Private Krankenversicherung: Now or Never?

Private Krankenversicherung: Now or Never?

von | Mrz 30, 2016

Wie wird sich das Österreichische Gesundheitssystem der Sozialversicherungen weiterentwickeln? Das ist die zentrale Frage, wenn du dich mit dem Thema einer privaten Krankenversicherung auseinander setzt. Erfahre in meinem Artikel, was die 5 Gründe für eine private Krankenversicherung sind und wie du bei dieser über 20.000 Euro sparen kannst!

Wie haben sich die Gesundheitsausgaben in Österreich entwickelt?

Dazu hilft uns ein Blick auf die Statistik Austria Seite. Seit 1990 bis 2014 haben sich die Ausgaben vom Staat inklusive Sozialversicherungsträgern mehr als verdreifacht. 1990 beliefen sich die Kosten auf rund 7,9 Milliarden Euro und 2014 auf 25,6 Milliarden. Wenn wir noch die Inflation beachten und dabei von einer Inflation von 2 Prozent ausgehen, dann würden wir auf rund 13 Milliarden Euro kommen. Die Kosten haben sich also auch inflationsbereinigt immerhin verdoppelt!

Wie werden sich die Kosten weiterentwickeln?

Das ist natürlich eine schwierig zu beantwortende Frage. Die hohen Kosten im Gesundheitswesen liegen auf der einen Seite bei älteren pflegebedürftigen Menschen und auf der anderen Seite bei chronisch kranken Menschen. Letztere werden als Kostenpunkt höchstwahrscheinlich stabil bleiben, wohingegen bei den älteren Menschen eindeutig eine steigende Tendenz auszumachen ist: Aktuell leben in Österreich rund 1,6 Millionen Menschen, die älter als 65 Jahre alt sind. 2050 werden es eine Million mehr sein, also 2,6 Millionen Menschen. Ein Klient von mir hat einen sehr guten Einblick in die Altenpflege. Nach seiner Aussage sterben zwei Drittel der Menschen als Pflegefall. Die Pflegebedürtigkeit kann von ein paar Wochen bis zu mehreren Jahren dauern. Hier liegen meiner Meinung nach die ganz großen Herausforderungen für unser Gesundheitssystem.

Brauchst du nun eine Krankenzusatzversicherung?

Die Frage lautet also, ob dir der Staat mit deinen Sozialversicherungsabgaben langfristig eine medizinische Versorgung auf modernem Stand gewährleisten kann. Wenn wir die genannten Fakten und noch dazu eine immer höhere Staatsverschuldung berücksichtigen, dann müssen wir zu dem Schluss kommen: nein. Einerseits wird der Staat wegen seiner Verschuldung sparen müssen, andererseits wird er mit ansteigenden Gesundheitsausgaben konfrontiert. Die natürliche Folge ist, dass Leistungen abgebaut werden. Das haben auch schon verhältnismäßig viele Österreicher erkannt. Aktuell haben 3,05 Millionen Österreicher eine private Krankenzusatzversicherung, um diese Absicherungslücke zu schließen.

Rechnet sich jetzt ein Einstieg?

Um diese Frage beantworten zu können, müssen wir verstehen, wovon die Prämienhöhe bei einer Krankenversicherung abhängt. Prämienrelevant sind das Alter und dein aktueller Gesundheitszustand. Deswegen gilt grundsätzlich folgende Aussage „je jünger und gesünder du bist, desto günstiger die Prämie“. Was aber jetzt sehr wenige wissen: Bei der Privaten Krankenzusatzversicherung hast du dann für immer deine Einstiegsprämie, es folgen nur noch Indexanpassungen, die Grundprämie steigt nicht mehr! Das ist besonders interessant für finanziell intelligente Menschen. Ist es für mich nun besser, früh einzusteigen und dadurch jetzt schon für die Krankenversicherung zu bezahlen oder ist es besser, später zu beginnen und sich jetzt die Prämienzahlungen zu sparen?

Treffen wir folgende Annahme: Ein 30-jähriger Mann will diese Frage anhand eines Sonderklassentarifes Einzelzimmer, ist eine Tarifart, beantwortet haben, wenn er jetzt oder 10 Jahre später beginnen würde. Die Krankenversicherung läuft in der Regel ein Leben lang, weil je älter du bist, desto mehr Leistung wirst du voraussichtlich davon in Anspruch nehmen. Aus diesem Grund nehmen wir ein Lebensalter von 82 Jahre an. Dieser Sonderklassentarif kostet den jungen Mann mit 30 Jahren aktuell 121,91 Euro bei einem der 3 größten Krankenzusatz-Anbieter der Merkur. Berechnen wir diese Prämie für die gesamte Laufzeit – 121,91 x 12 x 52 – kommen wir auf eine Prämiensumme von 76.071,84 Euro. Indexanpassungen berücksichtigen wir bei dieser Betrachtungsweise bewusst nicht. Als 40-jähriger Mann würde er 153,66 Euro bezahlen. Berechnen wir wieder für die gesamte Laufzeit die Prämiensumme: 153,66 x 12 x 42, kommen wir auf eine Prämiensumme von 77.444,64 Euro. Unter der Annahme, dass es während der 10 Jahre, die der 40-jährige später beginnt, keine außerordentlichen Prämienerhöhungen gibt, würde der 30-jährige 1372,80 Euro sparen und jetzt schon vollen Versicherungsschutz genießen! 

5 Gründe, die für einen jetzigen Einstieg sprechen

Erstens: Die staatlichen Leistungen im Gesundheitswesen werden zurückgehen, sodass dieses Defizit privat ausgeglichen werden muss. Zweitens: Wie oben erläutert, macht es finanzmathematisch Sinn. Außerdem wärst du jetzt schon abgesichert und hättest damit 10 Jahre mehr Absicherungsschutz. Drittens: Prämien für Neuverträge werden regelmäßig erhöht, wir haben erst Anfang dieses Jahres eine Erhöhung gehabt und es wird demnächst wieder eine geben. Davon sind fast ausschließlich Neuverträge betroffen, in den seltensten Fällen bestehende Verträge. Viertens: Es kommen regelmäßig neue Tarife auf den Markt. Alte Tarife sind dann meistens nicht mehr für Neuverträge offen. Sehr oft sind die Änderungen mit anderen bzw. niedrigeren Leistungen verbunden. Fünftens – und das ist meiner Meinung nach einer der wesentlichsten Gründe: Wenn du innerhalb der 10 Jahre eine gesundheitliche Verschlechterung erfährst, dann können je nach Grad der Schwere folgende Situationen eintreten – die Krankenversicherung lehnt dich komplett ab, das passiert zum Beispiel oft bei Diabetes. Sie schließt Teilbereiche vom Versicherungsschutz aus, bei Wirbelsäulenproblemen zum Beispiel Ausschluss der Wirbelsäule, oder die Versicherung verrechnet dir einen Risikoaufschlag, wodurch sich die Prämie erhöht.

Voraussichtlich ab Mai 2016 werden Prämien um 5-9 Prozent erhöht!

Die Finanzmarktaufsicht senkt den Rechnungszins für österreichische Versicherer von 2,5 auf 1,75 Prozent. So weit so spektakulär. Aber welche Auswirkungen hat das? Private Krankenversicherer sammeln Prämien von ihren Kunden und bilden damit Rücklagen, um im Leistungsfall die Kosten der Kunden übernehmen zu können. Diese Rücklagen sind gar nicht selten über viele Jahrzehnte hinweg zu kalkulieren, wie wir im Falle unseres 30-jährigen Mannes gesehen haben. Diese Rückstellung erzielt aktuell, aufgrund der Niedrigzinsphase am defensiven Kapitalmarkt, kaum mehr Erträge. Daher hat die Finanzmarktaufsicht den kalkulatorischen Rechnungszins als Vorsichtsmaßnahme reduziert, damit die Krankenversicherer auch langfristig die Leistungsversprechen ihren Kunden gegenüber halten können. Die unmittelbare Auswirkung werden alle Neukunden voraussichtlich ab Mai 2016 deutlich spüren, weil sich die Prämien bis zu 9 Prozent verteuern werden. Lasst uns noch einmal unser Beispiel aufgreifen. Die aktuelle Prämie des 30-jährigen wird sich bei 5 Prozent von 121,91 auf 128,01 Euro erhöhen und bei 9% sogar auf 132,88 Euro. Für die gesamte Versicherungsdauer reden wir von fast 7000 Euro, die er mehr zahlen müsste. Hier auch ein weiterer Artikel dazu.

Insider Tipp – das Beste zum Schluss

Wenn du noch jung bist – sagen wir unter 40 Jahre alt – dann gibt es bei guten Versicherern die Möglichkeit eines Optionstarifs. Da kostet die Prämie 70 Prozent weniger. Dafür tritt im ersten Schritt bei der Sonderklasse nur Leistung im Falle eines Unfalls ein, bei Krankheiten gibt es keine Sonderklasse. Nach 3 Jahren kannst du allerdings jährlich, immer zur Hauptfälligkeit, in den Volltarif wechseln und bleibst bei der ursprünglichen Prämie, die du bei Abschluss bezahlt hast.

In unserem Beispiel heißt das: Der 30-jährige würde beim Optionstarif aktuell rund 37 Euro bezahlen, mit Leistungsanspruch bei einem Unfall. Wenn er 34 Jahre alt ist, kann er in den Volltarif wechseln. Obwohl er nun älter ist und vielleicht eine schwere Krankheit wie Diabetes hat, muss ihn der Krankenversicherer zu seiner ursprünglichen Prämie mit 121,91 Euro in den Volltarif aufnehmen und ihm ab diesem Zeitpunkt alle Leistungen bei Diabetes bezahlen. Wenn es dir gelingt, lange gesund zu bleiben, indem du auch ein wenig auf dich achtest, dann könntest du bei manchen Versicherern sogar bis 50 im Optionstarif bleiben. Besonders allen jungen Klienten empfehle ich diese Variante, weil du im Best Case eine Ersparnis von – bleiben wir bei unserem Beispiel: 37 x 12 x 20 (weil bis 50 im Optionstarif) + 121,91 x 12 x 32 (die restlichen Jahre bis 82) ergibt 55.693,44 Euro – von 20.378,40 Euro hast!!

Wer Interesse hat, kann sich zeitnah bei mir melden! Wenn euch der Artikel gefallen hat, dann teilt ihn mit euren Freunden und Bekannten, um diesen Wissensvorsprung an sie weiterzugeben. Gerne stehe ich euch für weitere Informationen zur Verfügung.

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