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Ausgabenkontrolle: der Schlüssel zur finanziellen Freiheit

Ausgabenkontrolle: der Schlüssel zur finanziellen Freiheit

von | Nov 7, 2019

Wie viele von euch wissen, organisiere ich seit mittlerweile zwölf Jahren monatlich Cashflow Spieleabende. Seit 2018 veranstalten wir zusätzlich unser selbst entwickeltes Spiel My First Million. In beiden Spielen ist der sogenannte Lifestyle oder Schnickschnack der große Feind des Vermögensaufbaus. Rational verstehen alle Teilnehmer, dass wir für einen erfolgreichen Wohlstandsaufbau weniger ausgeben sollten. Im Alltag gestaltet sich dieses Vorhaben dann aber wesentlich schwieriger. Aber warum eigentlich?

Bedürfnisse wollen sofort gestillt werden

 

Ein erster Grund dafür ist die menschliche Psyche. Bedürfnisse wollen wir sofort befriedigt haben. Wir hassen es Bedürfnisse aufschieben zu müssen. Das hat bereits der Marshmallow-Test in den Sechzigerjahren deutlich gezeigt.

Hier wurden Kinder mit der Süßigkeit für ein paar Minuten alleine in einem Raum gelassen. Wenn sie nach Ablauf der Zeit das Marshmallow nicht gegessen hatten, bekamen sie zwei zusätzliche Marshmallows.

20 Jahre später wurden die dann schon Erwachsenen nochmal in Bezug auf ihren beruflichen Erfolg untersucht. Die Kinder, die sich damals beherrschen konnten, waren signifikant erfolgreicher. Das haben aber nur wenige Personen geschafft.

Großmeister der Verlockung

 

Marketing und Werbung haben sich in den letzten Jahren massiv über Big Data weiterentwickelt. Wir werden ständig sehr geschickt und subtil mit Lockbotschaften bespielt. Je müder wir sind, desto empfänglicher werden wir, weil unsere rationale Abwehr nicht mehr so gut funktioniert. Wer also Abends einfach vor dem Fernseher sitzt, im Internet surft oder auf Facebook unterwegs ist, wird leicht ein Opfer der Großmeister der Verführung. Hier ist auch dein bewusster Umgang wichtig. Und Achtung, jetzt kommt die größte Konsumjahreszeit erst auf uns zu: Weihnachten! Vorsicht ist allgemein beim Medienkonsum geboten. Platzierte Werbung gibt es überall. Aus diesem Grund lese ich so gerne Bücher – kein Werbeblock oder versteckte Kaufanreize.

Sinnlosigkeit des Sparens

 

Immer wieder höre ich auch Aussagen, dass Sparen ja überhaupt keinen Sinn mache. Die Zinsen sind so niedrig und die Inflation frisst ja eh alles auf. „Da ist es doch gescheiter, wenn ich alles ausgebe.“ „Und außerdem lebe ich nur einmal.“

Hierzu eine kleine Anekdote: Ich gehe seit vielen Jahren immer in der Mittagspause ins Fitnesscenter. Ein ehemaliger Bäckermeister trainiert immer wieder zur gleichen Zeit und wir plaudern manchmal. Vor Kurzem kommt er zu mir und sagt: „Alex, du wirst es mir nicht glauben, aber ich habe mich verwirklicht.“ „Ich habe eine größere Auszahlung von einer Lebensversicherung bekommen und habe mir einen Bentley gekauft.“ „Ich habe gehört, dass Menschen am Lebensende nicht ihre Fehler bereuen, sondern das, was sie nicht gemacht haben.“

Der Bentley ist jetzt schon nicht mehr das wert, was er bezahlt hat.

Wer reich werden will, muss seine Ausgaben beherrschen

 

Wenn ich am Anfang von Finanzberatungsterminen Personen frage, ob sie sich selbst als sparsam bezeichnen, dann antworten 90 Prozent mit ja. Sie sparen monatlich ein paar Hundert Euro auf ein Sparkonto. Wenn wir dann die Vermögensübersicht machen, stellt sich immer schnell heraus, ob die Person tatsächlich sparsam ist. Immer wieder sind Personen dabei, die wenig bis gar kein Kapital haben, obwohl sie monatlich sparen. Wo ist das Geld nur geblieben?

Achtung vor Konsumsparen

 

Die Antwort ist Konsumsparen. Die Person hat zwar das subjektive Gefühl sparsam zu sein, weil sie ja regelmäßig etwas auf die Seite legt. Nur wird das Geld im Laufe des Jahres wieder für Dinge wie  Reisen, eine neue Couch, eine Autoreparatur, etc. ausgegeben. Somit kann das gesparte Geld nie richtig zu arbeiten beginnen und die so wichtigen Zinses-Zins-Effekte nützen.

Geld muss in langfristiges Kapital umgewandelt werden

Ich habe 2017 eine kleine Millionärsstudie gemacht. Dabei habe ich 20 Selfmade Millionäre im Raum Wien interviewt. Es war kein einziger dabei, der nicht monatlich einen Überschuss an Geld produzierte. Seine Einnahmen waren immer, in jeder Lebenssituation höher als seine Ausgaben.

Und es war keiner dabei, der sein Geld nicht langfristig veranlagt hat. Langfristig heißt mehrere Jahrzehnte. Unter veranlagt versteht man, dass sie immer eine hohe Aktienquote hatten – meistens über Fonds, ETFs oder Vermögensverwaltungen gehalten.

Rein mathematisch betrachtet ist das auch ganz klar. Der Zinses-Zins-Effekt funktioniert nur, wenn Erträge erwirtschaftet werden. Langfristig betrachtet liegen Aktien, wenn sie sinnvoll diversifiziert sind, bei rund 5-7 Prozent Wertsteigerung pro Jahr. Zweitens gilt für den Zinses-Zins-Effekt je länger er aktiv ist, desto stärker wird er. Hierzu eine kleine Rechnung. Angenommen du veranlagst auf einmal 100.000 Euro bei einer Nettoverzinsung von 5 Prozent pro Jahr:

Nach 5 Jahren: 128.336 Euro

Nach 10 Jahren: 164.701 Euro

Nach 15 Jahren: 211.370 Euro

Nach 20 Jahren: 271.264 Euro

Nach 30 Jahren: 446.774 Euro

Nach 40 Jahren: 735.842 Euro

Nach 50 Jahren: 1.211.938 Euro.

Wie du siehst werden die Hebel immer stärker und stärker. Wer also wohlhabend werden will, muss sein Geld lange und mit einer höheren Aktienquote veranlagen. Als ersten Schritt solltest du herausfinden wo deine großen Ausgabenblöcke liegen und wie du diese reduzieren kannst.

Tipp: einer der größten Ausgabenbereiche ist das Wohnen. Löse es smart und es bleiben dir gleich mehrere Hundert Euro monatlich übrig, die du dann dauerhaft investieren kannst. Viel Spaß beim Vermögensaufbau!

 

Photo by rupixen.com on Unsplash

 

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