Brexit: Es wird ungemütlich. Was können wir von Hirscher, Thiem und Deutschland lernen?

Brexit: Es wird ungemütlich. Was können wir von Hirscher, Thiem und Deutschland lernen?

Brexit: Es wird ungemütlich. Was können wir von Hirscher, Thiem und Deutschland lernen?

Wir erleben aktuell Turbulenzen an den Börsen. Dieses Mal sind es keine wirtschaftlichen Ereignisse, sondern politische. Brexit, der Ausstieg des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union und eine eventuelle Kettenreaktion an Ausstiegen sowie ein möglicher Zerfall der Union haben zu Verlusten geführt. Wie immer in solchen Situationen sind große Übertreibungen an den Märkten spürbar und auch in den Medien nachzulesen. In solchen Phasen hilft es, sich Omas Sprichwort zu vergegenwärtigen: „Die Suppe wird nicht so heiß gegessen, wie sie gekocht wird.“ Wie können wir lernen mit Rückschlägen, Schwankungen und zeitweisen Verlusten umzugehen?

Hirscher und Co.

Vielleicht hattest du schon einmal das Glück einen dieser Menschen kennenzulernen, die so eine gewisse Ausstrahlung haben. Sie reden wenig über die Vergangenheit, kaum über Probleme. Ihre Aussagen sind stark auf das Hier und Jetzt und die Zukunft ausgerichtet. Sie sprechen von Visionen, wollen etwas erreichen und lassen sich von ihren Vorhaben nicht abbringen. Sie setzen sie einfach um. Wer sind diese Menschen? Da der Sportbereich oft medial am einfachsten zu beobachten ist, will ich daraus aktuelle Beispiele nennen: etwa Marcel Hirscher, Dominic Thiem oder die deutsche Fußball-Nationalmannschaft. Alle drei haben ganz hohe Klarheit in ihren Zielen: Marcel Hirscher wollte in der letzten Saison Sportgeschichte schreiben, indem er den Schi-Gesamtweltcup das vierte Mal in Folge gewinnt. Dominic Thiem hat ganz klar die Top Ten des ATP-Ranking in dieser Saison als Ziel gehabt und ist aktuell die Nummer 8. Und die deutsche Nationalelf hat ganz klar den Fußball-EM-Titel als Ziel. Auch als die Deutschen gegen ihren Angstgegner Italien angetreten sind, bis dahin seit den siebziger Jahren kein Spiel gegen die Italiener bei einem Großereignis gewonnen haben, schoben sie die Vergangenheit und Statistik beiseite und sagten, jetzt schaffen wir es. Sie sind komplett fokussiert, obwohl Öffentlichkeit und Medien sie permanent mit ihrer Vergangenheit konfrontieren. Alle drei gehen top vorbereitet auf Ihre Zielaufgaben heran. Und ganz wichtig ist: Zufall, unglückliche Umstände oder Pech lassen sie nicht gelten.

Alles schön und gut, aber was heißt das jetzt für mich?

Alle erfolgreichen Menschen gehen bewusst oder unbewusst nach der gleichen Logik vor. Diese unterteilt sich im Wesentlichen in 4 Schritte. Sobald einer ausgelassen wird, ist der Erfolg schon schwer möglich, auf keinen Fall wiederholbar, weil er nur ein Zufallsprodukt war:

Klares Ziel definieren

Der erste Schritt und dadurch der elementarste ist, sich Klarheit im eigenen Leben zu verschaffen: „Was will ich eigentlich erreichen?“. So logisch es ist, diese Frage am Anfang zu stellen, so sehr scheitern daran sicherlich 90 Prozent der Menschen. Ich höre immer wieder Aussagen wie „Wenn ich niedrige Erwartungen habe, dann werde ich nicht enttäuscht“, „Wer Erfolg hat, braucht Glück“ oder „Ich habe keine zu hohen Ziele, weil es eh immer anders kommt“. Das ist auch einer der Hauptgründe, warum fast alle netten Vorsätze zu Neujahr scheitern. Nehmen wir alle drei Sportbeispiele heran, so haben sie sich glasklare Ziele gesteckt. Alle drei haben auch große Ziele gewählt. Die Amerikaner haben dafür ein Sprichwort – greife nach den Sternen und du erreichst zumindest den Mond. Die Stärke von großen Zielen ist ihre Strahlkraft. Damit verlierst du sie im Alltag und auch bei Turbulenzen und Rückschlägen nicht aus den Augen. Nimm dir also Zeit und entwickle eine Liste von deinen Träumen, die du gerne in deinem Leben erreichen willst. Was mir sehr geholfen hat ist die Unterteilung in folgende Bereiche: Beruf, Familie/Freunde, Gesundheit, Finanzen und Spiritualität. Im Bereich Finanzen gibt es ein Ziel, das es Menschen ermöglicht, sehr über sich hinauszuwachsen: Finanzielle Freiheit, sprich so viel Kapital zu haben, dass ich aus diesen Erträgen leben könnte. Definiere, welche Summe du dafür brauchst: Sind es 500.000, 1 Million, 10 Millionen oder noch viel mehr?

100 Prozent Commitment aufbauen

Bis jetzt ist dein Ziel nur ein Lippenbekenntnis wie die Neujahrsvorsätze auch. „Es wäre schön, wenn ich einmal finanziell frei wäre …“ Schauen wir uns dazu wieder unsere bereits erwähnten Vorbilder aus dem Sport an: Glaubst du ernsthaft, dass ein Marcel Hirscher mit der Einstellung, es wäre schön, viermal den Gesamtweltcup gewonnen hätte? Glaubst du ernsthaft, dass Dominic Thiem mit „Es wäre schön“ Top-Ten-Spieler geworden wäre? Ganz zu schweigen von den Jungs von Jogi Löw. Nein, natürlich nicht!! Alle drei sagen sich, komme was wolle, ich ziehe das durch und höre erst auf, wenn ich mein Ziel erreicht habe. Wie kannst du so ein – lass uns sagen – Hirscher-Commitment aufbauen? Definiere die Kapitalsumme, die du für dein finanzielles Glück benötigst. Schreibe es nieder. Definiere, bis wann du das erreicht haben willst. Hänge diesen Zettel gut sichtbar für dich auf, damit du dein Ziel nicht mehr aus den Augen verlieren kannst.

Etappenziele definieren

Um große Ziele erreichen zu können ist eine sehr gute Vorbereitung und Planung unumgänglich. Auch hier der Blick zu unseren Sportlern. Kein Sportler schaffte es unter einer Zeitspanne von zehn Jahren Training und Vorbereitung, sich für sportliche Großereignisse wie Olympische Spielen zu qualifizieren, geschweige denn hier zu gewinnen. Dieser Sportler hätte niemals durchgehalten, ohne dazwischen Teilerfolge feiern zu können. Deswegen ist es so wichtig, dein großes Ziel auf Etappenziele herunterzubrechen: um Zwischenergebnisse erreichen und feiern zu können. Meine eigene Erfahrung dabei ist auch, dass du dich unbedingt selber nach Erreichung einen Etappenziels belohnen musst. Tust du das nicht, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dir die Energie ausgeht und du dein großes Ziel nicht erreichst und aufgibst.

Kurshalten bzw. Kurskorrekturen durchführen

Der letzte Punkt ist derjenige, bei dem wir sehr schnell den Unterschied zwischen Profi und Amateur im Sport feststellen können. Nach jedem Etappenziel bzw. in regelmäßigen Abständen führt der Profisportler Analysen durch. Folgende Fragen stellt er sich: Habe ich mein vorgenommenes Etappenziel erreicht? Falls nein, was muss ich verändern, damit ich es erreichen kann? Bin ich noch auf Kurz zu meinem großen Ziel? Je nach Ergebnis seiner Analyse entscheidet der Sportler: entweder für „super, Kurshalten und weiter“ oder „nein, ich muss eine Kurskorrektur durchführen, um wieder auf Zielkurs zu kommen“. Hier zeichnet sie eine hohe Selbstehrlichkeit und Disziplin aus. Um deine finanzielle Freiheit zu erreichen ist es also notwendig, dass du dich regelmäßig, aber zumindest einmal im Jahr hinsetzt und analysierst: Bin ich in diesem Jahr meinem großen Ziel näher gekommen? Wenn ja, super, weiter. Falls nein, was muss ich ändern? Waren meine Ausgaben zu hoch? Habe ich mein Ziel aus den Augen verloren? Stimmt meine Veranlagungsstrategie noch etc.?

Trainereffekt nützen

Jeder Sportler, wenn auch sehr diszipliniert und ehrgeizig, weiß, dass er dies nicht nachhaltig alleine schafft. Deswegen holt er sich Unterstützung. Aus meiner eigenen aktiven Fechterkarriere kenne ich die 3 wichtigen Stützen des Sportlers, um seine großen Ziele zu erreichen: Trainingsplan, Trainingsgruppe und, am wichtigsten, ein guter Trainer. Warum ist der gute Trainer so wichtig? Er holt dich immer wieder aus deinen „Jammertälern“ heraus und hilft dir somit langfristig an deinem Zielerreichen festhalten zu können – bis das Ziel erreicht ist. Nach den gleichen Prinzipien habe ich auch meine Finanzberatung aufgebaut. Ja, laut Medienberichten sind wir mit Brexit aktuell in einem solchen Jammertal.

Tipp

Komm und lerne unsere Trainingsgemeinschaft kennen, den Cashflow Club, und erfahre, wie du aktuell von den niedrigen Kursen auf lange Sicht profitieren kannst. Profis wissen: Korrekturen nach unten bedeuten immer Kaufgelegenheiten. Steigende Kurse sind eher Verkaufsgelegenheiten.

Viele Menschen überschätzen...

 

was sie heute erreichen können und unterschätzen was sie in 10 Jahren erreichen können.

 

- Anthony Robbins 

 

ALEXANDER OBERENZER

 

Köstlergasse 10 / 4,
1060 Wien

www.finum.at

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Mikrokredite: gutes Investment oder Augenauswischerei?

Mikrokredite: gutes Investment oder Augenauswischerei?

Mikrokredite: gutes Investment oder Augenauswischerei?

GASTBEITRAG von Mag. Stefan Weinberger, Autor des Finanzblogs Greenmoney, über die Sinnhaftigkeit von Mikrokrediten:

Um zu erkennen, dass sich unsere Welt nicht gerade in einem stabilen Gleichgewicht befindet genügt in der Regel ein Blick in die Morgenzeitung. Vor allem die weltweite Armut ist ein ernstes Problem, da Armut oft ein Grund für kriegerische Auseinandersetzungen ist, die wiederum zu Fluchtbewegungen und weiterer Armut führen. Ein Patentrezept, diesen Kreislauf zu durchbrechen, habe ich natürlich nicht, aber es gibt Lösungen, die wirken. Ich persönlich bin ein großer Anhänger der Hilfe zur Selbsthilfe, oder wie es Konfuzius vor 2.500 Jahren formuliert hat: „Gib einem Mann einen Fisch und du ernährst ihn für einen Tag. Lehre einen Mann zu fischen und du ernährst ihn für sein Leben.“

Dieser Text soll allerdings kein Spendenaufruf sein. Wenn du trotzdem geben willst, gerne, aber langfristig bewegst du mehr, wenn du nachhaltig investierst. In meiner Beratungspraxis habe ich die Erfahrung gemacht, dass das Thema Mikrokredit durch seine Komplexität oft nicht die ihm gebührende Aufmerksamkeit findet – was ich sehr schade finde. Deshalb möchte ich an dieser Stelle einmal kurz erläutern, worum es sich dabei handelt, und wie du zumindest die Inflationsrate plus ein paar Zinsen verdienen können solltest.

Das Problem in vielen Gegenden dieser Erde ist, dass es kein funktionierendes Finanzsystem gibt. Landwirten und Kleinunternehmern fehlt damit ganz einfach das nötige Kapital zur Tätigung wichtiger Investitionen. Dass diese Menschen nicht einmal umgerechnet 2.000 € bekommen mutet hierzulande seltsam an, wo doch der neue Fernseher für die Fußball-EM locker über einen Konsumkredit finanziert werden kann.

Auf den Punkt gebracht: Weltweit haben circa drei Milliarden Menschen keinen Zugang zu Finanzdienstleistungen und damit weder zu einem Bankkonto noch zu einem Mikrokredit. Materielle Besicherungen für Kredite können diese Menschen allerdings keine bieten, dennoch haben sie eine sehr hohe Rückzahlungsmoral und die Ausfälle sind kaum ein Problem. In genau diese „Nische“, also etwa drei Milliarden Menschen als Zielpublikum, investieren Mikrofinanzinstitute (MFI). Ein MFI vergibt Mikrokredite, immer ohne Besicherung und leicht mehrheitlich an Frauen. Der Aufwand ist natürlich dementsprechend hoch, aus diesem Grund können die Zinsen auch bis zu 25 % p.a. betragen. Nach ein bis zwei Jahren ist der Kredit in den meisten Fällen wieder getilgt und – das ist ja der Vorteil daran – diese Summe kann wieder als Kredit vergeben werden.

Wo kommen wir Anleger jetzt ins Spiel? Hier, bei der Finanzierung der MFI. Dies zwar indirekt über darauf spezialisierte Investmentfonds kannst du ein Darlehen an ein MFI vergeben. Trotz der strengen Regulierungen gibt es noch immer einige dieser Fonds. Wenn du beispielsweise 5.000€ in einen Solchen investierst, vergibst du de facto gut zwei Mikrokredite. Durch die Konstruktion als Fonds bist du aber nicht dem Risiko ausgesetzt, dass genau einer dieser beiden dein Geld nicht zurückzahlen kann, sondern dein Geld kommt in einen Topf, aus dem tausende Darlehensnehmer finanziert werden und das in verschiedenen Ländern und auf fast allen Kontinenten.

Man sollte aber nicht denken, dass jedes Investment in Mikrofinanz gut gegen Armut hilft. So finden sich in diesem Segment leider auch schwarze Schafe, nämlich stark gewinngetriebene „Mikrokredithaie“. Die Qualitätsunterschiede zwischen den einzelnen MFI sind oft von Land zu Land sehr hoch. Deshalb gibt es Firmen und Organisationen, die die soziale Komponente von MFI richtig bewerten können. Auf deren Know-how kannst du bei der Auswahl des richtigen Investments getrost zählen. Die Implementierung sozialer Kriterien ist somit ein Kriterium guter Investmentfonds.

Zum Schluss möchte ich noch ein paar Zahlen eines großen Mikrofinanzfonds anführen. Dieser Fonds, den nur institutionelle Investoren und Dachfonds überhaupt kaufen können, verwaltet ein Volumen von etwa 250 Millionen Euro. Daraus werden Mikrokredite an etwa 285.000 Menschen vergeben. Gemeinsam mit deren Familien werden 1,4 Millionen Menschen in etwa 35 Schwellenländern erreicht. Geographisch investiert der Fonds vornehmlich in Südamerika und Asien. Die Kreditnehmer sind zu knapp über 50 % weiblich und leben ebenfalls leicht mehrheitlich in ländlichen Gebieten. Durchschnittlich werden pro Mikrounternehmer etwa 2.000 US-Dollar verborgt. Über das gesamte Portfolio des Fonds haften pro Kreditnehmer aktuell knapp 900 Euro aus. Bei uns wäre das der oben erwähnte Fernseher für die Europameisterschaft. Dort wird damit eine Existenzgründung finanziert.

Ich möchte noch einmal ausdrücklich darauf zurückkommen, dass es sich hier nicht um Spenden handelt, sondern um ein Investment. Von den Zinsen, die die Kleinunternehmer und Landwirte zahlen, bleibt nach Abzug der Kosten des MFI und des Fonds, der Währungsabsicherung und anderen Posten der Ertrag des Anlegers über. Mein Lieblingsfonds in diesem Segment hat über die letzten fünf Jahre immerhin 3,16 % nach Kosten erwirtschaftet, was in diesem Segment durchaus ansehnlich ist.

Tipp:

Wen Mikrokredite als Thema interessieren, der- bzw. diejenige ist herzlich zum nächsten Cashflow eingeladen.

Viele Menschen überschätzen...

 

was sie heute erreichen können und unterschätzen was sie in 10 Jahren erreichen können.

 

- Anthony Robbins 

 

ALEXANDER OBERENZER

 

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