der KESt versteuert werden. Das sind im Wesentlichen bei Aktienveranlagungen: Dividendenausschüttungen, Substanzgewinne (unterjährige Verkäufe von Fonds und deren Kursgewinne müssen auch versteuert werden) sowie Veräußerungsgewinne am Ende. Siehe hier die vierte Grafik aus einem internen Rechentool von FiNUM.

Annahme: Jemand spart monatlich 200 Euro über 25 Jahre und lässt es dann noch fünf Jahre liegen:

Kest

Nach 25 Jahren kommen am Depot mit voller KESt-Last 85.200 Euro heraus. In Österreich sind fonds- bzw. indexgebundene Lebensversicherungen KESt-befreit, dafür bezahlt man zu Beginn eine Versicherungssteuer von 4%. Bei der fondsgebundenen Variante kommen 91.300 Euro heraus – also rund 6.000 Euro weniger Steuern, da beide Varianten mit einer Wertentwicklung von 4,5% berechnet sind.

Wie negativ sich die KESt aber wirklich auswirkt, siehst du nochmal fünf Jahre später. Dann ist der steuerliche Vorteil der Fondsgebundenen schon bei 13.400 Euro. Faustregel: Veranlagungen größer gleich 15 Jahre gehören eher in die fondsgebundene Variante!

 

Zugabe:

Im Rahmen der dritten Pensionssäule, der betrieblichen Vorsorge, gibt es ebenfalls extrem gute Möglichkeiten, die es zu nützen gilt. Siehe dazu meinen letzten Beitrag.

P.S: Vielen Dank an die Security KAG und FiNUM für die Zurverfügungstellung des Datenmaterials!

 

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Wer kann von der „betrieblichen Altersvorsorge“ profitieren?

Wer kann von der "betrieblichen Altersvorsorge" profitieren?

Dieser Frage durfte Sandra Drexel im Interview mit Herrn Dr. Wolfgang Ellmaier auf den Grund gehen. Er ist Unternehmensberater sowie Autor zahlreicher Fachpublikationen und gilt als ausgezeichneter Experte im Bereich der „Betrieblichen Altersvorsorge“. Er stand uns für ein Interview am 8. August 2018 zur Verfügung.

 

ellmaierMitte Juli durfte ich einen Vortrag von Ihnen erleben, in dem Sie sagten, dass jeder Österreicher von der „Betrieblichen Altersvorsorge“ profitieren kann und sollte. Was meinten Sie damit genau?

Grundsätzlich gilt in Österreich das „Drei-Säulen-Modell“. Dieses umfasst einerseits die staatliche Pension als erste Säule, die betriebliche Altersvorsorge als zweite Säule und abschließend die Privatvorsorge als dritte Säule. Meines Erachtens sind alle drei Säulen, hierbei insbesondere die guten Möglichkeiten der betrieblichen Altersvorsorge, ausnahmslos von jedem zu nutzen. Im Rahmen meiner Beratungstätigkeit sowie Vermögensplanung wird immer wieder erkennbar, dass sich unsere Kunden im Laufe der Jahre einen gewissen Lebensstandard aufgebaut haben, den sie auch im Pensionsalter aufrechterhalten wollen. Unsere Zielgruppe ist stark mit dem Faktum der drohenden „Pensionslücke“ konfrontiert, die sich bekanntlich aus der niedrigen Geburtenrate sowie den äußerst langen Ausbildungszeiten ableiten lässt. Es muss daher unser Ziel sein, eine nachhaltige Lösung zu finden.

 

Das Thema „Betriebliche Altersvorsorge“ wird mit vielen Begrifflichkeiten, unter anderem mit „Pensionskasse“ oder „Pensionszusage“ verbunden. Können Sie uns einen kurzen Überblick verschaffen?

Die „Betriebliche Altersvorsorge“ unterteilt sich in folgende Vorsorgeoptionen:

  1. Zukunftssicherung (300-Euro-Modell):

Im Rahmen der Zukunftssicherung schließt ein Arbeitgeber für alle oder eine Gruppe von Mitarbeitern ein steuerbegünstigtes Vorsorgemodell ab. Dieses kann als freiwillige Sozialleistung oder auf Basis einer Gehaltsumwandlung erfolgen. Die Zukunftssicherung wird mit einem Betrag in Höhe von € 300,- begrenzt und jährlich brutto für netto auf ein Versicherungs- oder Vorsorgekonto (Bsp.: Lebensversicherungskonto) veranlagt. Diese Beitragszahlung gilt für den Arbeitgeber als Betriebsaufwand. Folglich entstehen weder Lohnnebenkosten für den Arbeitgeber noch Lohnsteuer und Sozialabgaben für die Mitarbeiter.

  1. Vorsorge für alte Abfertigungen:

Abfertigungsansprüche für Dienstverhältnisse vor dem 01.01.2003 unterliegen der „Abfertigung Alt“. Diese Verpflichtungen bleiben am Unternehmen bestehen und könnten für Liquiditätsprobleme sorgen. Mit Zahlung der Beiträge in eine Vorsorgekasse wären alle Abfertigungsverpflichtungen eines Unternehmens erfüllt.

  1. Pensionskassa/Betriebliche Kollektivversicherung:

Bei dieser Pensionslösung kann über den Betrag von € 300,- hinaus pro Jahr und Mitarbeiter (maximal bis zu 10 % der Bruttolohn- und Gehaltssumme) steuerbegünstigt brutto für netto investiert werden. Die „Pensionskasse“ bietet eine chancenorientierte Veranlagung am Kapitalmarkt. Die „Betriebliche Kollektivversicherung“ hingegen gewährt eine Garantieverzinsung des veranlagten Kapitals sowie eine garantierte Rente.

  1. Pensionszusage:

Diese Vorsorgeoption eignet sich für ausgewählte Personen im Unternehmen und wird daher meist Führungskräften, leitenden Angestellten und sogenannten „High Potentials“ angeboten. Hierfür wird die Rechtsform einer Kapitalgesellschaft (GmbH, AG) benötigt, da eine Rückstellungsfähigkeit gewährleistet sein muss. Diese gilt wiederum als Betriebsausgabe.

 

Worin sehen Sie die Vorteile der „Betrieblichen Altersvorsorge“?

Sie dient vor allem der Zukunftssicherung, aber auch der Mitarbeitermotivation zu höheren Leistungen sowie der Bindung wertvoller, hochqualifizierter Mitarbeiter ans Unternehmen. Weiters ermöglicht das steuerbegünstigte Brutto-für-Netto-Ansparen im Vergleich zur Privatvorsorge einen deutlich höheren Veranlagungsbetrag. Es wird daher ein strukturiertes, regelmäßiges und sukzessives Ansparen aus dem Unternehmen heraus ermöglicht, das dessen Liquidität nicht tangiert.

 

Worin sehen Sie etwaige Fallstricke der „Betrieblichen Altersvorsorge“?

Sollten das Konzept nicht individuell genug gestaltet und das beteiligte Unternehmen sowie dessen Mitarbeiter nicht genügend in den Prozess eingebunden werden, sodass beispielsweise die umgesetzte Lösung nicht mit der Liquiditätssituation im Unternehmen übereinstimmt oder die Pensionslücke einer konkreten Person nicht ausreichend mit einer betrieblichen Lösung gedeckt wurde, so kann dies durchaus Fallstricke bilden. Daher ist es unerlässlich, einen fachkompetenten Berater hinzuzuziehen, der die vermeintlich komplexe Thematik simplifiziert.

 

Sie gelten in Österreich als ausgewiesener Experte im Bereich der „Betrieblichen Altersvorsorge“. Dennoch treten Steuerberater dieser eher skeptisch gegenüber. Woran könnte dies Ihrer Meinung nach liegen?

Die „Betriebliche Altersvorsorge“ gilt als Schnittstelle zwischen Betriebswirtschaft, Steuerwesen sowie Finanz- und Versicherungswirtschaft. Es kann durchaus sein, dass sich Steuerberater vor der vermeintlichen Komplexität sowie einem etwaigen Mehraufwand in der Bilanzierung scheuen. Daher ist es wiederum essentiell, einen geeigneten Berater zur Seite zu haben.

 

Wie viel Geld schenkt ein Österreicher ungefähr her, wenn er als Angestellter keine „Betriebliche Altersvorsorge“ hat?

Im Vergleich zur Privatvorsorge sind es in etwa € 2.000,- pro Jahr.

 

Wie schätzen Sie die Rechtssicherheit der „Betrieblichen Altersvorsorge“ in Österreich ein? Was wäre, wenn die steuerlichen Vorteile aufgrund einer Gesetzesänderung entfielen?

Die Rechtssicherheit schätze ich in diesem Bereich sehr hoch ein. Aus dem Gesetzestext geht sehr klar hervor, dass es der Wille des Gesetzgebers ist, in diesem Bereich zu handeln.

 

Sie führen selbst auch ein Unternehmen. Welche „Betriebliche Altersvorsorge“ haben Sie gewählt und warum?

Mein Unternehmen ist in der Rechtsform einer GmbH gegründet. Als beteiligter Gesellschafter und Geschäftsführer habe ich für mich selbst das Konzept der Pensionszusage mit direkter Leistungszusage umgesetzt. Zusätzlich konnte ich im Rahmen der Pensionszusage auch meine beiden Kinder in Form einer Waisenpension absichern.

 

Wie sorgen Sie sonst noch vor?

Abgesehen von der Pensionszusage nutze ich sehr wohl auch die Möglichkeiten am Kapitalmarkt und veranlage in fondsgebundenen Lebensversicherungen. Hierbei achte ich darauf, dass ich sehr flexibel bin und eine breitgefächerte Fondspalette, wie beispielsweise Indexfonds, zur Verfügung habe.

 

Unsere Blogleser interessieren sich sehr für Themen wie „finanzielle Freiheit & Wohlstand aufbauen“. Wie wird man Ihrer Meinung nach reich?

Im ersten Schritt ist es wichtig zu definieren, was Reichtum für jeden individuell bedeutet, gefolgt von einer diesbezüglichen Zielsetzung und Vermögensplanung. Es ist außerdem wesentlich, keine Angst vor Entwicklungen zu haben, sodass Möglichkeiten nicht ungenützt verstreichen. Und zu guter Letzt gilt es, den Beruf zu finden, der einen begeistert und einem Spaß macht.

 

Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Mein Erfolgsgeheimnis liegt in einer täglichen, ca. 15-minütigen Visualisierungsübung. Hierbei richte ich meine Gedanken auf eine eigens erstellte Mindmap, bestehend aus meinen persönlich wichtigsten Lebensbereichen, die ich Schritt für Schritt visualisiere und mit Notizen vermerke.

 

Abschließend noch die Frage, welchem Lebensmotto Sie folgen?

Mein Lebensmotto verdeutlicht sich in einem Lied, das ich zur Taufe meines mittlerweile einjährigen Sohnes eigens komponiert habe: „Höre nicht auf zu suchen nach der Quelle deines Meers, darauf zu segeln, die Anker heben, es verstehen tief in dir. Du bist der Herrscher über dein Leben. Jubelchöre. Hab keine Angst, hab Spaß am Leben, schließ die Augen, es ist geschafft.“

 

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Wer verwaltet schon mehr als 1 Milliarde Euro?

Wer verwaltet schon mehr als 1 Milliarde Euro?

Wer verwaltet schon mehr als 1 Milliarde Euro?

Wer mehr als 16 Milliarden Euro verwaltet, sollte uns etwas zu sagen haben.

In meinem täglichen Beraterleben habe ich es immer wieder mit sehr interessanten Persönlichkeiten aus der Finanz- und Veranlagungswelt zu tun. Im Mai 2018 hat es sich ergeben, dass ich ein Interview mit Michael Heidinger von Aberdeen Standard Investments führen durfte. Herr Heidinger verwaltet mit seinem Team gemeinsam rund 17 Milliarden Euro. Ich möchte dir in diesem Blogbeitrag einen kleinen Auszug davon zur Verfügung stellen.

Frage 1: Herr Heidinger, vielen Dank, dass Sie sich für unser Interview zur Verfügung stellen. Gleich meine erste Frage: Für wie wahrscheinlich halten Sie einen Crash in den nächsten Jahren?

„Aktuell ist der Ballon schon sehr voll. Die Börsen sind mehr oder weniger seit zehn Jahren im Steigen begriffen. Wir beobachten aktuell, dass die Zentralbanken wieder sehr aktiv sind und gehen davon aus, dass die lockere Zentralbankenpolitik noch drei bis fünf Jahre andauern wird. Das spricht eher für kein Crashszenario. Hingegen gefällt uns aktuell die hohe Verschuldung in den USA nicht.“

Frage 2: Was glauben Sie werden in den nächsten zehn Jahren die wesentlichen Trends bzw. Treiber an den Kapitalmärkten sein?

„Hier sehe ich primär drei wesentliche Treiber: Erstens ist der Aufstieg der Schwellenländer, allen voran Chinas, unumgänglich. Es werden sich die wirtschaftlichen Machtverhältnisse ändern. Deswegen muss in die Regionen investiert sein. Sinnvoll sind wahrscheinlich 20 bis 30 Prozent.

Zweitens Digitalisierung, Robotik und Technik. Es werden auch in näherer Zukunft Unternehmen wie Apple und Co. sehr gut performen. Vor allem mit der Künstlichen-Intelligenz-Welle, die noch kommen wird. Hier sollten in der Veranlagung auch solche Positionen entsprechend aufgebaut werden.

Drittens sehen wir leider die Entwicklung des Populismus und das Aufkommen von Extremflügelparteien kritisch. Besonders in Europa und Amerika sehen wir Herausforderungen auf uns zukommen.“

Frage 3: In was investieren Sie persönlich?

„Für meine Veranlagungen denke und handle ich sehr langfristig, gerne 30 Jahre plus. Hier vertraue ich unserer eigenen Veranlagungsserie MyFolio Chance Plus, die sehr offensiv ausgerichtet ist. Zusätzlich gefallen mir drei Märkte sehr gut: China, Indien und Irland.“

Frage 4: Herr Heidinger, viele erfolgreiche Autoren wie Robert Kiyosaki und Anthony Robbins empfehlen, den richtigen Finanzberater zu finden. Woran erkennt man Ihrer Meinung nach den richtigen Berater?

„Auch hier empfehle ich, auf drei Bereiche zu achten: erstens Verkäufer vs. Berater. Ein Verkäufer ist in der Regel eine Person, die ausschließlich ein Produkt, eine Gesellschaft verkauft. Ein Berater ist jemand, der mehrere Lösungen hat bzw. einsetzen kann. Verschiedene Produkte bzw. Investmentmöglichkeiten.

Zweitens, ob sich der Berater für mich Zeit nimmt, um meine Situation zu verstehen, meine Bedürfnisse zu klären und eine gemeinsame Linie mit mir entwirft.

Und drittens: Kann der Berater ein Gesamtkonzept entwickeln oder verharrt er nur bei Einzellösungen? Wenn Sie diese Punkte positiv beantworten können, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Sie einen guten Berater vor sich haben.“

Frage 5: Viele Menschen kommen aus einem Elternhaus mit einer negativen Prägung bzw. Einstellung zu Geld. Bei uns in der Familie war zum Beispiel oft zu hören: „Das können wir uns nicht leisten“ oder „Geld regiert die Welt“. Was können Sie diesen Menschen mitgeben?

„Wenn Sie von Ihrer Familie eine schlechte Einstellung zu Geld mitbekommen haben und Ihnen diese bewusst ist, dann brauchen Sie Vehikel, die Sie von dem Angst-Gier-Modus der Kapitalmärkte entkoppeln. Ein sehr guter Ansatz dafür ist meiner Meinung nach die Dividendenstrategie. Der Fokus liegt dann nicht mehr auf dem Kurs, sondern auf den Dividendenströmen, die weniger von der Börsenstimmung geleitet sind.“

Frage 6: Was sind Ihrer Meinung nach die wesentlichen Gründe, warum ein Privatinvestor die Verwaltung seines Vermögens in professionelle Hände legen sollte?

„Ein wesentlicher Grund liegt sicherlich in der Diversifikation. Um ein Wertpapierdepot weltweit gut und sinnvoll aufzubauen, ist schon ein gewisses Know-how notwendig. Es gibt die einen Kunden, die sich ungern mit der Thematik auseinandersetzen. Zum anderen auch die Personengruppe, die beruflich oder auch familiär sehr stark engagiert ist – Menschen, die einfach wenig Zeit für die Verwaltung ihres Geldes aufbringen können oder wollen.“

Frage 7: Herr Heidinger, welchen Veranlagungsformen vertrauen Sie am meisten?

„Sicherlich ganz vorne ist der Bereich Aktien global. Anleihen zur Stabilisation und dann noch der Bereich Infrastruktur wie Solar und Wind, hier aber in Beteiligungsform. Last but not least der Markt UK.“

Frage 8: Finanzielle Freiheit ist so definiert, dass die Lebenskosten durch die Kapitalerträge gedeckt sind. Welche drei Tipps können Sie Menschen mitgeben, die finanzielle Freiheit anstreben?

„Der erste und meiner Meinung nach wichtigste Tipp ist: Monitore deine Ausgabenseite. Stelle dir bei jeder Ausgabe die Frage – ist das Luxus oder wirklich notwendig? Mein zweiter Tipp ist, suche dir den richtigen Partner. Mein Haus baue ich auch nicht selber, sondern lasse es mir bauen. Mein letzter Tipp ist – Ruhe bewahren, dran bleiben und seinem ursprünglichen Plan langfristig treu bleiben.“

Frage 9: Herr Heidinger, Sie verwalten mit Ihrem Team rund 17 Milliarden Euro, welche Investitionsregeln können Sie uns empfehlen?

„Als erstes entwickeln Sie Ihre finanziellen Ziele und ein Zielbewusstsein. Andernfalls können Sie langfristig nicht am Markt bestehen! Nur so können Sie weitermachen und einfach dranbleiben, auch wenn die Märkte scheinbar verrückt spielen. Nur so können Sie einen kühlen Kopf bewahren.

Zweite Regel: Lassen Sie sich Zeit. Das bedeutet nicht, dass Sie erst in zwei bis drei Jahren zu investieren beginnen sollen. Es bedeutet, dass ein gewisses Vermögen aufzubauen einfach seine Zeit braucht. Mal haben Sie ein durchschnittliches Jahr, mal ein sehr schlechtes, mal ein sehr gutes. Das gehört dazu und darf Sie nicht aus der Ruhe bringen. Ich erlebe immer wieder Menschen, die sich zu sehr unter zeitlichen Druck setzen. Gefühlt müssen sie schon morgen Millionär sein. Das ist zum Scheitern verurteilt!

Dritte Regel, die wir vor allem bei Aberdeen Standard Investments leben, ist Transparenz. Die Frage, die jedes Teammitglied verstehen muss: Wie wird was warum gemacht?“

Frage 10: Wir erleben aktuell speziell in den Fachmedien eine große Diskussion rund um aktiv bzw. passiv gemanagte Veranlagungen. Wie ist Ihre Haltung dazu?

„Für richtig halte ich es, dass in sehr transparenten Märkten wie den USA passive Investments, sogenannte ETFs, kostengünstig eingesetzt werden. Aber – und das wird in der aktuellen Diskussion komplett ausgeblendet – ob ich aktiv oder passiv investiere, bringt nur 10 Prozent der Performance. 90 Prozent kommen von der richtigen Asset-Allocation – sprich, von der richtigen Zusammensetzung aus Märkten, Regionen, Branchen, Anlagegruppen etc. Also wird dieser Diskussion viel zu viel Aufmerksamkeit geschenkt.“

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Die 5 größten Sparfehler

Die 5 größten Sparfehler

Die 5 größten Sparfehler

Wenn es dir wirklich ein großen Anliegen ist, irgendwann finanziell frei zu sein, dann beachte diese 5 häufigsten Sparfehler. In diesem Artikel erfährst du von mir, wie du einfach dagegen vorgehen kannst.

Ich spare eh viel

Immer wieder kommen nach dem Cashflow-Spiel Personen zu mir und sagen, dass sie eh viel sparen. Sie legen doch immerhin monatlich 300 Euro auf die Seite, auf ein Sparkonto. Dann frage ich gerne nach, wofür sie das tun. Fast immer ist die Antwort dieselbe: „Für den nächsten Urlaub, nächstes Sofa oder Auto.“ Achtung, das ist die gefährlichste Form des Ansparens, es ist nämlich Konsumsparen. Diese Menschen sparen zwar jeden Monat, nur am Ende des Jahres ist alles wieder weg. Deswegen führt dieses Sparen nie zu Vermögensaufbau, obwohl diese Menschen immer das subjektive Gefühl haben, eh viel zu sparen.

 

Zinses-Zins, ja eh klar

Was lange würdest du schätzen, hält der durchschnittliche Privatinvestor seine Wertpapiere? 3 Jahre, 5 Jahre, 7 Jahre, 10 Jahre oder 18 Jahre? Bevor ich dir die Antwort gebe, möchte ich dir noch eine zweite Frage stellen: Wie lange wäre es sinnvoll Wertpapiere aufgrund des Zines-Zins zu halten? Die Realität zeigt eine Haltedauer von 7 Jahren. Wie schätzt du das ein?

Mindestens 20 Jahre, am besten noch viel länger, lautet die richtige Antwort. Bei meiner Befragung von Millionären habe ich dieselbe Frage gestellt, für welchen Zeithorizont sie also Veranlagungsentscheidungen treffen würden. Hier das Zitat eines Teilnehmers: „Ich denke an meine Enkel.“ Wohl bemerkt hatte dieser Teilnehmer zwar Kinder, aber noch keine Enkelkinder. Wohlhabende lassen ihre Veranlagungen nicht ohne Grund viel länger arbeitet – sie haben den Zinses-Zins verstanden und lassen ihn Jahrzehnte wirken und sich entfalten. Learning – verändere deinen gedanklichen Veranlagungshorizont um Jahrzehnte!

 

Kenne deinen Feind

Was ist der größte Gegenspieler des Zinses-Zins-Effekts? – ja, richtig, die Inflation. Viele können das beantworten, aber wenige tun wirklich etwas dagegen. Laut Statistiken liegen rund 50% der Vermögen auf Sparkonten, Bausparern und Co. herum. Ok, das Sparbuch ist die einfachste Variante, denn ich entscheide im Endeffekt nichts und kann jederzeit auf mein Geld zugreifen. Aber dieses „Zugreifen können“ kostet echt viel Geld. Aktuell liegen die Inflation bei rund 2 Prozent und die Sparzinsen bei 0,3 Prozent. Nach 10 Jahren bei 10.000 Euro ein Verlust von über 2.000 Euro oder 20 Prozent!! Der erste Feind ist also die Inflation, welches ist der zweite, fast unsichtbare Feind? Unsere Unentschlossenheit.

Wäre es aktuell nicht viel gescheiter eine echte Entscheidung zu treffen und beispielsweise in eine Vorsorgewohnung zu investieren? Der Mieter bezahlt vereinfacht gesprochen den größten Teil meiner erworbenen Wohnung zurück. Wenn ich mir einen sinnvollen Fixzins absichere, dann profitiere ich doppelt. Meine Rate bleibt trotz Inflation gleich, somit zahle ich immer weniger zurück und gleichzeitig ist meine Mieteinnahme mietindexiert und gegen Inflation geschützt. Mein Tipp: Treffe entschlossen Entscheidungen und denke langfristig!

 

Zu spät beginnen

Bei der schon erwähnten Millionärsbefragung habe ich auf festgestellt, dass die meisten schon in sehr jungen Jahren zu investieren begonnen haben. Einige waren sogar noch minderjährig. In den Interviews war immer wieder ein ähnliches Muster zu erkennen: Weil sie früh am Kapitalmarkt erste Erfahrungen gesammelt haben, konnten sie (a) den Zinses-Zins vergrößern und (b) einen sehr wertvollen Erfahrungsschatz aufbauen. Was ist dein längstmöglicher Zinses-Zins-Hebel? Lebensendalter minus aktuelles Alter. Wir haben aktuell eine Lebenserwartung von rund 90 Jahren. Beginne ich mit 20, dann liegt mein möglicher Zinses-Zins-Hebel 70 Jahren, beginne ich mit 30, dann sind es nur noch 60 Jahre. Weil es immer wieder an den Märkten Auf und Abs gibt, kann ich mit einem größeren Erfahrungsschatz neue Situationen besser analysieren und eher Chancen daraus erkennen.

Ein befragter Millionär hat nicht umsonst gesagt: „Fast ausschließlich haben mich die Krisen in meinem Leben weitergebracht.“ Bist du so wie ich ein Kind der Siebziger Jahre, dann hast du die Dotcom-Blase rund um 2000 und die Finanzkrise rund um 2008 auch als Investor erleben können. Dieses Erfahrungswissen ist sehr wertvoll. Deswegen gibt es nur eine Antwort: so bald wie möglich mit dem Investieren am Kapitalmarkt beginnen und in weiterer Folge auch im Immobilienmarkt einsteigen.

 

Führe Buch

Viele Menschen meinen viel zu sparen. Sie haben wirklich das Gefühl, wenig auszugeben, sich auch wenig zu gönnen. Schaut man sich dann die Vermögenssituation an, stellt sich oft schnell ein anderes Bild ein. Weil folgende Formel nicht lügt:

Lebensalter x aktuellem Jahresnettoeinkommen / 10 = finanzielle Potenz

Ein Beispiel dazu: ein 35-jähriger Angestellter mit einem Jahresnetto von 45.000 Euro.

35 x 45.000 / 10 = 157.500 Euro. Hätte er diese 157.500 Euro tatsächlich aufgebaut, dann könnte man ihn als guten Sparer/Investor bezeichnen. Denn er kann sehr gut Vermögen aufbauen und gilt somit als vermögensreich. Liegt er darunter, dann baut er weniger gut Vermögen auf und gilt eher als einkommensreich.

Da wir bei Ausgaben oft ein falsches Bild von uns selbst haben, musst du darüber Buch führen, wenn du es wirklich erst meinst mit deiner finanziellen Freiheit!

 

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Die nächste Krise kommt bestimmt. Was hilft: gute Vorbereitung

Die nächste Krise kommt bestimmt. Was hilft: gute Vorbereitung

Die nächste Krise kommt bestimmt. Was hilft? Gute Vorbereitung

Wer erinnert sich nicht an die Finanzkrise 2008?

An die Angst, die Anspannung und Ungewissheit?

Am 15. September 2008 geht mit Lehman Brothers eine der größten US-Investmentbanken in die Brüche. Die Bilder von Büroangestellten, die in Pappkartons ihre persönlichen Sachen aus dem Büro tragen, gehen um die Welt. Nicht Tausende, sondern Hunderttausende gleicher Fälle folgen. Die Auswirkungen treffen auch Österreich mit voller Wucht. Die Verluste werden so groß, dass am 10.10.2008 das erste Mal in der Geschichte der Wiener Börse der Handel ausgesetzt wird.

 

Die Headlines der Zeitungen signalisieren nichts als Unheil: Weltweit brechen die Aktienkurse massiv ein; Keiner traut sich mehr zu handeln; Die Weltwirtschaft kommt ins Stocken; Die Kündigungswelle kommt auf uns zu etc. Weltweit verlieren die Börsen 50–60% an Wert. Es setzt sich bei Anlegern rund um den Globus die Meinung durch, dass diese Krise anders ist als alles jemals erlebte. Panik macht sich breit und Massen an Menschen verkaufen ihre Aktien: Denn es droht der Komplettzusammenbruch. Sie alle haben sich sehr blutige Nasen geholt!

 

Warum ich von dem Crash erzähle? Weil Crashs Teil von Börsen sind. Sie sind immer vorgekommen und werden immer wieder vorkommen. Also lohnt es sie zu kennen, zu verstehen und in einer ruhigen Phase Leitlinien zu definieren. So sparst du dir viel Ärger und Verluste – und steigst nicht selten mit schönen Gewinnen aus! Aber dann stelle ich mir doch die Frage, ob es nicht besser wäre Aktien zu meiden? NEIN, NEIN, NEIN, weil Aktien dir zu Wohlstand verhelfen wie keine andere Veranlagungsform, wenn du gewisse Regeln beachtest. Aktien waren die letzten 200 Jahre der beste Ort für langfristig orientierte Anleger.

 

Das solltest du über Aktienentwicklungen wissen

 

Diese Entwicklungen möchte ich dir anhand des S&P 500 zeigen, des Amerikanischen Aktienindex der 500 größten amerikanischen börsennotierten Unternehmen. Dieser Markt ist der am besten beforschte. Zwei Begriffe benötigen wir dafür: Wenn der Markt mindestens 10% von seinem Höchststand verliert, nennt man das Marktkorrektur. Wenn er mehr als 20 % einbricht, reden wir von einem Crash oder Bärenmarkt. Jetzt frage ich dich, wie oft glaubst du kommt eine Korrektur historisch vor?

Was glaubst du: jährlich, alle 2 Jahre, 3 Jahre, 5 Jahre, 10 Jahre, 20 oder 30 Jahre?

 

Die Antwort war auch für mich bei der Auseinandersetzung mit dem S&P 500 überraschend. Korrekturen gibt es jährlich. Wow, so häufig! Wie lange dauern Korrekturen in der Regel an? Rund 54 Tage und fallen im Schnitt um rund 14%. Aber für mich noch verblüffender ist die Tatsache, dass nur 20 % der Marktkorrekturen tatsächlich zu Crashs werden. Was lernen wir daraus? 80% der Korrekturen sind nach 54 Tagen schon wieder vorbei.

 

Schauen wir uns nun die Bärenmärkte an. Diese gibt es historisch betrachtet alle 3 bis 5 Jahre. Also auch überraschend regelmäßig. Musst du dich davor fürchten? Nein. Seit 1900 gab es 34 Mal einen Bärenmarkt. In den letzten 70 Jahren waren es 14 Crashs, die zwischen 1 und 23 Monate dauerten. Spätestens nach 2 Jahren war der Spuk wieder vorbei. Die Verluste lagen im Schnitt bei -30,5%. Nur überstiegen sie 40 Prozent. Am spektakulärsten ist aber die Betrachtung der 12 Monate nach dem Bärenmarkt. Im Schnitt ist der US-Markt dann um rund 39% wieder gestiegen!!

Wenn wir uns den Markt seit 1980 genauer ansehen, dann stellen wir fest, dass innerhalb von 37 Jahren der US-Markt 28-mal mit positiver Rendite schloss, trotz jährlicher Korrekturen. Trotz Golfkrise, Dotcom-Blase, 11. September, Konflikte in Fernost und der Finanz- und Eurokrise! Seit 1996 war die durchschnittliche Rendite bei rund 8%.

 

Lerne von deinen Vorfahren!

 

Der Mensch hat auf dieser Erde seinen Siegeszug nicht wegen seiner körperlichen Fähigkeiten setzen können. Da gibt es viele Lebewesen, die uns haushoch überlegen sind. Aber der Mensch hat die Fähigkeit entwickelt, die Natur zu beobachten, Muster zu erkennen und sich diese zunutze zu machen. Nehmen wir die vier Jahreszeiten.

 

Der Mensch hatte gelernt, dass in unseren Breitengraden ein Winter herannaht. Da er das erkannt hatte, konnte er sich vorbereiten. Er säte seine Saat im Frühling, denn er hatte gelernt, dass dann seine Früchte am besten wuchsen. Er sammelte rechtzeitig Holz, um später Heizen zu können. Legte Vorräte an Korn und anderen Nahrungsmittel an. Damit lernte er die schwierige Zeit gut zu meistern, weil er wusste: Auch nach dem härtesten Winter kommt ein Frühling. Das gab ihm Sicherheit!

Das Gleiche sollten wir auch am Kapitalmarkt machen. Sicherheit gewinnen durch das Erkennen von Mustern und das entsprechende Ausrichten.

 

Erlerne die Verlässlichkeit der Börse zu nutzen

 

In der Regel steigt der Markt. Im Schnitt schließen von vier Jahren drei positiv ab und eines negativ. Der Langfristtrend ist immer positiv. Korrekturen und Crashs kommen fast immer aus heiterem Himmel, aber sehr regelmäßig. Im Vorhinein sind sie nicht zu prognostizieren. Jedoch setzt die Erholung auch genauso überraschend wieder ein und meistens sehr stark. Wer seit 1980 nur die besten zehn Handelstage versäumt hat, hätte seine Rendite von rund 8 Prozent auf 4,5% reduziert. Hier zitiere ich Sir Templeton, einen der erfolgreichsten Investoren des 20. Jahrhunderts:

„Die vier gefährlichsten Worte beim Investieren sind: ‚Dieses mal ist alles anders.’“

 

Nach jedem Börsenwinter kommt ein Frühling – immer!! Bleibe investiert. Wer also finanziell wirklich frei werden will, der kommt am Aktienmarkt nicht vorbei. Warren Buffett formuliert es so: „Mein Reichtum ist das Ergebnis einer Kombination aus einem Leben in Amerika, einigen guten Genen und ZINESZINS.“

 

Sei vorbereitet und achte auf folgende Investment-Regeln:

 

  1. Investiere am Aktienmarkt
  2. Denke, plane und handle langfristig. Setze dir eine Mindesthaltedauer von 10 Jahren. WEIL der Zinses-Zins-Effekt nur über Jahrzehnte seine große Wirkung entfalten kann
  3. Stelle sicher, dass du nicht auf dieses Kapital angewiesen bist. Sodass du jeden Crash aussitzen kannst
  4. Investiere breit gestreut, nicht nur in einen Markt oder zu kleine Märkte
  5. Halte auch ca. 10–30 Prozent in defensiven Titeln bzw. einen Teil auch in Cash
  6. Investiere regelmäßig monatlich die gleiche Summe als Basisinvestment in den Aktienmarkt
  7. Lerne Korrekturen zu lieben und verdopple in dieser Zeit deine Investmentsumme!
  8. Halte dich an diese Regeln – ganz besonders in der Krise!

 

Viele Menschen überschätzen...

 

was sie heute erreichen können und unterschätzen was sie in 10 Jahren erreichen können.

 

- Anthony Robbins 

 

ALEXANDER OBERENZER

 

Köstlergasse 10 / 4,
1060 Wien

www.finum.at

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Was ist Finanzielle Intelligenz?

Was ist Finanzielle Intelligenz?

Was ist Finanzielle Intelligenz?

Liebe Leser!

Das erste Jahr unseres Blogs Finanzielle Intelligenz ist vorbei. Ich hoffe, ihr habt hilfreiche Anregungen und Ideen erhalten, um mit eurem Geld smarter umzugehen. Ich möchte den heutigen Artikel dazu nutzen, um auf die wesentlichen Aspekte finanzieller Intelligenz hinzuweisen. Lerne die sechs wesentlichen Bereiche für deinen finanziellen Wohlstand kennen.

Die Definition finanzieller Intelligenz – Was sie bedeutet und wofür ich sie brauche:

Finanzielle Intelligenz ist die Fähigkeit Wohlstand aufzubauen, von dem man nachhaltig leben kann, sodass man nicht mehr arbeiten gehen muss. Finanzielle Intelligenz strebt also finanzielle Freiheit an!

Wohlstand und finanzielle Freiheit können nur aufgebaut werden, wenn die folgenden Faktoren vorhanden sind bzw. berücksichtigt werden:

Karriereintelligenz – Mache Karriere und steigere deine Einnahmen!

Die meisten Menschen starten mit wenig oder gar keinem Kapital. Die einzige Möglichkeit nun an Geld zu kommen ist, dass du mit deiner Arbeitskraft Geld verdienst. Wenn du allerdings nur arbeitest, um genug zum Leben zu haben, dann wirst du kein Kapital aufbauen können, von dessen Erträgen du einmal leben kannst. Aus diesem Grund ist es für dich von großer Bedeutung, genau den beruflichen Bereich zu finden, der dir viel Spaß macht und in welchem du Fähigkeiten besitzt, die du ausbauen kannst und die vom Markt auch benötigt werden. Das ist Karriereintelligenz. Alle Selfmade-Millionäre haben außerordentliche Fähigkeiten in ihren beruflichen Gebieten entwickelt und haben diese konsequent ausgebaut. Wenn du gut bist, kannst du mehr Geld verdienen. Und hohe bzw. steigende Einnahmen sind eine wichtige Voraussetzung für Wohlstandsaufbau.

Sparintelligenz – Gib immer weniger aus als du einnimmst!

Kein Mensch der Welt kann sich Wohlstand aufbauen, wenn er keine Sparintelligenz hat. Die alte Kaufmannsweisheit „Gib weniger aus als du einnimmst“ ist leider in der heutigen Konsumwelt sehr in Vergessenheit geraten. Unsere Großeltern hatten noch Werte wie Genügsamkeit, Fleiß und Sparsamkeit. Sie haben Europa nach dem 2. Weltkrieg genau mit diesen Eigenschaften wieder aufgebaut und uns einen gewissen Wohlstand ermöglicht. Diese Werte sind nicht mehr in Mode. Vielmehr geht es heutzutage um Selbstverwirklichung, die primär über Konsum und schnelle Lustbefriedung gesucht wird. Zu unser aller Unglück ist das beste Beispiel dafür der Staat. Fast alle Staaten in Europa geben seit Jahrzehnten mehr Geld aus als sie einnehmen. Das kann langfristig nicht gut gehen. Generell sollte gelten: Lege als Student 10% deiner Einnahmen auf die Seite. Bei Einstieg in einen Vollzeitjob werden dann zwei Drittel deiner Einnahmen zum Leben verwendet und ein Drittel gespart. Bei jeder neuen Einkommenssteigerung, legst du 50% auf die Seite. So kannst du Wohlstand aufbauen!

Investmentintelligenz – Ohne Investieren oder Veranlagen kein Wohlstand!

Die breite Masse geht bei Geldangelegenheiten auf Nummer sicher. Generationen von Menschen sparen in Bausparformen, Garantiezins-Produkten oder mit dem Sparbuch. Ist die breite Masse wohlhabend? Nein, ist sie nicht. Leider leben nur 2-5% der Bürger in einer Familie, die sich als finanziell intelligent bezeichnen kann. Sie haben es geschafft, ein Geldwissen aufzubauen, das von Generation zu Generation weitergegeben wird. Diese Familienangehörigen müssten nicht mehr arbeiten, weil sie finanziell frei sind. Die Einnahmen ihrer Investments sind höher als ihre Ausgaben. Meistens wird jedoch ganz im Sinne der Karriereintelligenz sehr intensiv gearbeitet. Jetzt die entscheidende Frage: Sparen diese Familien primär über Bausparer und Co? Fehlanzeige. Diese Familien haben sich ganz gezielt Vermögenswerte aufgebaut, wie Aktien, Anleihen, Immobilien, Rohstoffe, Geschäftsbeteiligungen, etc. – alles Veranlagungen, die nicht todsicher sind, aber über längere Zeit (meist mehrere Jahrzehnte) viel höhere Erträge erwirtschaften. Ziel ist es, nach Abzug von Steuer, Kosten und Inflation zumindest den Wert zu erhalten bzw. reale Wertsteigerungen zu erwirtschaften. Der wesentliche Unterschied ist: Wohlstandsaufbauer denken langfristig, lernen mit Risiko – sprich Wertschwankungen – umzugehen. Sie veranlagen schon früh und streuen ihre Veranlagungen sehr breit.

Absicherungsintelligenz: Berücksichtige auch das worst-case Szenario

So risikoscheu der Durchschnitt bei seinen Finanzen ist, so leichtsinnig ist dieser wiederum bei den wirklichen worst-case Varianten. Welche zum Teil irreversiblen Katastrophenszenarien auf deinem Weg zur finanziellen Freiheit gibt es? Gehen wir nochmal einen Schritt zurück. Der erste Bereich der finanziellen Intelligenz ist die Karrierefähigkeit, um die eigene Einkommenssituation sukzessive auszubauen. Was könnte dir da langfristig in die Quere kommen? Körperliche Gebrechen, psychische Probleme, Invadilität, kurz zusammengefasst: Berufsunfähigkeit. Viele Menschen haben für ihr Auto eine Vollkaskoversicherung. Hat das Auto also einen Totalschaden, dann ist es zur Gänze versichert. Was aber ist, wenn du einen Totalschaden hast? Kann deine Familie bis ins hohe Alter für dich sorgen? Oder müsstest du dich darum selber kümmern? Die Meisten blenden diese Frage einfach aus. „So was passiert mir nicht!“ – Ein Blick in die Statistik aber reicht. Jeder dritte Österreicher und auch Deutsche wird einmal in seinem Berufsleben zumindest temporär berufsunfähig. Viele Jungfamilien gehen zudem ein überdurchschnittlich hohes Risiko ein, weil oft zwei Drittel und mehr vom Einkommen des Jungvaters abhängen. Doch was, wenn ihm etwas passiert? Die relevantesten worst-case Fälle sind Berufsunfähigkeit, Chronische Krankheiten und damit verbunden extrem hohe Arzt-, Behandlungs- und Medikamentenkosten, Ableben (meinst du den Tod?? dann schreibe lieber Tod, nicht Ableben). Auch eine Pensionsabsicherung solltest du einplanen, wenn du bis 65 nicht finanziell intelligent genug gewesen bist. Die staatliche Pension wird sehr niedrig ausfallen und eventuell nur bei der Existenzsicherung liegen. Um jedoch einen gewissen Lebensstandard halten zu können, bedarf es einer adäquaten Pensionsvorsorge.

Neben diesen vier Hauptfaktoren (Karriere, Sparen, Investment, Absicherung) der finanziellen Intelligenz gibt es zwei weitere Nebenfaktoren, die wesentlich zum Gesamterfolg deines Wohlstandsaufbaus beitragen.

Zukunftsblick: Öffne dich für Neues!

Warum fällt es uns grundsätzlich so schwer, Entscheidung zu treffen? Weil die Konsequenz unserer Entscheidungen in der Zukunft liegt, die ja bekanntlich ungewiss und neu ist. Und vor allem Neuen und Unbekannten haben wir Menschen seit jeher Angst. Dennoch müssen wir lernen, damit umzugehen. Lernen wir das nicht, werden die anderen Entscheidungen für uns treffen. Und wer möchte schon ein entmündigtes Leben führen? Die einzige Möglichkeit fit für die Zukunft zu sein, ist, sich neugierig und offen mit neuen Entwicklungen auseinander zu setzen. Suche Informationsquellen, die dich mit neuen Erkenntnissen füttern und von denen du lernen kannst. Das können qualitativ hochwertige Medien sein, intelligente Menschen usw. Mit deren Hilfe schaffst du es, deinen Blick für die Zukunft zu schärfen, Trends und Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und letztlich bessere Entscheidungen zu treffen.

Selbstmanagement: Arbeite an dir!

Wesentliche Eigenschaften des Selbstmanagements sind: Disziplin, Konstanz, Wille und Commitment. Alle bisher genannten Faktoren – Karriere-, Spar-, Investment-, Absicherungsintelligenz und Zukunftsblick sind wertlos, wenn du nicht ein gewisses Maß an Selbstmanagement besitzt. Nur wer sich selbst Ziele stecken kann und diese auch fokussiert verfolgt, kann finanzielle Freiheit erlangen. Die meisten Menschen scheitern an diesem Punkt. Die einzige Möglichkeit, um die Wahrscheinlichkeit deines langfristigen Erfolgs zu steigern, habe ich im Sport kennengelernt. Kein Spitzensportler käme je auf die Idee, seine Ziele ohne Trainer anzugehen. Ein guter Trainer, Coach bzw. Berater hilft dir, an deinen Zielen festzuhalten, dich aus deiner Comfortzone heraus zu holen, dein volles Potential auszuschöpfen und so schließlich deine Leistung zu steigern. Warum darauf verzichten? Was die Fähigkeiten des Selbstmanagements abrundet, ist die Fähigkeit, die richtigen Personen um sich zu vereinen. Das beginnt bei der Auswahl des richtigen Lebenspartners, Freunde, Geschäftspartner, Vorgesetzten, Mentoren und geht bis zu den richtigen Beratern, wie Steuer- und Finanzberater, Ärzte und so weiter.

Abschließend wünsche ich euch allen ein gesundes, lustiges und finanziell intelligentes Jahr 2016!

Tipp: Nutze deine Energie und starte das Jahr finanziell intelligent. Komm und spiele am 26.1.16 um 19.00 Uhr mit anderen Interessierten Personen das Cashflow Spiel. Dort lernst du spielerisch deine finanziellen Fähigkeiten zu steigern. Melde dich hier an!

Viele Menschen überschätzen...

 

was sie heute erreichen können und unterschätzen was sie in 10 Jahren erreichen können.

 

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