Börsen Crash-Management

Börsen Crash-Management

von | Feb 24, 2016

Aktuell erleben wir einige Korrekturen an den weltweiten Börsen, die Stimmung der Wirtschaft scheint schlecht zu sein. Solche Phasen an der Börse sind normal. Nach jedem Aufschwung kommt auch wieder ein Abschwung. Daher nun ein Fahrsicherheitstraining für Anleger.

Schlechter Start ins Börsenjahr 2016

Das Börsenjahr 2016 hat schlecht begonnen, wir haben in den ersten Tagen fast weltweit ein Minus im zweistelligen Bereich gesehen. Der ATX hat am 30.12.2015 rund 2397 Basispunkte und hatte am 11.2.2016 seinen Tiefstand bei 1957 Punkten. Das entspricht einem Verlust von rund 20 Prozent. Der Dax hatte am 30.12.15 rund 10743 Punkte und an seinem Tiefpunkt am 11.2.16 hatte er 8752 Punkte. Das ist ebenfalls ein Minus von fast 20 Prozent. Beim Dow Jones in Amerika war das Bild mit Verlusten von rund 12 Prozent ähnlich. Die chinesische Börse in Shanghai hatte sogar ein Minus von rund 25 Prozent.

Was sagen die Medien

Hier einfach ein paar Headlines der letzten Wochen von renommierten Zeitungen:

  • In der Presse am 8.02.2016 : Crash: Börsenkurse im freien Fall. DAX unter 9000, Dow Jones unter 16.000, ATX nicht mehr weit von 2000 entfernt: Die Aktienmärkte brechen dramatisch ein.
  • Handelsblatt am 13.02.2016: Die große Angst vor dem „Boom-Bust“. Die Börsen im Krisenmodus – in der vergangenen Woche ging es mit dem Dax schon wieder kräftig abwärts. Die Angst vor einer globalen Rezession ist groß.
  • The Economist am 13.02.2016: A tempest of fearEuropean banks are in the eye of a new financial storm.

Die Medien verbreiten, wie so oft bei Kurseinbrüchen, eine Weltuntergangsstimmung. Aber ist das wirklich hilfreich?

Du wirst von 2 Emotionen getrieben

Wie wir wissen, wird unsere Anlegerpsyche und unser logisches Denken vor allem von zwei Emotionen stark beeinflusst: Der Lust zu gewinnen und der Angst zu verlieren.

Die Lust zu gewinnen

Radikal formuliert, handelt es sich um die Gier nach mehr. Und wer kennt sie nicht? Gerade in Boomphasen, wenn man nach kurzer Zeit schon ein zweistelliges Plus erreicht, hat man Lust auf mehr und beginnt zu rechnen: Was, wenn ich statt meiner 5.000 Euro 50.000 investiert hätte? Und wenn ich dann nicht „nur“ 500, sondern sogar 5.000 Euro Gewinn gemacht hätte? Die Gefahr dabei nämlich ist, dass du zu immer höheren Kaufpreisen immer mehr Anteile kaufst. Doch irgendwann endet jede Börsenrallye und die Kurse brechen ein. Oft haben dann gerade die Skeptiker große Verluste, weil sie zu lange zögern und am Ende zu spät und zu teuer einkaufen.

Die Angst zu verlieren

Die zweite Emotion, die uns stark in unserem finanziellen Denken und Handeln beeinflusst, ist unsere Verlustangst und die Panik, viel Geld zu verlieren. Stell dir vor, nach den ersten kleinen Gewinnen brechen plötzlich die Börsen ein. Deine Wertpapiere sinken zunächst um knappe 5, dann um 10 und schließlich sogar um minus 22 Prozent. Zusätzlich liest du überall Horrormeldungen in den Medien. Klar, dass man da anfängt zu zweifeln. Irgendwann bekommt man dann richtig Panik und die Angst, alles Geld zu verlieren. Dann willst du alles so schnell wie möglich verkaufen und loswerden, damit die Verluste nicht noch größer werden. Genau an dieser Stelle laufen unerfahrene, unsichere und schlecht beratene Personen in die Panikfalle: Zuerst teuer gekauft (siehe Skeptiker) und dann schnell billig verkauft. Das bedeutet in der Regel, Geld verloren und aus.

Kühlen Kopf bewahren statt emotional handeln

Bevor du investierst, musst du dir immer die Frage stellen, wofür will ich mein Geld arbeiten lassen? Was ist mein Ziel?

Die Beantwortung dieser Fragen ist notwendig, weil dir eine genaue Zieldefinition Auskunft über deinen Veranlagungshorizont gibt. Die Faustregel lautet: Jeder, der weniger als 10 Jahre Veranlagungszeit hat, sollte eine niedrigere Aktienquote von unter 50 Prozent wählen, weil Aktien zwar langfristig am ertragreichsten sind, aber auch die höchsten Schwankungen aufweisen. Ich erinnere nur an die Finanzkrise 2008/09, hier haben die weltweiten Börsen fast ein Minus von 50 Prozent erlebt. In kurzer Zeit ist dieser Verlust nicht mehr aufzuholen. Jeder, der mehr als 10 Jahre zur Verfügung hat, kann je nach Anlegertyp auch 100 Prozent Aktieninvestment eingehen. Mein Tipp: Bevor du investierst, dokumentiere dein Ziel und vor allem deinen Anlagehorizont. Das hilft dir ungemein, wenn dich mal wieder die Emotionen oder „Angstattacken“ packen, um einen kühlen Kopf zu bewahren.

Warum sollten wir uns mit Ertragserwartungen befassen?

Finanzmathematisch ist es möglich, für die unterschiedlichen Veranlagungsformen Ertragserwartungen zu berechnen. Ich hatte unlängst ein Investmentmeeting mit der Security KAG, die Veranlagungen der gesamten Grazer Wechselseitigen Versicherung managt. Diese hat mir für unseren Blog folgende Ertragserwartungen berechnet:

Wahrscheinlich werden diese Werte nie exakt eintreten, aber wir sehen eindeutig, dass die Erträge im Aktieninvestment höher sein werden als im Anleihen Segment. Aber nur, wenn du auch die Zeit für dich arbeiten lässt und deine Emotionen beherrschst. Deswegen lasse dich nicht von den negativen Nachrichten verunsichern. Erinnere dich an deine ursprüngliche Zielsetzung und überlege, ob du nicht die günstigeren Einkaufspreise nützen willst. Wie schon die alten babylonischen Kaufmänner sagten: „Geld verdienst du bei einem Handel, wenn du günstig einkaufst und teurer verkaufst“. Diese Regel gilt auch für die heutigen Börsen!

Tipp:

Für alle, die lernen wollen, wie sie mit den beiden Anlegeremotionen Gier und Angst umgehen können, lade ich recht herzlich zu unserem nächsten Cashflow Spielabend am 15.3.2016 ein. Hier kannst du diese beiden Emotionen spielerisch kennen lernen bzw. den Umgang damit erproben. Melde dich einfach hier an.

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