So triffst du die richtigen Entscheidungen

So triffst du dich richtigen Entscheidungen

von | Sep 12, 2017

Es ist wirklich verblüffend. Es gibt wenige Dinge, die wir so häufig im Leben tun und so wenig darüber wissen. Hast du gewusst, dass du 20.000 Entscheidungen tagtäglich triffst? Warum Entscheidungen so spielentscheidend in deinem Leben sind, wie du sie triffst und wie du die Qualität deiner Entscheidungen verbessern kannst, erfährst du in meinem heutigen Artikel.

Entscheidungsquadrant nach A. Oberenzer:

Welche Entscheidungen treffen wir denn tagtäglich und in welcher Häufigkeit?

 

 

Unbewusste Entscheidungen:

Das sind Entscheidungen, die wir nicht bewusst treffen, die wir uns nur mit bestimmten Reflexionstechniken oder mit Hilfe anderer vergegenwärtigen können. Gute Beispiele dafür sind Reflexe oder Sympathien. Sie funktionieren automatisch und wir können sie im Grunde nicht beeinflussen. Ob uns ein Mensch sympathisch ist oder nicht, spüren wir in der Sekunde, können diese Emotionen aber an und für sich nicht steuern. Wie kommt es zu diesen Entscheidungen?

Sie sind zum einem angeboren und zum anderem resultieren sie aus frühkindlichen Prägungen. Unbewusste Entscheidungen sollen primär unser Überleben garantieren. Wenn unsere Hand etwas Heißes wie die Herdplatte berührt, dann ziehen wir sie sofort zurück. Ob uns ein Mensch sympathisch ist oder nicht, hat sehr viel mit Freund oder Feind und Sicherheit oder Bedrohung zu tun.

 

Halbbewusste Entscheidungen:

 

Sind jene Entscheidungen, die in der Regel ebenfalls automatisiert ablaufen, die wir uns aber durch willentliche Anstrengung bewusst machen können. Beispiele dafür sind Routinen, Alltagshandlungen, Angewohnheiten oder auch Techniken. Irgendwann am Anfang stand da einmal ein bewusster Entscheidungsprozess, jedoch sind uns durch das häufige Wiederholen diese Entscheidungen sozusagen in Fleisch und Blut übergegangen, weswegen wir nicht mehr aktiv darüber nachdenken müssen.

Wie ich die Butter beim Frühstück auf mein Brot schmiere, darüber muss ich nicht mehr aktiv nachdenken. Welches Toilettenpapier ich kaufe, mache ich in der Regel automatisch. Wofür gibt es halbbewusste Entscheidungen? Sie erleichtern uns den Alltag ungemein, denn müssten wir jedes Mal von Neuem über diese Entscheidungen nachdenken, wären wir tagtäglich hoffnungslos überfordert.

 

Einfache Entscheidungen:

Sind jene Entscheidungen, die wir täglich bewusst treffen und die einen gewissen willentlichen Entscheidungsprozess von uns abverlangen. Da es einfache Entscheidungen sind, können wir diese meist schnell treffen. Wohin gehe ich heute in der Mittagspause Essen? Bezahle ich bar oder mit Karte? Rufe ich gleich zurück oder später? Charakteristisch für diese Art der Entscheidungen ist, dass sie nicht übermäßig relevant sind und meistens eher einen kurzfristigen Wirkradius haben. Diese einfachen Entscheidungen können jedoch eine große Falle darstellen, da wir mitunter viel zu viel Zeit für sie verbrauchen.

Komplexe Entscheidungen: Das sind die richtig großen Entscheidungen des Lebens. Es sind jene Fragen, die uns gerne schlaflose Nächte bereiten. Soll ich das externe Jobangebot annehmen oder soll ich besser bei der jetzigen Firma bleiben? Soll ich eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen oder nicht? Soll ich in Aktien oder Immobilien investieren? Macht sparen für mich Sinn oder gebe ich jetzt, so lange ich noch jung und gesund bin, mein Geld besser für Reisen aus? Die große Herausforderung bei komplexen Entscheidungen ist für uns, dass sie fast immer einen langfristigen Wirkradius haben. Das Ergebnis der Entscheidung zeigt sich meist erst nach Jahren oder Jahrzehnten.

Faszinierend ist die Verteilung der Entscheidungsformen

Während ich diesen Entscheidungsquadranten entwickelt habe, war für mich die Auseinandersetzung mit den Häufigkeiten der verschiedenen Entscheidungstypen besonders beeindruckend. Bevor ich dir meine Überlegungen dazu zur Verfügung stelle, versuche selbst einmal einzuschätzen:

„Wie viel Prozent deiner Entscheidungen sind komplexe, einfache, halbbewusste bzw. unbewusste?“.

Da ich dazu nicht viele wissenschaftlichen Arbeiten gefunden habe, befragte ich Personen aus meinem Umfeld und vereinte das mit den Ergebnissen des Wissenschaftlers Ernst Pöppel. Zuvor haben wir erfahren, dass du rund 20.000 Entscheidungen pro Tag triffst. Da wir uns nur die bewussten Entscheidungen (einfache und komplexe) einfach vergegenwärtigen können, habe ich hier angesetzt. Interessant ist, dass wir im Schnitt nur 0,0025–0,04% komplexe Entscheidungen im Leben treffen. Das entspricht ca. drei bis 60 schwierigeren Entscheidungen pro Woche, ganz stark davon abhängig, in welcher Situation wir uns befinden bzw. welchen Beruf wir ausüben.

Ob ich im Urlaub bin oder im Job bzw. ob ich Pförtner oder Wissenschaftler bin, macht eben einen Unterschied. Der Anteil einfacher Entscheidungen entspricht 1-5%, was ca. 30–150 pro Tag bedeutet. Die bewussten Entscheidungen zusammen betragen also in Summe maximal 5–6%. Das heißt umgekehrt, dass fast 95% unserer Entscheidungen unbewusst oder halbbewusst, also automatisiert ablaufen. Beeindruckend – oder?

Wahrscheinlich entscheiden die 95% viel über unser Glück und Schicksal und hier vor allem unsere Angewohnheiten und Denkmuster. Setzen wir uns im nächsten Schritt aber mit dem bewussten Bereich auseinander, weil er für uns leichter zu beeinflussen ist.

Willentlicher Entscheidungsprozess

Jeder Entscheidungsprozess umfasst mindestens drei Phasen: Es beginnt mit der Sensibilisierungsphase. Du entwickelst ein Problembewusstsein bzw. einen Handlungsbedarf. Zum Beispiel: „Ich sollte etwas für meine Pensionsvorsorge machen.“ Es folgt die Entscheidungsphase (wir bleiben bei dem Beispiel): „Ja, ich mache etwas für meine Pensionsvorsorge.“ Welche Möglichkeiten habe ich dafür – sich im Internet selber schlau machen, mich mit Bekannten austauschen, zur Bank gehen, einen Finanzberater aufsuchen, einen Workshop besuchen, ein Buch lesen. Aus diesen Möglichkeiten musst du nun wieder eine Entscheidung treffen. Ist diese Phase abgeschlossen folgt die Handlungsphase. Ich starte tatsächlich mit einer Pensionsvorsorge, die ich monatlich tatsächlich anspare.

Das Geheimnis guter Entscheidungen – meine 5 Finanztipps

Finanztipp Nr. 1: Verbessere deinen Entscheidungsprozess

Gute Entscheider ergänzen diese drei Grundphasen um noch zwei weitere: regelmäßiges Monitoring – bin ich noch auf Kurs oder nicht. Parallel dazu die Phase des Zielerreichungs-Managements: Stelle ich beim Monitoring fest, dass ich vom Kurs abweiche, dann müssen Veränderungen eingeleitet werden, um wieder auf Zielkurs zu kommen! Das ist ein wesentlicher Grund, warum 90% der Menschen kaum herausragende Leistungen schaffen – weil Sie in ihrem Entscheidungsprozess nach Phase 3 aufhören. Doch eigentlich beginnt es hier gerade erst spannend zu werden!!

 

Finanztipp Nr. 2: Treffe keine halben Entscheidungen mehr

Ein afrikanisches Sprichwort besagt: Zwei Löffel passen nicht in einen Mund

Aktuell leben wir in einer sehr kurzfristigen Zeit. Die Gesellschaft erwartet immer schnellere Lösungen und sofortige Bedürfnisstillung. Viele neue Errungenschaften in der Onlinewelt bestärken uns darin. Apps und Co. gaukeln uns gerne vor, dass wir einfach und schnell unsere Probleme lösen können. „Zur Traumfigur in 30 Tagen“, „die Vier-Stunden-Woche“, „in fünf Minuten zur perfekten Powerpoint-Präsentation“. Wenn wir uns den Lebensweg erfolgreicher Menschen ansehen, dann stellen wir aber fest, dass es immer ein Aufbauprozess über Jahre und Jahrzehnte war. Die Story, über Nacht Millionär werden zu können, klingt sehr verlockend. Das ist aber einfach nur Bauernfängerei und hat leider nichts mit der Realität zu tun.

Zusätzlich lieben wir es in unserer momentanen Gesellschaft, für unverbindliche Entscheidungen viel Energie aufzuwenden. Am liebsten sind uns Entscheidungen mit fünf „Hintertüren“. Das Problem dabei ist, dass wir auf diesem Weg keine Entschiedenheit aufbauen können. Diese ist aber sehr wichtig für unsere Handlungsphase. Deswegen lerne echte Entscheidungen zu treffen und entscheide dich, um beim afrikanischen Sprichwort zu bleiben, welchen Löffel du zum Essen nimmst! Nicht umsonst hat der deutsche Aphoristiker Peter E. Schumacher den Satz geprägt: Wenn du eine Entscheidung getroffen hast, töte alle Alternativen.

 

Finanztipp Nr. 3: Weg mit der Vogel-Strauß-Politik!

Winston Churchill wusste: „Man löst keine Probleme, wenn man sie auf Eis legt.“ Wir tendieren so gerne dazu, schwierige Entscheidungen auf die lange Bank zu schieben oder wir versuchen ihnen auszuweichen. Das erste Problem dabei ist, Probleme werden so schlichtweg nicht gelöst und mit der Zeit werden diese größer, bedrohlicher und schwieriger zu lösen. Das zweite Problem dabei ist, wir können nicht nicht entscheiden. Auch das Nichtstun ist eine Entscheidung. Deswegen warnt uns auch Benjamin Franklin eindringlich: Die schlimmste Entscheidung ist Unentschlossenheit. Beginne deine Probleme aktiv anzugehen und zu lösen, nicht ihnen auszuweichen. Setze dir für deinen Entscheidungsprozess Zeitlimits, um schneller in die Handlungsphase zu kommen.

Finanztipp Nr. 4: Vergrößere deine Erfahrung

Vielleicht sagt dir der Name Chesley Burnett Sullenberger noch etwas. Das war jener amerikanische Pilot, der 2009 ein Flugzeug in einer Extremsituation sicher am Hudson River gelandet hat. Nicht zufällig hat Sullenberger zur damaligen Zeit mehr als 20.000 Flugstunden aufgewiesen. Ohne diese Erfahrung hätte er das nie geschafft. Neun von zehn Piloten wären bei diesem Manöver gescheitert. Nur wer erfahren im Entscheiden ist, kann qualitativ gute Entscheidungen treffen.

Egal in welchem Bereich du Neuland durch deine erste Entscheidung betrittst, du musst den ersten Schritt machen. Tust du ihn nicht, kannst du keinen Erfahrungsschatz aufbauen und die Qualität deiner Entscheidungen verbessern. Oft zögern Menschen gerade zu Beginn („Da kenne ich mich ja nicht aus, da brauche ich noch mehr Information bzw. Wissen“). Leider eine Katze, die sich in den Schwanz beißt. Theoretisches Wissen kann nie die praktische Erfahrung ersetzen. Filmtipp: „Sully“ von Clint Eastwood, einem meiner Lieblingsregisseure.

Gerade beim Thema Vermögensaufbau scheitern die meisten Personen an diesem Punkt. Sie beginnen halbherzig, und da die erwünschten Ergebnisse ausbleiben, bleiben sie nicht langfristig dran. Wer kennt nicht das Sprichwort: Wer die Erfahrung hat, ist gut beraten. Also ist es sinnvoll, sich das Wissen von Erfahrenen bzw. Profis zu holen. Auf jeden Fall! Ob Finanzberater, Mentor, Coach oder ein starkes Umfeld, all das erhöht die Qualität deiner Entscheidungen.

Finanztipp Nr. 5: Lerne Entscheidungen spielerisch lernen

Lerne im geschützten Bereich Finanzentscheidungen zu treffen, zu reflektieren und zu verbessern. Dazu lade ich dich herzlich zu unserem nächsten Cashflow-Spiele-Abend ein. Vertraue deiner Intuition und melde dich hier an (hier klicken). 

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