Ihr werdet sicher nicht reich!

Ihr werdet sicher nicht reich!

von | Jan 31, 2017

Neueste sozialwissenschaftliche Studien legen nahe: Wer nicht aus einer reichen Familie stammt, der hat Pech. Die Wahrscheinlichkeit, sich selbst etwas aufbauen zu können, ist sehr gering. Das zeigen Forschungsergebnisse der letzten 600 Jahre. Dazu werde ich dir zu Beginn drei Studien aus dem Artikel einer Bloggerkollegin zusammenfassen. Am Ende zeige ich dir noch auf, was du machen kannst, damit du nicht in diese Tradition fällst.

 

Erste Studie – Namen prägen

Beginnen wir mit einer Studie aus Schweden. Im 16. Jahrhundert wurde in diesem Land der Nachname als Teil des Namens eingeführt. Die Schweden haben damals anhand der Namensendungen den sozialen Status sichtbar gemacht. Alle Namen, die auf „kvists“ endeten, ließen auf Adel bzw. Wohlstand schließen. Die restlichen Namen, jene von Bauern und Handwerkern, endeten auf „son“. Schauen wir uns dazu die Liste der schwedischen Fußballnationalmannschaft an, dann sehen wir tatsächlich: Namen wie Andreas Isaksson, Martin Olsson oder Sebastian Larsson sind dort relativ häufig vertreten. Das ist durchaus nachvollziehbar, weil es immer schon mehr „normales Volk“ gab als Adelige und Reiche. Aber immerhin einen aus einer begüterten Familie finden wir in der Fußballnationalmannschaft wieder: Andreas Granqvist.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass bis heute in den gesellschaftlichen Eliten eine Mehrheit von gehobenen Namen vorkommt. In Schweden weist dein Name auf finanziellen Wohlstand in deiner Familiengeschichte hin.

 

Zweite Studie – was uns Steueraufzeichnungen verraten

Ist Schweden ein Einzelfall? Eine zweite Studie aus Italien hilft uns weiter. Sie stammt von den beiden Italienischen Wissenschaftlern Guglielmo Barone und Sauro Mocetti. In der Stadt Florenz gibt es seit dem Jahr 1427 relativ exakte Steuer-Aufzeichnungen. Die Forscher wollten wissen, ob die reichsten Familien von heute schon damals im 15. Jahrhundert zur finanziellen Elite gehörten. Das erschreckende und gleichzeitig faszinierende Ergebnis: Welche Familien schon vor 600 Jahren an der Spitze der sozioökonomischen Leiter standen, tun es auch heute noch. Wessen Familie damals schon finanziell schwach war, wenig Ansehen hatte, ist dies mit hoher Wahrscheinlichkeit heute auch noch. Keine Weltkriege, keine Pest und keine allgemeine Schulpflicht konnten das in Italien verändern. Jetzt müssen wir uns wieder die Frage stellen, sind Italien und Schweden für Europa repräsentativ? Vom Norden in den Süden, was ist mit der Mitte? Ja, zum Beispiel in Österreich?

 

Dritte Studie – wo wird Reichtum am meisten vererbt

Die beiden amerikanischen Forscher Jonathan Wai und David Lincoln haben Folgendes erhoben, basierend auf der Frage: Wie wahrscheinlich ist es im jeweiligen Land, dass vermögende Menschen ihren Wohlstand geerbt haben? Bevor du auf die Grafik schaust, versuche einzuschätzen, wer die Statistik anführt.

Quelle: https://www.bloomberg.com/view/articles/2016-10-06/the-rich-are-also-different-from-one-another

 

Wow, welch hartes Ergebnis! Von 100 Menschen, sind ca. 95-98 aus der aus jenen Familien, die historisch gesehen niemals Wohlhaben werden können. Irgendwie wollen wir das nicht glauben, es fühlt sich nicht richtig an. Jedoch lügen diese Studien nicht. Die entscheidende Frage ist nun: Wird sich diese Tradition fortführen oder nicht? Was spricht dafür, was dagegen?

 

Über Geld spricht man nicht

Es gibt doch einige Gründe, die dafür sprechen. Einer der ganz wesentlichen ist sicherlich, dass Geld nach wie vor ein Tabuthema in unserer Gesellschaft ist. Wie eine repräsentative Umfrage im Jahr 2015 der deutschen Postbank  ergab, ist für 64 Prozent der Deutschen Geld ein absolutes Tabuthema. Leichte Unterschiede gibt es je nach Bildungsniveau. Pflichtschulabsolventen sprechen zu 64 Prozent nicht über Geld, während es bei Abiturienten und Uni-Absolventen rund 57 Prozent sind. Was aber ein sehr dramatisches Ergebnis ist: 96 Prozent der finanziell Erfolgreichen bevorzugen es, lieber nicht über Geld zu reden. Die Angst vor Neid und Missgunst ist nach wie vor in Deutschland sehr ausgeprägt. Meiner Meinung nach wären die Ergebnisse in Österreich sehr ähnlich. Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es: Eine andere Studie der Direktbank hat ergeben, dass sich 50 Prozent der 18–34 Jährigen auf Social-Media-Kanälen gerne, allerdings anonym, über ihre Geldangelegenheiten austauschen.

 

Die Familie prägt dich am stärksten

Wenn über Geld nicht gesprochen wird, dann gibt es auch wenig Weiterentwicklung bzw. Lerneffekte. Das ist aus meiner Erfahrung auch der Hauptgrund, warum selten Kinder aus „normalen“ Familien, in denen wenig Wohlstand vorhanden ist, finanziell erfolgreich werden. Hier liegt aus meiner Sicht auch die größte Chance für die Zukunft. Das mögliche Zauberwort heißt Finanzielle Bildung. Das ist auch der Grund, warum ich einmal pro Monat Interessierten gratis die Möglichkeit biete, sich im Rahmen unserer Cashflow-Game-Abende über Geld, Veranlagungen und Vermögenswerte auszutauschen. Wir wollen diese Tabu-Grundhaltung „Über Geld spricht man nicht“ aufbrechen. Jeder, der lesen kann und bereit ist Neues zu lernen, kann seine Finanzielle Intelligenz steigern und einen gewissen Wohlstand aufbauen. Jeder soll das Recht haben, keine Geldsorgen haben zu müssen. Nicht umsonst habe ich auch im letzten Artikel eine Leseliste der besten 10 Finanzbücher bereitgestellt.

 

Warum scheitern so viele in der Praxis?

Mittlerweile gibt es ja schon viele wirklich gute Ratgeber rund um Geld und Investieren. Trotzdem scheitern viele daran, dieses Wissen auch konsequent anzuwenden. Dafür sehe ich vor allem zwei Gründe. Zum einen sind Theorie und Praxis zwei verschiedene Paar Schuhe. Wenn du keinen Menschen um dich herum hast, der erfolgreich mit Geld umgeht, dann beginnen wir schnell zu zweifeln und verfallen wieder in alte, uns vertraute Handlungsmuster. Zum anderen hat jeder von uns auch diese berühmten blinden Flecken, die wir selber nicht sehen und uns damit leider selber im Weg stehen. Im Wirtschaftsbereich helfen Coaches, diese blinden Flecken aufzuarbeiten, in der Psychologie sind es Therapeuten und im Finanzbereich kann ein guter und erfahrener Finanzberater weiterhelfen. Alle drei erarbeiten zu Beginn die Ziele der Zusammenarbeit und entwickeln dann gemeinsam mit dir einen Plan. Im Finanzbereich ist es dein Finanzplan. Ein guter Trainer, Berater oder Therapeut beginnt immer damit.

 

Suche dir das richtige Umfeld

Albert Einstein hat einmal gesagt: „Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“ Harv Eker, der berühmte amerikanische Trainer, sagt: „Es besteht eindeutig ein Zusammenhang zwischen deinem Denken und deinem Kontostand“. Deswegen schließe ich mich Bodo Schäfer, dem Autor von „der Weg zur Finanziellen Freiheit“, an: Stelle dir das richtige Umfeld zusammen. Dazu gehören Privatpersonen, die finanziell erfolgreich sind, sofern du das herausfinden kannst – sie reden ja zu 96 Prozent nicht darüber. Sehr wichtig sind auch die richtigen Experten wie Steuerberater und Finanzberater oder eine Peergroup, in der sich alle auf den Weg zur Finanziellen Unabhängigkeit begeben wollen.

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2 Kommentare

  1. Hallo Alexander,

    Eigentlich ein sehr trauriger, fast fatalistischer Artikel – wenn nicht Stammbaum/Familie und Umfeld passen, dann wird es wohl nach Deiner Einschätzung nichts mit der finanziellen Freiheit. Ob da ein Finanzberater wohl helfen kann?

    Ich teile diesen Pessimismus nicht. Auch wenn es ohne Anstrengung (https://meinefinanziellefreiheit.com/2016/06/16/finanziell-frei-mit-durchschnittseinkommen-und-sparsamkeit-leider-nein/) nicht gelingen wird, so besteht doch eine realistische Chance in Richtung finanzielle Freiheit gehen zu können. Und das unabhängig von Stammbaum und Umfeld. Denn mit dem Sparen und dem Aufbau passiver Einkommensquellen kann jeder starten. Mehr dazu auf: https://meinefinanziellefreiheit.com

    Viele Grüße,
    FF

    Antworten
    • Lieber FF,

      es freut mich sehr, dass der Artikel und diese Studien aufrütteln. Vielen Dank für dein Kommentar!

      Ich sehe es ähnlich wie du, in unseren Breitengraden hat jeder Mensch die Möglichkeit eine gewisse finanzielle Freiheit zu erlangen. Seit meinen nunmehr 10 Jahren als Berater sehe ich, dass es funktioniert und eine gute Möglichkeit damit zu beginnen ist das geniale Spiel „Cashflow“ von Robert Kiyosaki.

      Liebe Grüße,

      Alexander

      Antworten

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