Warum du diese 2 Versicherungen brauchst: (1) Private Krankenversicherung und (2) Berufsunfähigkeitsversicherung - von Thomas Leopold

Warum du diese 2 Versicherungen brauchst: (1) Private Krankenversicherung und (2) Berufsunfähigkeitsversicherung

von | Jul 25, 2017

Bei beiden Versicherungen wird meiner Erfahrung nach eher anlassbezogen reagiert. Erst nach negativen Erfahrungen im Spital sehen sich viele plötzlich motiviert, sich für diese Themen zu interessieren. Dann ist es aber oft schon zu spät, um noch einen vernünftigen und auch preislich guten Versicherungsschutz zu bekommen. Für die Prämie sind nämlich primär das Eintrittsalter und der Gesundheitszustand relevant. Und hier gilt ganz klar der Leitsatz: Je jünger und gesünder du bist, desto einfacher und günstiger sind diese Absicherungsformen, und – das wissen die wenigsten – in dieser günstigen Prämie bleibst du dann ein Leben lang.

 

Was ist eine private Krankenversicherung?

Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die private Krankenversicherung in Österreich soll die beste medizinische Versorgung gewährleisten. Bei der Sozialversicherung besteht ein „Annahmezwang“, sie muss also jeden aufnehmen. Im Gegensatz dazu gibt es das bei privaten Versicherungen nicht, hier entscheidet der Gesundheitszustand über die Annahme – es muss ein detaillierter Fragebogen dazu ausgefüllt werden.

 

Die private Krankenversicherung übernimmt Kosten, die durch eine Behandlung auf Sonderklasse in einem Krankenhaus entstehen (mehr Komfort im Zimmer, Unterbringung im 1- oder 2-Bett-Zimmer, Ersatztagegeld, Transportkosten, Begleitpersonenkosten für Kinder bis zu einem gewissen Alter sowie freie Arzt- und Krankenhauswahl). Zudem kann man auch kürzere Wartezeiten auf Operationen bei Privatversicherten beobachten. Grundsätzlich unterscheidet man 3 Tarife in der privaten Krankenversicherung: den oben beschriebenen stationären Tarif für die beste medizinische Versorgung in einem Krankenhaus. Zudem gibt es noch den Privatarzttarif (freie Arztwahl im ambulanten Bereich, Kostenersatz bei alternativen Heilbehandlungen oder Medikamenten und auch bei Heilbehelfen wie zum Beispiel Brillen/Kontaktlinsen), außerdem den Zahnarzttarif.

 

Die Berufsunfähigkeitsversicherung soll eine Einkommenslücke absichern, die auf Grund einer Krankheit oder eines Unfalls entsteht. Neben Alter und Gesundheitszustand, wie bei der privaten Krankenversicherung, ist hier auch der ausgeübte Beruf für die Einstufung der Prämie relevant. Als berufsunfähig gilt man, wenn man zumindest zu 50% seines zuletzt ausgeübten Berufs auf Grund von Krankheit, Unfall oder Kräfteverfall für zumindest sechs Monate nicht mehr ausüben kann. Werden diese Kriterien erfüllt, bekommst du von der Versicherung eine vereinbarte monatliche Rente ausbezahlt. In den letzten Jahren sind vor allem die psychischen Erkrankungen stark im Vormarsch und haben Erkrankungen des Bewegungsapparats als Ursache Nummer eins für eine Berufsunfähigkeit überholt.

 

Warum sind diese Versicherungen sinnvoll für mich?

 

Wie in einem Artikel auf diesem Blog vom 30.03.2016 bereits zu diesem Thema erläutert, stiegen in letzter Zeit die Staatsausgaben inklusive der Sozialversicherungsträger stark an. Laut statistischem Handbuch der österreichischen Sozialversicherung wurde 2015 ein negatives Saldo zwischen Einnahmen und Ausgaben von über 12 Millionen Euro erwirtschaftet. Auf Grund der demografischen Entwicklung und der Überalterung der Bevölkerung in Österreich werden die Ausgaben der Sozialversicherungsträger weiter massiv ansteigen. Auch die Kosten für die Altenpflege werden sich in den nächsten Jahren erhöhen. Als Konsequenz daraus, um nicht noch mehr Schulden aufzubauen, werden staatliche Leistungen unter anderem in der Gesundheitsversorgung abgebaut. Ein weiterer Grund, warum Experten den Abschluss einer Zusatzversicherung empfehlen, ist der rasante Anstieg der Anzahl an Privatärzten im Vergleich zu Kassenärzten in Österreich.

 

Laut APA/Ärztekammer hat sich zwischen dem Jahr 2000 und dem Jahr 2015 die Anzahl an Privatärzten auf 9566 verdoppelt, während die Anzahl an niedergelassenen Ärzten mit Kassenvertrag mit 8252 stagniert. Das Testmagazin „Konsument“ schlüsselt Unterschiede in der Behandlung und Wartezeit zwischen Kassen- und Privatarzt auf: Während du bei einem Privatarzt durchschnittlich 4,5 Minuten auf einen Termin wartest und 40 Minuten lang behandelt wirst, schaut es bei einem Arzt mit Kassenvertrag umgekehrt aus: 47,5 Minuten durchschnittliche Wartezeit und 9,7 Minuten Behandlungszeit. Auch die Wartezeit auf eine MRT-Untersuchung fällt unterschiedlich aus. Laut einer VKI-Studie, veröffentlicht im „Standard“ am 10.04.2016, wartet man in Wien durchschnittlich 33 Tage auf einen oft sehr notwendigen MRT-Termin, in Niederösterreich sogar 35 Tage, während das bei einer Krankenzusatzversicherung viel schneller geht.

 

Viele Menschen in Österreich (über 3 Millionen) haben diesen Versorgungsengpass schon erkannt und sich bereits mit einer privaten Krankenversicherung abgesichert. Aber ich bemerke oft bei jungen Leuten, dass dieses Thema – Absichern – sehr gerne hinausgeschoben wird. „Ich bin ja noch so jung“, „Was soll mir passieren“. Alles nachvollziehbare Gedanken – und dennoch: Durch einen früheren Einstieg und einem oft besseren Gesundheitszustand als im Alter kannst du sehr viel Geld sparen (im Artikel vom 30.03.2016 wird ein Beispiel durchgerechnet, bei dem es über 20.000 Euro waren, auf ein Leben hochgerechnet.) Und meine Erfahrung zeigt auch, dass viele Personen ab 40 gerne eine private Krankenversicherung hätten, aber auf Grund ihres Gesundheitszustandes mit Ausschlüssen, Zuschlägen oder überhaupt mit Ablehnungen konfrontiert sind. Im Normalfall ist der Gesundheitszustand in jüngeren Jahren besser.

 

Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung verhält es sich ähnlich. Auch hier sind Alter und Gesundheitszustand entscheidende Kriterien für die zu bezahlende Prämie. Genauso kann man auch hier strengere staatliche Regelungen und Versorgungslücken beobachten, um nicht noch mehr das Budget mit zu vielen Berufsunfähigkeitsfällen zu belasten. Gerade für junge Menschen und Berufseinsteiger sind die Versorgungslücken in diesem Bereich besonders stark spürbar, da diese auf Grund von häufig fehlenden ausreichenden Versicherungsjahren gar keinen Anspruch auf eine staatliche Unterstützung im Falle einer Berufsunfähigkeit haben. Zudem wird oft versucht, Menschen nach einem Unfall oder einer Krankheit umzuschulen. Ob diese nach der Umschulung einen Job finden oder nicht, bleibt dann aber oft nicht berücksichtigt. Einer der wichtigsten Klauseln in der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung ist der Verzicht auf die abstrakte Verweisung: So ist es zum Beispiel nicht möglich, einen Oberarzt auf eine minderqualifizierte Tätigkeit zu verweisen, wenn er aus gesundheitlichen Gründen seine aktuelle Tätigkeit nicht ausüben kann.

 

 

Insidertipps vom Experten

 

Insidertipp 1: Richtig beantragen: Bei beiden Versicherungen ist es sehr wichtig, sich von einem Experten in diesen Bereich beraten zu lassen. So kannst du mit der Wahl des richtigen Versicherers, abseits der Frage nach Alter und Gesundheitszustand, viel Geld sparen. Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung ist unter anderem auch der ausgeübte Beruf relevant für die zu zahlende Prämie. Ich bemerke sehr häufig eklatante Prämienunterschiede zwischen den einzelnen Versicherern in Bezug auf unterschiedliche Berufe. Deswegen ist es sehr wichtig eine Ausschreibung zu machen, um den geeignetsten Versicherer mit der besten Prämie zu finden.

Genauso verhält es sich auch bei der Frage nach dem Gesundheitszustand: Meine Erfahrung zeigt, gleiche Erkrankungen werden innerhalb der verschiedenen Versicherungen unterschiedlich bewertet. Da macht es Sinn über einen Makler mehrere Angebote von Versicherungen einzuholen und diese zu vergleichen. In diesem Fall verwende ich dann die Risikovoranfrage, um einen geeigneten Vergleich sowohl bei der privaten Krankenversicherung als auch bei der Berufsunfähigkeitsversicherung erstellen zu können. Der einzige, der das seriös machen kann, ist ein unabhängiger Versicherungsmakler. Problematisch wird es nämlich, wenn man einmal von einer Versicherung abgelehnt oder zu erschwerten Konditionen aufgenommen wurde. Dies muss man ein Leben lang bei zukünftigen Versicherungsanträgen angeben, was eine Annahme erheblich verkompliziert.

 

Insidertipp 2: Optionstarif in der Krankenzusatzversicherung für junge Menschen: Zusätzlich kannst du in der privaten Krankenversicherung als junger Mensch mit dem Optionstarif günstig einsteigen und dir Alter und Gesundheitszustand absichern. Der Optionstarif kostet in der Regel nur 30% der Prämie des Volltarifes und leistet nur bei Unfällen, du kannst aber zu einem späteren Zeitpunkt unter Wahrung deines Eintrittsalters und deines ursprünglichen Gesundheitszustandes in einen höheren Tarif umsteigen und damit viel Geld sparen (siehe Artikel vom 30.03.2016, da waren es im Beispiel über 20.000 Euro auf ein Leben hochgerechnet.)

 

Insidertipp 3: Babyoption für Paare mit Kinderwunsche: Erwähnenswert finde ich auch die Babyoption in der privaten Krankenversicherung: Mit dieser kann man gegen eine kleine Mehrprämie sein Kind mitversichern, egal in welchem Gesundheitszustand es auf die Welt kommt.

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