Teil 3: Wie erreiche ich Wohlstand? - Investment-Intelligenz

Teil 3: Wie erreiche ich Wohlstand? – Investment-Intelligenz

von | Mrz 20, 2015

Last but not least geht es ans Dessert, das i-Tüpfelchen eines jeden Menüplans. Teil 3 unserer Reihe – Wie erreiche ich Wohlstand? – und damit das üppige Sahnehäubchen auf unserer finanziellen Freiheitstorte ist die Investment-Intelligenz.

Du hast deine ersten Erfolge gefeiert, bist gut in deinem Beruf unterwegs und arbeitest ganz konsequent mit deinen Budgetzielen, sodass monatlich mindestens 30% übrig bleibt. Ich gratuliere, damit hast du die ersten beiden wichtigen Hürden für deinen Wohlstandsaufbau genommen!

Getrost kann man sagen: Du hast die Pflicht erfüllt, jetzt folgt die Kür. Denn jetzt muss es dir gelingen, dein auf die Seite gebrachtes Geld produktiv für dich arbeiten zu lassen. Klingt doch gut, oder?

Die Praxis zeigt, dass einer der häufigsten Fehler das Horten von Geld auf negativen Sparformen ist.

Dies beobachte ich auch immer wieder bei unseren Cashflow-Spielabenden. Grundsätzlich gibt es beim Investieren zwei Emotionen: Gier und Angst. Beide sind in den seltensten Fällen gute Ratgeber. Alle Personen, die 2008 ängstlich wurden und Ihre Kapitalmarktveranlagungen (meistens Aktien) in dieser Zeit verkauft haben, mussten großer Verluste einbüßen. Seit dieser quasi traumatischen Erfahrung handeln sie nun wie Kleinkinder, die einmal auf die heiße Herdplatte gegriffen haben: Sie tun es nie wieder, denn für sie bedeutet der Kapitalmarkt Geldvernichtung und Unheil. Dieses Verlusttrauma ergab zwei Arten der Reaktion: Entweder alles auf Sparbüchern horten bzw. in Immobilien investieren oder das ganze Geld gleich ausgeben, damit man wenigstens was davon hat.

Doch welche Auswirkungen hat dieser angstbesetzte Umgang mit Geld?

Wir brauchen uns nur die Entwicklung des DAX (Deutsche Aktien Index) seit 2008 anzusehen: Zu seinem Tiefpunkt im Jahr 2008 war dieser unter 4000 Punkte, aktuell ist der DAX über 10.000 Punkte. Das bedeutet eine Performance weit über 100%. Der angstorientierte Anleger braucht viele überzeugende Fakten, bis er sich endlich entscheidet zu investieren. Er ist wahrscheinlich 2007/08 bei einem DAX-Stand von 7000-8000 Punkten eingestiegen und bei 4000-45000 ausgestiegen. Ergebnis: fast -50%, bei kühlem Kopf. Selbst wenn er zu einem schlechten Zeitpunkt bei 7000 Punkten eingestiegen und dann dran geblieben wäre, dann läge er heute bei deutlich über 30%.

Drei Methoden mit Überemotionen umzugehen:

Ich empfehle drei Methoden mit Gier oder Angst umzugehen. Erstens, Veranlagungen sollten immer einen langfristigen Fokus von mindestens sieben Jahren haben. Wenn ich Wohlstand aufbauen will, dann liegt dieser Fokus, je nach Alter, bei mindestens zwanzig Jahren. Zweitens sind viele Schussmöglichkeiten besser als nur ein Schuss. Das heißt, dass es vorteilhaft für den Vermögensaufbau ist, monatlich zu veranlagen, statt lange anzusparen und dann eine große Summe auf einmal zu veranlagen. Einfach, weil es schwer möglich und häufig zufällig ist, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen, so wie 2007 beim DAX-Stand von 4000 Punkten. Und last but not least sollte man drittens nie in zu enge Märkte investieren. Seit 2001 wissen wir, was mit engen Märkten passieren kann. Ich erinnere mich an das Jahr 2000, als regelmäßig ein Masseur zu uns nach Hause kam, um meine Mutter zu behandeln. Er hat immer wieder beteuert, wie todsicher das Investieren in Technologieaktien wäre. Es wäre dumm, sich die 50-60% entgehen zu lassen. Als Masseur war er glücklicherweise besser, denn wie die Geschichte ausgeht, wissen wir ja. Die Technologieaktien haben sich nie wieder erholt. Ein Grund mehr, zu Beginn in breite und weltweite Aktien zu investieren.

Warum scheitern so viele Menschen beim intelligenten Investieren? 

Weil man als Investor unglaublich vielen medialen Einflüssen ausgesetzt ist. Grundsätzlich möchten Medien uns informieren. Gleichzeitig müssen sie ihre Information auch verkaufen können.

Only bad news are good news…

Negative Informationen emotionalisieren den Menschen dreimal mehr als positive und lassen sich somit viel besser verkaufen. Was wären Nachrichten ohne Katastrophen, Betrug, Verwüstung und Verbrechen? Wir haben also einen deutlichen Überhang negativer Medieninformation im Vergleich zu positiven Nachrichten. Zudem nimmt die Halbwertszeit neuer Information stetig ab, die Einnahmen klassischer Medien (Rundfunk, Zeitungen usw.) sinken dramatisch. Diese Faktoren führen zu schlampiger Recherche und lückenhafter Informationsbeschaffung. Die Qualität einer durchschnittlichen Nachricht ist in der Folge schlecht und kurzfristig. So kommt es ohne wirkliches Fachwissen zu falschen und besonders emotionalen Entscheidungen, wie unser obiges DAX-Beispiel belegt.

Wie baue ich meine Investment-Intelligenz aus?

Hier sehe ich grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

  1. Ich verfolge eine ähnliche Strategie wie Warren Buffett. Er nennt sie die Fokus-Strategie. Hierbei investiert man nur in sehr wenige Unternehmen (maximal 10-15), dafür kennt man sich mit diesen Unternehmen extrem gut aus. Das heißt, ich kenne das gesamte Management persönlich, die Entwicklungen im Unternehmen, sämtliche Geschäftsberichte, die Bilanzen, die Branche und kann abschätzen, wie das Unternehmen in zwanzig Jahren noch funktionieren wird. Buffetts Paradebeispiel war sein Investment in Coca Cola in den achtziger Jahren, als Coca Cola eine Schwächephase hatte. Der Kurs sank und die Medien empfahlen eher in Pepsi zu investieren. Vermutlich schmeckte ihm Cola einfach besser, jedenfalls verhielt sich Buffett antizyklisch und investierte in Cola statt in Pepsi. Nach ein paar Jahren hatte sich der Kurs der Cola-Aktien verdreifacht. Aber mal im Ernst, wenn man diesen Ansatz nachmachen möchte, dann muss man bereit sein, sich wirklich intensiv mit dem Aktienmarkt zu beschäftigen. Rund 15 bis 20 Wochenstunden solltest du aufwenden, denn du musst besser recherchieren als Markt. Konsequenterweise müsste man dann hauptberuflich Investor werden, weil es wirklich viel Zeit erfordert. Du solltest zudem ein Mensch sein, der es liebt, in die Tiefe zu gehen und Themen bis ins kleinste Detail zu analysieren, konsequent und über Jahre hinweg. Meiner Erfahrung nach, gehören nur wenige Menschen zu dieser Sorte, schätzungsweise 5-10 % der Bevölkerung. Also Plan B.
  2. Die zweite Möglichkeit und damit Plan B ist die Diversifikationsmethode nach Harry Markowitz. Für seine Kernaussage hat er sogar den Nobelpreis bekommen, es sollte also was dran sein an seiner Theorie: Man kann den Markt nicht schlagen. Aha, wirst du denken – und jetzt? Nun, die einzige Möglichkeit, sinnvoll mit Investitionen umzugehen, ist eben jene der Diversifikation. Sprich, seine Investitionen intelligent und mit einer möglichst geringen Abhängigkeit zueinander auf unterschiedliche Veranlagungsgruppen (Aktien, Anleihen, unterschiedliche Märkte usw.) zu verteilen. Habe ich eine hohe Abhängigkeit und die Märkte fallen, so fällt mein gesamtes Portfolio. Also lieber nicht. Habe ich hingegen eine geringe Korrelation, dann reduziert dies im Notfall meine Verluste. Plan B ist dementsprechend für die restlichen 90-95 % der Bevölkerung, die sich nicht so intensiv und über Jahre hinweg konsequent mit den Kapitalmärkten auseinandersetzen wollen.

Sei kein Angsthase! Oder lass dir helfen.

Ich habe nun in meinen rund acht Jahren in der Finanzberatung gesehen, dass sich zwar viele Personen mit dem Ansatz von Markowitz anfreunden können, aber aufgrund der Tagesmedien oft verunsichert werden und eine eingeschlagene Strategie wieder abbrechen oder ändern. Aber erinnere dich an den DAX-Investor von zuvor. Besonders für Typ 2 kann es entscheidend sein, einen exzellenten Finanzberater zur Seite zu haben, um eine individuelle Investmentstrategie und die notwendige Disziplin aufzubauen, um an dieser festzuhalten.

Es ist wie im Sport: Es gibt keinen erfolgreichen Sportler, der nicht mit einem Trainer einen individuellen Trainingsplan erstellt hat, um konsequent an der persönlichen Leistungssteigerung zu arbeiten.

Beispiele dafür gibt es genug: Im Tennis fällt mir sofort Ronny Leitgeb ein, der Thomas Muster zur Nummer 1 in der Tennisweltrangliste machte; Pep Guardiola, der Barcelona zur besten Mannschaft im Fußball machte oder Alex Pointner, der das österreichische Skispringer Wunderteam rund um Thomas Morgenstern, Andreas Kofler, Gregor Schlierenzauer hervorbrachte, die mittlerweile siebenmal hintereinander die Vierschanzentournee gewonnen haben. Ohne diese phantastischen Trainer wären diese überragenden Leistungen nie möglich gewesen.

Wenn wir uns abschließend nochmal die drei wesentlichen Bereiche für den erfolgreichen Wohlstandsaufbau in Erinnerung rufen, dann springt es förmlich ins Auge, dass für Karriere, Budget und Investment letztlich das Gleiche gilt: Du musst einen Plan erstellen, diesen konsequent verfolgen und immer wieder an große relevante Veränderungen anpassen. Die effizienteste Art ist nach meiner Erfahrung mit Hilfe eines Trainers, sprich einem Finanzberater. Als ich das vor ca. zwei Jahren erkannte, habe ich begonnen, Finanzberatung breiter zu denken. Aktuell biete ich meinen Klienten ein speziell von mir entwickeltes Seminar Karriereplanung an.

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