Wer hat Angst vorm schwarzen Freitag?

Wer hat Angst vorm schwarzen Freitag?

von | Mai 5, 2015

Aktuell erleben wir bei einigen wichtigen Indexen wie dem Dow Jones oder dem Dax Höchststände. In diesen Phasen beginnt der erfahrene Anleger darüber nachzudenken, ob er nicht Gewinne aus den reinen Aktieninvestments mitnehmen und in defensivere Anlagen wie Anleihenpositionen umwandeln soll. Der unerfahrene und ängstliche Anleger hingegen macht hier oft den ersten schwerwiegenden Fehler.Durch die zunehmend positiven Medienberichte, wird er auf die Aktienbörsen aufmerksam. Wenn diese Phase des Aufschwungs eine gewisse Zeit andauert und genug Menschen von hohen Gewinnen berichten, traut er sich schließlich auch und steigt in den Aktienmarkt ein.

Wie du als erfahrener Blogleser weißt, kauft er auf diese Weise oft am Ende des Anstiegs und damit viel zu teuer ein. Irgendwann kommt dann eine Korrektur des Markts, der Anleger wird unsicher und verkauft mit Verlusten. Übrig bleiben verärgerte Menschen mit der Überzeugung, dass Aktien eben doch nur Teufelszeug seien, sodass das Geld letztlich wieder auf dem Sparbuch landet.

Da wir ja nicht mehr zu den unerfahrenen Anlegern gehören, widmen wir uns also der Leitfrage unseres Artikels. Müssen wir uns aktuell vor dem schwarzen Freitag fürchten – sprich vor einer starken Marktkorrektur?

Bevor ich darauf antworte, möchte ich nochmal verstärkt an die zwei Kernemotionen am Kapitalmarkt erinnern: Gier und Angst. Immer in Extremphasen an den Börsen, d.h. wenn große Gewinne oder große Verluste zu verzeichnen sind, laufen wir Gefahr, von diesen beiden Emotionen übermannt zu werden. Gier und Angst sind allerdings wie Teufelchen und Engelchen auf des Anlegers Schultern und in ihrer extremen Emotionalität unbedingt zu vermeiden, wenn es um Veranlagung geht. Da braucht es einen kühlen Kopf! Die wirksamste Methode konnte ich um 2000 herum, als die Dotcom Blase geplatzt ist und auch 2008/09 beobachten.

Go active! 

Aktive Menschen sind den passiven immer einen Schritt voraus. Sie erkennen Chancen und Risiken einfach früher. Menschen, die hingegen lediglich reaktiv sind, müssen immer auf Ereignisse reagieren, die ihnen schon voraus sind. So bleibt ihnen nur, auf die Entscheidungen und Entwicklungen, welche von den Pro-aktiven ausgelöst wurden, zu reagieren. Damit werden sie zum Spielball auf einem Kapitalanlagenfeld, dessen Spielregeln von den Pro-aktiven bestimmt werden. Und wie bei jedem Spiel vernebeln Gier und Angst die Sicht und minimieren die Aufmerksamkeit. Wer also in der Kapitalanlage keinen Plan entwickelt, bezieht seine Informationen lediglich aus den Launen des Medienumfeldes, das je nach Wetterlage mal euphorisch, mal pessimistisch ist. Darauf dann zu reagieren, ist schlichtweg zu spät und das Scheitern somit vorprogrammiert.

Wer hingegen einen eigenen Plan entwickelt mit definierten Zielen, der hat einen entscheidenden Vorteil, weil er pro-aktiv einen Weg vorzeichnet. Er kennt seine Laufzeit.

Die Laufzeit ist das valideste und sicherste Parameter, an dem wir uns orientieren können.

Wenn ich eine lange Veranlagungsdauer von über 10 Jahren habe, dann brauche ich mich auch nicht vor dem schwarzen Freitag zu fürchten, weil die Märkte eine hohe Wahrscheinlichkeit haben, sich wieder zu erholen. Ist meine Veranlagungsdauer allerdings kürzer, dann muss ich in defensivere Formen umschichten. Theoretisch klar – aber praktisch? Die Praxis zeigt, dass es uns Menschen oft schwer fällt, weil wir dazu neigen, unsere langfristigen Ziele leicht aus den Augen zu verlieren.

„Failing to plan is planing to fail“

Henry Ford hat einmal gesagt, dass jemand, der beim Planen scheitert,white-pen sein Versagen plant. Aus diesem Grund ist die Planung eigener Finanz- und Karriereziele so wichtig. Die Definition meiner Ziele ist der erste Schritt zur ihrer Verwirklichung. Aber damit ist es nicht getan, denn es geht um die konsequente, oft Jahrzehntelange Umsetzung, um mein Ziel zu erreichen. Ich kann es nur oft genug sagen:

Wir überschätzen, was wir in einem Jahr schaffen können und unterschätzen, was wir in 10 Jahren leisten können.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass wir uns nicht vor den großen schwarzen Börsenlöchern zu fürchten brauchen, wenn wir unsere Aufgabe gut gemacht haben: Ziele definieren, Zeithorizont festlegen (alle Ziele über zehn Jahre können sehr offensiv mit bis zu 100% Aktienquote angegangen werden, am besten sogar mit monatlichen Investments), konsequentes Festhalten an der Zielerreichung und vor allem: Nicht vom Weg abkommen – sprich von negativen oder positiven Nachrichten irritieren lassen.

Tipp: Zum Ausarbeiten der eigenen Ziele mit Finanzplan ist sicherlich ein Fachmann von großer Hilfe. Schaue dazu auch auf meinen Bereich „Arbeite mit mir – Finanzberatung“.

Liebe Grüße,

dein Alexander Oberenzer

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Viele Menschen überschätzen...

 

was sie heute erreichen können und unterschätzen was sie in 10 Jahren erreichen können.

 

- Anthony Robbins 

 

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