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Haushaltsversicherung – die Fallen und Tücken

Haushaltsversicherung – die Fallen und Tücken

Haushaltsversicherung – die Fallen und Tücken erklärt von Martin Kliment

Haushaltsversicherung – die Tücken und Fallen verrät der Produktexperte Martin Kliment.

 

1) Lieber Martin, du bist bei FiNUM für das Produktmanagement zuständig. Was heißt das genau und was steht bei diesem Job für dich im Vordergrund?

Produktmanagement bedeutet, sich mit den für einen entsprechenden Zielmarkt interessanten und nachgefragten Produkten zu befassen. Dies umfasst die Prüfung der produktgebenden Gesellschaften oder die Einzelproduktprüfung und geht bis in die Tiefe des jeweiligen Bedingungswerks.

Konkret ist also meine Aufgabe, die für unseren Zielmarkt passenden Produkte zu finden, um die Nachfrage unserer Endkunden über unsere Berater bestmöglich abdecken zu können. Dabei ist der Kundenwunsch maßgeblich entscheidend. Weiters sind damit auch sämtliche Produktvertriebsvorkehrungen verbunden, um im Beratungsgespräch das entsprechende Fachwissen sowie alle relevanten Informationen sicherzustellen.

2) Die Haushaltsversicherung wird zu den elementaren Versicherungen gezählt. Warum ist das so?

Die Haushaltsversicherung ist eine Bündelversicherung aus mehreren auf das versicherte Inventar wirkenden elementaren Gefahren sowie einer Privathaftpflichtversicherung. So besteht in der Regel ein solches Produkt aus der Absicherung gegen die elementaren Gefahren Feuer, Sturm, Leitungswasseraustritt, Einbruchdiebstahl und Glasbruch.

Die Aufgabe der Privathaftpflichtversicherung ist es unberechtigte Schadenersatzansprüche gegen die versicherte Person abzuwehren und kommt für Schäden auf, die eine versicherte Person in den Gefahren des täglichen Lebens verursacht. Es gibt auch die anbieterabhängige Möglichkeit, weitere Erweiterungsbausteine in eine Haushaltsversicherung einzuschließen.

3) In meiner täglichen Praxis sehe ich immer wieder Personen, die entweder mit sehr niedriger Versicherungssumme von unter 2 Millionen Euro agieren oder gar keine Privathaftpflichtversicherung haben. Kannst du unseren Lesern erklären, wieso der Gesetzgeber Versicherungsmakler, die diese Lücke nicht aufdecken, als grob fahrlässig bezeichnet?

Die Aufgabe des Versicherungsvermittlers ist es, die Wünsche des jeweiligen Klienten zu erfragen und Bedürfnisse festzustellen. So ist dem Kunden unter anderem die Möglichkeit der Absicherung gegen Schadenersatzforderungen Dritter aufzuzeigen. Bei der Empfehlung der Versicherungssumme sollte ein Versicherungsvermittler an den möglichen Fall eines schwerwiegenden Personenschadens denken – diese Schadenersatzverpflichtung kann in die Millionenhöhe gehen.

4) Es hält sich, seitdem ich jetzt in der Finanz- und Versicherungsbranche bin, sehr beständig die allgemeine Meinung, dass Versicherungen eher viel kosten und im Leistungsfall nicht zahlen. Wie beurteilst du das?

Aus meiner Sicht ist dies generell in der Idee einer Versicherung zu verorten. So zahlt die gesamte versicherte Gemeinschaft Versicherungsprämien, Leistung erhalten aber jene wenigen, welche tatsächlich Schaden erfahren. Beide Parteien sind faktisch unzufrieden, da jene ohne Schaden das subjektive Gefühl hat, keine Leistung zu erhalten, und jene, die den Schaden erfahren hat, lieber schadlos geblieben wären.

Aus unserer Erfahrung, explizit bei existenzbedrohenden biometrischen Risken, sind Kunden endlos dankbar für die Leistung aus deren Versicherungen. Der Betroffenenkreis ist (Klopf auf Holz) jedoch „glücklicherweise“ sehr gering.

5) Gerade bei der Haushaltsversicherung gibt es auch Selbstbehalt-Varianten, oft zwischen 100 und 300 Euro. Was hältst du davon?

Es besteht die Möglichkeit, eine Selbstbeteiligung im Schadensfall im Versicherungsvertrag zu vereinbaren. Dadurch reduziert sich die Prämie des Versicherungsvertrages, da das Versicherungsunternehmen im Leistungsfall die ersatzpflichtige Schadenshöhe um den vereinbarten Selbstbehalt reduziert und der Versicherungsnehmer für Schäden unter der Selbstbehaltshöhe auch selbstständig aufkommt.

Die Entscheidung über die Vereinbarung eines Selbstbehaltes obliegt dem jeweiligen Kunden, in meinen persönlichen Verträgen habe ich überall 300€ Selbstbeteiligung vereinbart. Einerseits habe ich kein Interesse, Kleinschäden über die Versicherung abzuwickeln, und andererseits habe ich durch die Prämienersparnis innerhalb von 15 Monaten den möglichen Selbstbehalt im Großschadensfall bereits erwirtschaftet.

6) Es gibt Personen, die über Vergleichsportale online die billigsten Versicherungen selbst abschließen. Welche Gefahren siehst du bei diesem Vorgehen?

Versicherungen sind keineswegs einfache Produkte, für die korrekte Absicherung ist Beratung erforderlich. Bei den Internetprodukten liegen die entsprechenden Ausschlüsse bzw. Gefahren tief in den Bedingungen versteckt, in den übersichtlichen Deckungsauszügen werden diese nicht dargestellt. Im Schadensfall sind die Kunden dann auf sich selbst gestellt, ohne die Gepflogenheiten einer Branche zu kennen.

Das Internet hat mittlerweile einen unfassbaren Einfluss auf die Entscheidungsfindung der Kunden. So haben wir durch unsere tiefgehende Analyse unseres Zielmarktes Produktlösungen für die Nachfrage unserer Kunden gefunden, welche günstiger als die Billigprodukte im Internet sind und dennoch deutlich mehr Leistung bieten. Die logische Argumentation, dass ein Unternehmen mit 25 Jahren Erfahrung bessere Lösungen bieten kann als das Internet erscheint den Endkunden oftmals unlogisch.

Dies ist generell branchenübergreifend der Fall, so besuchen zum Beispiel Menschen nachweislich lieber ein Restaurant mit der guten Bewertung eines wildfremden oder gar bezahlten Menschen, als sich selbst zu entscheiden. Oder in meiner Tätigkeit als freiwilliger Sanitäter habe ich oftmals erlebt, dass Patienten dem Internet in der Diagnose mehr vertrauen als einem Notarzt. All dies ist aber wie man so schön sagt ein anderes Kapitel …

7) Wie gut eine Haushaltsversicherung tatsächlich ist, zeigt sich oft erst im Schadensfall. Gerade darüber verfügen Kunden, die auf sich alleine gestellt sind, in der Regel keine Erfahrung. Was bietet hier FiNUM und auch dein Team an Mehrwert?

Der mit Abstand größte Mehrwert bleibt den meisten Kunden verborgen, nämlich die qualitative Prüfung der Produktpartner. Ein wesentliches Prüfkriterium ist die Schadensbearbeitung des jeweiligen Unternehmens, so treffen wir uns persönlich mit den jeweiligen Hauptverantwortlichen der Gesellschaften, um die Prozesse zu durchleuchten und die notwendige Qualität der Schadensbearbeitung für unsere Kunden sicherzustellen.

8) Ein wesentlicher Bestandteil von Versicherungsverträgen sind die Bedingungen. Diese sind aber oft in eher kompliziertem Versicherungsdeutsch geschrieben. Aber aus deiner Erfahrung, worauf sollte man hier achten?

Die Bedingungen regeln den Versicherungsvertrag; sämtliche Folder, Broschüren, Deckungsübersichten sind Marketing bzw. Verkaufsunterlagen.

Man sollte darauf achten, dass man sich an einen unabhängigen Versicherungsmakler wendet, um gut abgesichert zu sein. Wer sich im Eigenstudium versuchen möchte, sollte auf die Deckungseinschränkungen und Leistungslimits achten. In den Bedingungen sind diese mit „nicht versichert sind“ oder „bis zu einer Versicherungssumme von“ aufgezählt.

9) Gute Versicherungsmakler haben für ihre Klienten eigene Sideletter mit den Haushaltsversicherern vereinbart, um nochmal bessere Leistungen für ihre Kunden zu erhalten. Hier habe ich gehört, dass dein Team und dir etwas sehr Großartiges gelungen ist. Was ist das?

Da über unsere Abteilung gesammelt die Beratungsprotokolle eingehen, können wir die gemeinsame Nachfrage unserer Kunden konkret nachvollziehen. Diese tragen wir an Produktpartner heran, die sie uns dann kostenlos in Ergänzung zu den besten Deckungsvarianten und mit exklusiven Rabatten zu Verfügung stellen.

Eine beispielsweise von unseren Klienten geschätzte Deckung ist, dass Fahrräder österreichweit bis zu einem Einzelwert von 5.000€ mitversichert sind.

10) Abschließend würde mich noch dein Lebensmotto interessieren.

Mein Motto lautet „100% Mensch“, damit verbinde ich, alles vollständig bzw. nachhaltig und nichts halbherzig zu machen. Andererseits immer absolut authentisch und menschlich zu sein.

 

 Photo by Helloquence on Unsplash

 

 

Viele Menschen überschätzen...

was sie heute erreichen können und unterschätzen was sie in 10 Jahren erreichen können.

- Anthony Robbins 

 

ALEXANDER OBERENZER

 

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