Wenn das Leben dir kündigt

Wenn das Leben dir kündigt

von | Apr 9, 2015

Wenn das Leben dir kündigt – Was passiert, wenn ich nicht mehr arbeiten kann?

Letzte Woche habe ich eine sehr bewegende Bekanntschaft bei einem Kongress gemacht. Ich habe einen Mann kennengelernt, der halbseitig gelähmt ist und nicht mehr richtig sprechen kann. Eines Nachts, damals war er 39 Jahre alt, wacht er mit großen Schmerzen auf. Er will seine Frau um Hilfe bitten, doch er kann nicht mehr sprechen und auch nicht aufstehen. 

Gerade so schafft er es, seine Frau aufzuwecken. Diese ist gelernte Krankenschwester, reagiert geistesgegenwärtig und alarmiert sofort die Rettung und den Notarzt. Sie hat ihrem Mann damit das Leben gerettet, denn wie sich herausstellt, hatte er einen Schlaganfall. Sein Sprachzentrum und sein motorisches Zentrum sind betroffen. Heute, zehn Jahre nach dem dramatischen Unglück, kann er wieder gehen, die halbseitige Lähmung jedoch ist geblieben. Er kann sprechen und sich verständigen, aber fremde Menschen glauben oft, dass er geistig behindert ist, wenn sie ihn hören.

Warum erzähle ich euch davon? Wir machen uns auf diesem Blog intensiv Gedanken, wie man finanzielle Freiheit erreichen kann. Wie du weißt, bedeutet das meines Erachtens, aus meinen Vermögenswerten (Immobilien, Aktien, Beteiligungen usw.) so hohe (passive) Einnahmen zu erzielen, dass meine Lebenskosten abgedeckt sind. In dieser Situation bin ich nicht mehr abhängig von meinem regelmäßigen Arbeitseinkommen. Viele von uns sind auch auf einem mehr oder weniger direkten Weg dorthin.

Doch was passiert, wenn dir das Leben Steine in den Weg legt? 

Was ist, wenn dir etwas Ähnliches passiert, wie dem Mann vom Kongress? Soll man dieses Risiko einfach ignorieren? Reicht es aus, dieses Risiko durch eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung, viel Bewegung, wenig Alkohol usw. einzudämmen? Ist man wirklich für solche Schicksalsschläge gewappnet? Das sind wichtige Fragen, die du dir auf deinem Weg zur finanziellen Freiheit stellen musst.

Vor kurzem habe ich für einen fast 30jährigen Jungarzt eine Versicherung berechnet. Dabei stellte sich heraus, dass ein 30jähriger Arzt in Österreich mit einer 30 prozentigen Wahrscheinlichkeit während seines Berufslebens berufsunfähig wird. Berufsunfähig ist jemand, der nicht mehr in der Lage ist, seinen angestammten Beruf halbtags länger als sechs Monate auszuführen. Ursachen dafür können Krankheiten, psychische Probleme oder Unfälle sein. Sehr ähnlich verhält es sich auch für alle anderen Berufe, in denen viel Köpfchen gefragt ist, also wo man geistig besonders präsent und aktiv sein muss. Bei manuell tätigen Menschen liegt die Wahrscheinlichkeit, berufsunfähig zu werden, sogar noch höher.

Wenn wir konsequent überlegen, was jemanden, der die notwendige Disziplin aufbringt, beim Aufbau seiner finanziellen Freiheit ernsthaft behindern kann, dann kommen eigentlich nur körperliche oder psychische Gebrechen in Frage – sprich eine Berufsunfähigkeit.

Somit stellt eine langfristige Berufsunfähigkeit das größte Risiko für unseren Kapitalaufbau dar.

 

Folglich ist es für jeden Menschen wichtig und sinnvoll, sich mit dem Thema Berufsunfähigkeitsabsicherung auseinanderzusetzen, insbesondere wenn man ein ernsthaftes Interesse an seinen Finanzen hat und verantwortungsbewusst handeln will.

Bei den Entscheidungsprozessen mit meinen Klienten erkenne ich zwei Gruppen: Die eine entscheidet sich, keine Versicherung abzuschließen und das Risiko bewusst in Kauf zu nehmen. Diese Klienten haben einfach die Überzeugung, dass sie nicht berufsunfähig werden können oder sie kommen aus Familien, die sie langfristig finanziell mittragen würden. Und natürlich alle Personen, die finanziell schon frei sind.

Die zweite Gruppe entscheidet sich für die Berufsunfähigkeitsabsicherung mit dem Ziel, diese wieder zu kündigen, sobald sie finanziell frei sind. Meiner Erfahrung nach entscheiden sich rund 75% für diese Absicherungsform, wenn sie das Risiko bewusst durchdacht haben.

TIPP: Die Prämien der Berufsunfähigkeitsversicherung werden zu einem großen Teil durch das Alter und dem Gesundheitszustand der beantragenden Person bestimmt. Je jünger und gesünder man bei der Beantragung ist, desto günstiger die Prämie – und was wenige wissen: diese günstigere Prämie bleibt ein Leben lang!!!

Fazit:

Jeder, der finanziell intelligent handeln will, der muss sich Gedanken über seine Berufsunfähigkeitsabsicherung machen. Grundsätzlich empfehle ich hier einen Versicherungsexperten aufzusuchen. Einerseits muss man herausarbeiten, wie hoch eine eventuelle staatliche Absicherung wäre, andererseits, welche Absicherungslücke besteht und wie ich diese mit der passenden Versicherung schließen kann. Achtung: Oft gehen bei den unterschiedlichen Anbietern die Leistungen und Prämien sehr weit auseinander. Ein Vergleich lohnt sich hier.

2 Kommentare

  1. Christian

    Lieber Hr. Oberenzer, ein großartiger Blog den ich mit großer Spannung gelesen habe. Ich bin schon auf die Ihre weiteren Aktiviäten auf dieser Seite gespannt. 🙂

    Ich habe eine Anmerkung zu der angegeben Statistik dieses Teils:
    Ich bezweifle, dass ein 30-Jähriger Arzt mit einer 30% – Wahrscheinlichkeit berufsunfähig wird. Ich denke man müsste „einmal in seinem Leben“ hinzufügen. Bei den 30 % sind wahrscheinlich auch Berufsausfälle die nur ein paar Monate dauern inkludiert.

    Selbstverständlich ist es traurig zu sehen wenn jemanden ein solcher Schicksalsschlag ereilt und ich denke jedenfalls, dass ein verantwortungsvolles Handeln auch die Absicherung eines solchen Falles – unabhängig von der Eintrittswahrscheinlichkeit – beinhaltet. Dies ist inbesondere der Fall wenn man eine Familie hat und im Zuge dessen darauf zu achten ist, dass auch die Angehörigen in einer solchen Situation finanziell abgesichert sind.

    Zur Prämienberechnung bei Versicherungen ist generell ist zu sagen, dass die Wahrscheinlichkeit für eine dauerhafte Berufsunfähigkeit vor Pensionantritt bei Akademikern eher gering ist. (nach meinen Recherechen < 10%) Das Riskio ist vorallem für Angestellte – die handwerklich tätig sind – deutlich höher. (bsp. Bauarbeiter) Insofern relativiert sich dadurch die Wichtigkeit einer solchen Absicherung ein wenig wobei ich zustimme, dass eine Absicherung für Berufsunfähigkeit je nach persönlicher Situation und Versicherungsanbieter sicher Sinn macht.

    Beste Grüße aus Paris

    Antworten
    • Alexander Oberenzer

      Lieber Christian,
      es freut mich sehr, zu hören bzw. zu lesen, dass Ihnen mein Blog gefällt. Sicherlich ist es bei den angegebenen Statistiken relativ, hinzu kommen ja auch diverse andere Aspekte (die eigene sportliche oder körperliche Verfassung generell und natürlich auch die Berufsgruppe usw.). Dennoch darf sicherlich auch (oder vielleicht gerade) bei den Akademiker_innen nicht die psychische Komponente außer Acht gelassen werden. Viele Krankheiten oder Gefährdungen der Berufsunfähigkeit liegen nicht nur auf der körperlichen Ebene, sondern betreffen heutzutage insbesondere die psychischen Faktoren. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Lesevergnügen und sende Ihnen beste Grüße nach Paris, Ihr Alexander Oberenzer

      Antworten

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