Welcher Immobilien-Typ bin ich?

Welcher Immobilien-Typ bin ich?

Welcher Immobilien-Typ bin ich?

Wer sich ernsthaft mit dem Thema Investieren auseinandersetzt, kommt nicht an dem Evergreen Immobilie vorbei. Der Ansatz, eine Wohneinheit mit Fremdkapital zu kaufen und den Mieter den Kredit zurückzahlen zu lassen, ist schon Jahrhunderte alt. Der Charme dabei ist, dass Banken Immobilien lieben und gerne Fremdkapital zu guten Konditionen zur Verfügung stellen. Warum? Immobilien sind für eine Bank sicher und so sollten wir auch als Anleger denken: Immobilien bringen Stabilität, Aktien bringen Wachstum. So lautet die Formel, mit der schon viele Menschen ein kleines Vermögen aufgebaut haben, auf den Punkt gebracht.

 

Aber Achtung: Du musst das richtige Konzept für dich wählen!

 

Genauso wie es viele Menschen gibt, die mit Immobilien Wohlstand aufgebaut haben, so gibt es auch genug Personen, die sich wieder sehr enttäuscht von der Immobilie abwenden. Ich habe einige Klienten, die beispielsweise in Wien Zinshäuser geerbt haben, die mir immer wieder erzählen, wie viel Geld sie regelmäßig in die Häuser stecken müssen und wie sehr sie bei Leerstand zu kämpfen haben. Hier beobachte ich regelmäßig, dass nicht für jeden die gleiche Immobilie geeignet ist. Lass mich dir die drei bekannten Immobilienkonzepte vorstellen und gegenüberstellen, damit du am Ende mit Sicherheit sagen kannst, welcher Ansatz am besten zu dir passt.

 

Wohnung selber suchen, erhalten und vermieten

 

Hier suchst du selber im Internet auf Immobilienseiten und in deinem Netzwerk nach passenden Wohnungen. Ein häufig gewähltes Konzept: Wohnungen zwischen 30 und 50 Quadratmetern in Großstädten mit guter öffentlicher Anbindung. Das ist der arbeitsintensivste Ansatz, denn du kümmerst dich um alles selber: Kauf, eventuelle Sanierung, Instandhaltung, passenden Mieter finden, Mietvertrag richtig erstellen, erreichbar sein für den Mieter, wenn etwas nicht funktioniert wie zum Beispiel die Heizung, und dann, wenn der Mieter auszieht, geht es wieder von Neuem los. Speziell Anfänger unterschätzen den hohen Zeitaufwand, der nicht immer, aber immer wieder phasenweise anfällt.

Für wen ist dieser Ansatz gut geeignet: Personen, die Immobilien lieben und sich gerne 50 bis 100 Immobilien in ihrer Freizeit ansehen. Personen, die auch handwerklich geschickt sind bzw. ein gutes Händchen für Einrichtung und Aufwertung von Wohnungen haben. Wichtiges Kriterium: Es macht mir Spaß und ich tue es auch gerne in meiner Freizeit!

 

Vorsorgewohnung

 

Das ist das gleiche Konzept wie gerade oben beschrieben, nur mit dem Unterschied, dass du dich nicht selber um Suche, Erhaltung und Vermietung kümmerst. Meistens sind das ganze Immobilienprojekte, die von Immobilienentwicklern umgesetzt werden. Die guten Immobilienentwickler kommen an gute Lagen heran und können mit ihrem Know-how solche Wohneinheiten bauen, die stark nachgefragt sind. Das reduziert ein großes Risiko von dir als Immobilieninvestor – den Leerstand. Top-Anbieter haben Leerstandsquoten von unter 3%. Teilweise arbeiten diese Spezialisten auch mit einer Subverwaltung zusammen, die sich komplett um Vermietung, Erhaltung und Mietermanagement kümmert.

Für wen ist dieses Modell geeignet: Personen, die Immobilien als Investment schätzen, aber keine Zeit, keine große Leidenschaft bzw. kein Händchen für Immobilien und Handwerk haben.

 

Bauherrenmodell

 

Dieses Modell ist speziell im Raum Wien sehr verbreitet. Hier steigst du in eine Bauherrengesellschaft ein und übernimmst somit auch das unternehmerische Risiko der Sanierung oder des Neubaus. Dafür kannst du aber auch einiges steuerlich absetzen. Damit steigt deine Renditeerwartung. In der Regel werden hier alte Zinshäuser in Wien renoviert. Die Stadt Wien fördert dies auch teilweise, weil sie damit sehr kostengünstig das Stadtbild verschönern kann. So gibt es jährlich Zielgebiete, die gezielt von der Stadt Wien gefördert werden.

Geeignet ist das Bauherrnmodell vor allem für Besserverdiener. Wer jährlich über 80.000€ Jahresbrutto verdient, befindet sich schon in der 50%-Steuerstufe und kann somit am meisten absetzen.

 

Tabelle Wohnung selber vermieten – Vorsorgewohnung – Bauherrnmodell

 

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Diese 7 Fragen solltest du dir stellen

 

  1. Glaube ich an das Konzept: Wohnung kaufen und vermieten jetzt und in Zukunft?
  2. Machen mir Immobilien Spaß?
  3. Bin ich handwerklich geschickt?
  4. Eigne ich mir einfach fehlendes rechtliches Wissen wie zum Beispiel Mietrecht an?
  5. Verdiene ich über 80.000€ Jahres-Brutto-Gehalt?
  6. Möchte ich Zeit für meine Mieter aufwenden, wenn etwas nicht funktioniert?
  7. Kann ich mit Schulden leben?

 

Was sind aber nun die häufigsten Fehler von Immobilienanfängern, die es auf jeden Fall zu vermeiden gilt:

 

Selbstüberschätzung – ich kann alles selber machen

 

Der erste und wahrscheinlich häufigste Fehler ist die Selbstüberschätzung, alles als Immobilieninvestor selber machen zu können. Folgende Bereiche müsstest du beherrschen bzw. auslagern:

 

  • Immobiliensuche, -bewertung und Verhandlung des richtigen Kaufpreises,
  • Finanzierung,
  • Wohnungspotential heben durch richtiges Aufwerten: Umbau, Renovierung, Einrichtung
  • smartes Vermarkten auf den richtigen Kanälen wie Immo-Plattformen
  • Rechtliches rund um das Vermieten,
  • Leerstandsrisiko vermindern.

 

In allen Bereichen top zu sein, ist nahezu unmöglich! Das heißt, du musst dir das richtige Netzwerk aufbauen: Makler, Architekten, Handwerker, Rechtsanwalt, Finanzierer etc. Oder du entscheidest dich für die Variante der Vorsorgewohnung bzw. des Bauherrenmodells, wo komplett ausgelagert werden kann.

 

Eine Wohnung kaufen, in der man selber gerne wohnen würde

 

In der Regel sind Menschen, die vermieten können, Besserverdiener oder wohlhabender. Als jemand aus dieser Gruppe wohnst du nicht wie der Durchschnitt. Du wohnst in der Regel deutlich größer und in Gegenden, die schlechte Mietrendite versprechen. Löse dich davon und versuche, an den Durchschnitt zu denken: Der Durchschnittswiener verdient im Monat 1500€, ist immer öfter Single und sucht auf Immobilienseiten nicht nach Wohnungsgröße, sondern nach Miethöhe von 400–600€. Hast du für diese Person mit deinem Wohnungsangebot die richtige Antwort?

 

Zu wenig Fremdkapitaleinsatz

 

Der Deutsche und auch der Österreicher sind grundsätzlich sehr risikoavers. In beiden Ländern sind wir sehr von einem Satz geprägt: „Schulden haben ist schlecht.“ Aber Achtung: Hier fehlt eine wichtige Differenzierung. Es gibt nämlich gute und schlechte Schulden. Schulden für Anschaffung und Konsum sind schlecht. Ein Kredit als Privatperson für ein Auto, die nächste Reise oder eine neue Küche – sorry, das ist finanzieller Schwachsinn! Aber Schulden aufzunehmen für eine Investition wie eine Immobilie, die vermietet wird, das wird in der Finanzliteratur als gute Schulden bezeichnet. Steuerlich betrachtet kannst du die Zinsen deines Kredits bei vermieteten Objekten absetzen. Je höher dein Fremdkapitaleinsatz, desto mehr kannst du absetzen und deine Eigenkapitalrendite steigt. Wer also beispielsweise 200.000 Euro in Immobilien investieren will, sollte also nicht eine Wohnung zu 100% mit Eigenmitteln kaufen, sondern zwei bis vier mit einem Eigenkapitaleinsatz von 25–50% je nach Risikobereitschaft und Einkommenssituation.

 

Zugabe Immobilienfinanzierung!

 

Allgemein ist bekannt, dass Banken immer mehr auf ihre Kostenstruktur und Effizienzen achten müssen. Welche Auswirkung hat das auf deine Finanzierung? Früher konntest du dir ohne Probleme bei 5 bis 10 Banken je nach Zeit und Interesse Finanzierungsangebote einholen. Wenn du dir 10 Angebote einholst, dann werden aber 9 Banken kein Geschäft machen und auf ihren administrativen Kosten, die entstanden sind, sitzen bleiben. Heute gibt es Kreditratings, die jeder Klient erhält. Je öfter angefragt wird, desto tiefer sinkt dein Rating und damit deine Konditionen, was für dich höhere Finanzierungskosten bedeutet. Deswegen meine dringende Empfehlung: Wende dich an Institutionen wie FiNUM, die das aktuelle Wissen haben, wo du in deiner persönlichen Situation mit welcher Immobilie am besten finanzierst!

 

Photo by Ari Crespo on Unsplash

Viele Menschen überschätzen...

 

was sie heute erreichen können und unterschätzen was sie in 10 Jahren erreichen können.

 

- Anthony Robbins 

 

ALEXANDER OBERENZER

 

Köstlergasse 10 / 4,
1060 Wien

www.finum.at

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