Teil 2: Wie erreiche ich Wohlstand?- Budget

Teil 2: Wie erreiche ich Wohlstand?- Budget

von | Mrz 13, 2015

Teil 2 aus unserer Wohlstandsreihe widmet sich nun genüsslich der Hauptspeise: das Budget. Was könnte schmackhafter sein und ließe einem mehr das Wasser im Munde zusammenlaufen als das frische Aufbereiten einer Palette an Tipps zur Budgetoptimierung? Hier kann man sich gar nicht genug satt essen.

Nehmen wir an, dass deine Karriere bereits ganz gut in Schwung gekommen ist und du als Angestellter oder Unternehmer auch schon ein recht passables Einkommen hast. Ein gutes Einkommen hängt von mehreren Faktoren ab, von deinem Alter, deiner Branche, deiner Position, deinem Unternehmen usw. Laut der amerikanischen Millionärsstudie (siehe Wikipedia „The Millionaire next door„), liegt kaum jemand, der Millionär wurde, unter einem Jahresbruttoeinkommen von 80.000 Dollar. Nehmen wir also an, dass du auf dem besten Wege bist, diese 80.000 Euro zu verdienen. Um nun aber tatsächlich wohlhabend zu werden, benötigst du eine hohe Budget-Intelligenz.

Die Amerikaner sprechen hier auch von einer sehr guten Defense. Es muss dir also gelingen, so viel deines eingenommenen Geldes so lange wie nur möglich bei dir zu behalten. Nur dann kann aus einem verdienten Euro ein zweiter, dritter und mehr werden. Die meisten meiner Klienten wissen sehr genau, was sie verdienen. Wie hoch allerdings ihre monatlichen Ausgaben sind, das wissen nur wenige exakt. Viele konzentrieren sich zwar erfolgreich auf die Karriere und ihre Einnahmen, achten aber nicht auf ihre Ausgaben. Oft sind das Menschen mit einem besonders hohen Lebensstandard: teure Wohngegenden, große edle Autos, Designerkleidung oder extravagante Reisen. Nicht selten sind das Menschen, die ihre finanziellen Möglichkeiten voll ausschöpfen und ihr Einkommen zur Gänze ausnutzen. Obwohl sie meistens nach außen sehr wohlhabend wirken, sind sie de facto arm, weil sie nahezu keine Vermögenswerte besitzen, welche für sie zusätzliche Einnahmen durch Mieten, Dividenden oder Kupons erarbeiten. Wenn sie dann ihren Job oder ihr Business verlieren, können sie nur wenig Zeit ohne neues Einkommen auskommen, da ihnen jegliche finanziellen Reserven fehlen.

Frage dich selbst einmal, wie lange du finanziell über die Runden kommen würdest, wenn deine monatlichen Einnahmen von heute auf morgen einfach wegfielen?

Nehmen wir ein Beispiel: Herr M. Großhelmer ist 42 Jahre alt und im mittleren Management einer Software Firma beschäftigt. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder, 6 und 8 Jahre alt. Seine Frau arbeitet halbtags als Assistentin der Geschäftsführung in einer Baufirma. Zusammen haben die beiden ein Monatsnettoeinkommen von knapp über 6000 Euro. Beide sind der Meinung, dass bei den Kindern und ihrem Image nicht gespart werden darf. Man will ja auch die Nachbarn beeindrucken. Beide Kinder besuchen also Privatschulen, sie haben zwei Autos (BMW X3 und Audi Q6) in Leasingvarianten, neues Haus in bester Lage mit Swimmingpool, Sauna und allem Pipapo (durch Kredite finanziert) und dann gibt es noch regelmäßig reichlich Gäste zu bewirten. Was man hat, kann man ja auch herzeigen. Nun bleibt nicht viel übrig vom ganzen Einkommen und die Großhelmers können geradeso ihre Leasingraten, Kreditraten und vielleicht noch zwei schöne Urlaube bezahlen. Aber Vermögensbildung? Jetzt könnte man einwerfen, dass die Großhelmers ja in ihr Haus investieren und sich Eigentum aufbauen.

Aber Achtung: Wie ist ein Vermögenswert überhaupt definiert?

Ein Vermögenswert lässt Geld in deine Geldtasche fließen, während Verbindlichkeiten deine Geldtasche leeren. Was ist nun das Haus der Großhelmers? Wie jede selbst genutzte Immobilie ist es eine Verbindlichkeit! Kreditraten, Versicherungskosten, Grundsteuer, Erhaltungskosten usw. sind alles Dinge, die dein Portemonnaie leider minimieren, statt es prall zu füllen. Wäre das Haus hingegen vermietet, dann könnte man von einem Vermögenswert sprechen. Fazit: Würden Herr oder Frau Großhelmer ihren Job verlieren, dann wären sie wohl bald schon bankrott. Was lehrt uns also dieses Beispiel?

Lebe immer unter deinen finanziellen Möglichkeiten, bis zu dem Zeitpunkt, an dem dein Vermögen so hohe Einnahmen erarbeitet, dass deine monatlichen Ausgaben abgedeckt sind.

Aus meiner Erfahrung kann ich empfehlen, dass man beim Jobeinstieg und einem ungefähren Nettogehalt von 1500 – 2000 Euro zwei Drittel für die monatlichen Lebenskosten und ein Drittel für den Vermögensaufbau verwenden sollte. Dieses Verhältnis sollte sich ändern, desto weiter man in der Karriere fortschreitet, um die Defense-Fähigkeiten konsequent auszubauen.

Das extremste Beispiel, das ich jemals in meiner Beratung erlebt habe, war ein Mann, der 95% seiner monatlichen Einnahmen veranlagen konnte. Wie gesagt, ein außergewöhnliches Beispiel, aber soll verdeutlichen, was möglich ist. Das geht natürlich nur, wenn man überdurchschnittliche Einnahmen generiert und eine sehr gute Defense aufweist, indem monatliche Ausgaben sehr intelligent niedrig gehalten werden.

In drei Schritten zur Optimierung deiner Budget-Intelligenz:

  1. Plane zu Jahresbeginn, wie viel Budget du ausgeben willst für:
    • Urlaub
    • Wohnen: Einrichtung, Renovierung, Accessoires, etc.
    • Auto
    • Fortbildung
    • Kleidung
    • Kommunikation
    • Anschaffungen: Neuer Fernseher, Handy, etc.
  2.  Erstelle dir im zweiten Schritt dein Monatsbudget, welches deinen Lebenskosten entspricht. Wie viel planst du auszugeben für:
    • Einkäufe: Essen, Haushalt, etc.
    • Fortbewegung: Fahrtickets, Sprit, etc.
    • Vergnügen: Essen gehen, Kino, Theater, etc.
    • Sport: Fitness Center, Golfen, etc.
    • Wochenend-Ausflüge
    • Kinder: Schulhort, Nachhilfe, etc.
  3. Nun fehlt noch der letzte Budgetschritt: Breche nun von dem Monatsplan herunter, was du wöchentlich in Summe ausgeben willst.

Wenn du diese 3 Schritte schriftlich festgehalten hast, dann führe das für dich passende Controlling ein. Manche Klienten von mir arbeiten hier hervorragend mit Excel, andere haben ein Art Haushaltsbuch für sich angelegt. Eigentlich sind diese Prozesse vergleichbar mit dem Jahresbudget eines Unternehmens, das dann über die Buchhaltung dokumentiert wird und von der Controlling Abteilung bzw. vom Management gelenkt wird.

Im übertragenen Sinn bist du deine eigene kleine Firma.

Beginne auf Jahresbasis mit der strategischen Planung deiner Aussagenziele für die großen Ausgaben. Dann erstellst du für die alltäglichen Ausgaben auf Monats- und Wochenbasis deine Zielvorgaben. Diese Zielvorgaben werden über deine eigene Buchhaltung dokumentiert, damit deine Controlling Abteilung beobachten kann, ob du auf Kurs bist oder ob Veränderungen durchgeführt werden müssen. Nur so kannst du deine Budget-Intelligenz aufbauen und eine hervorragende Defense entwickeln. Auf geht’s!

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