Achtung Steuerreform 2016!

Achtung Steuerreform 2016!

von | Okt 22, 2015

Was Du noch tun kannst, um Dein Vermögen zu schützen. Ein aktueller Gastbeitrag von Steuerberater Mag. Clemens Angerer

Die in der Öffentlichkeit ausführlich diskutierte Steuerreform tritt großteils mit 1. Jänner 2016 in Kraft. Es bleibt also noch Zeit, um eventuelle Mehrbelastungen durch Handlungen vor Jahreswechsel abzuwehren. Hierbei lohnt sich aber ein genauer Blick, da es unter Umständen auch zu Erleichterungen kommen kann. Betroffen sind insbesondere Immobilien und Wertpapiere (inklusive GmbH-Anteile), aber auch bei den Sonderausgaben gibt es noch Spielraum.

Um die beschlossene Entlastung durch die Tarifreform zu finanzieren wurden zahlreiche Maßnahmen beschlossen. Diese reichen von Betrugsbekämpfung (Stichwort Registrierkassen und Aufhebung des Bankgeheimnisses) über die Streichung von Förderungen bis zu Steuererhöhungen, von denen nachfolgend einige beschrieben werden sollen.

Grunderwerbsteuer

Die unentgeltliche Übertragung (Schenkung, Erbschaft) von Grundstücken wird einer kompletten Neuregelung unterzogen. Wurde bisher bei einer unentgeltlichen Übertragung 3,5 % (2 % innerhalb der Familie) des dreifachen Einheitswerts fällig, wird zukünftig der in der Regel weitaus höhere Verkehrswert als Bemessungsgrundlage herangezogen. Als Ausgleich wurde der Steuersatz auf einen Staffeltarif umgestellt: Für die ersten 250.000 Euro werden künftig 0,5 %, für die nächsten 150.000 Euro 2 % und für alle darüber hinausgehenden Beträge 3,5 % fällig.

An Hand eines einfachen Beispiels (Schenkung an Kinder, Verkehrswert EUR 500.000, Einheitswert EUR 50.000) lässt sich diese Regelung demonstrieren:

Alte Rechtslage

Neue Rechtslage

Steuersatz

3-facher Einheitswert

Steuer

Steuersatz

3-facher Einheitswert

Steuer

2 %

EUR 150.000

EUR 3.000

0,5 % für

EUR 250.000

EUR 1.250

2 % für

EUR 150.000

EUR 3.000

3,5 % für

EUR 100.000

EUR 3.500

SUMME

EUR 500.000

EUR 7.750

An Hand des Beispiels ist deutlich erkennbar, dass es mitunter sinnvoll sein kann, geplante Schenkungen an Kinder noch vor dem Jahreswechsel durchzuführen.

Immobilienertragsteuer

Nicht nur die unentgeltlichen Übertragungen, sondern auch der Kauf beziehungsweise Verkauf von Immobilien ist von der Reform massiv betroffen. Bei der Immobilienertragsteuer kommt es zu einer Anhebung des Steuersatzes von 25 % auf 30 % vom Ertrag bei „Neuvermögen“ (das entspricht einer Anhebung des Pauschalsatzes vom Erlös von 3,5 % auf 4,2 % bei „Altvermögen“). Weiters wird der Inflationsabschlag gestrichen, der bisher bei besonders lange gehaltenen Immobilien die Steuerbelastung reduzierte. Wenn man Immobilien kaufen oder verkaufen möchte, lohnt es sich daher unter Umständen, dies noch vor dem Jahreswechsel durchzuführen.

Wertpapiere und GmbH-Ausschüttungen

Ein weiterer Punkt der Gegenfinanzierung der Steuerreform 2016 besteht in der Anhebung der Kapitalertragsteuer (ausgenommen die „Sparbuch KESt“) von 25 % auf 27,5 %. Das betrifft insbesondere auch Ausschüttungen aus GmbH. Um vom günstigeren Steuersatz zu profitieren, sollte geprüft werden, ob und inwieweit noch heuer Ausschüttungen durchgeführt werden können. Dabei sind natürlich auch andere Faktoren, insbesondere die Eigenkapitalquote der Gesellschaft zu beachten. Für Anleger werden durch die Anhebung des Steuersatzes bestimmte steuerfreie Produkte (zum Beispiel bestimmte Lebensversicherungen) noch attraktiver.

Sonderausgaben

Versicherungsprämien und Kosten für Wohnraumschaffung und -sanierung werden künftig nicht mehr abzugsfähig sein. Für weitere fünf Jahre abzugsfähig bleiben aber grundsätzlich Ausgaben die aus Verträgen, die vor dem 31. Dezember 2015 geschlossen wurden. Ausgaben für Bauausführungen, die vor dem 31. Dezember 2015 begonnen wurden bleiben abzugsfähig. Wer also über den Abschluss einer bestimmten Versicherung nachdenkt, kann sich bei rechtzeitigem Vertragsabschluss grundsätzlich noch den Sonderausgabenabzug für fünf Jahre sparen.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei diesem Beitrag um eine stark verkürzte Darstellung handelt, die eine professionelle Beratung unter Analyse des konkreten Sachverhaltes keinesfalls ersetzen können. Daher können ohne weitere Beratung auf Grundlage dieser Ausführungen keine Entscheidungen getroffen werden.

Für Fragen stehen Ihnen Alexander Oberenzer und Clemens Angerer jederzeit gerne zur Verfügung.

Ich möchte mich abschließend bei Clemens Angerer für seinen kompakten Beitrag bedanken!

P.S: Kontaktdaten von Clemens Angerer: office@angerer-steuerberatung.at

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